Oswald Bosko

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Oswald Boska, auch Oswald Bouska, (* 23. Februar 1907; † 18. September 1944) war ein österreichischer Gerechter unter den Völkern.

Der Wiener Polizist Oswald Bosko war Feldwebel der deutschen Polizei im Ghetto Krakau. Er half Julius Madritsch und Raimund Titsch bei der Rettung jüdischer Ghettobewohner.

Kurz vor der Liquidierung des Ghettos von Krakau im März 1943 wurde von den Nationalsozialisten beschlossen, alle jüdischen Kinder aus dem Ghetto zu deportieren, um sie zu ermorden. Oswald Bosko half Madritsch dabei, hunderte Kinder aus dem Ghetto zu retten. Er fand Polen, die bereit waren, die Kinder vorübergehend aufzunehmen.

Nach der Liquidierung des Ghettos suchte Bouska nach den jüdischen Familien, die noch versteckt geblieben waren, und ermöglichte dadurch die Überführung in Madritschs Näherei. Danach organisierte er eine Rettungsaktion. Im Juli 1944 desertierte er. Die Gestapo suchte fieberhaft nach ihm. Nach einigen Monaten wurde er verhaftet, der Fahnenflucht und Rassenschande – er lebte mit einer Jüdin zusammen – bezichtigt. Nach dem Prozess in Krakau wurde er schließlich ins KZ Groß Rosen – wo viele anderen deutsche Deserteure saßen – gebracht und dort am 18. September 1944 erschossen.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andrzej Selerowicz, Winfried R. Garscha: Zwei Wiener SS-Männer in Krakau. In: Täter: österreichische Akteure im Nationalsozialismus Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (Hrsg.) DÖW, Wien 2014, ISBN 978-3-901142-64-2. S. 41–77. (Digitalisat, PDF; 1,8 MB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Information laut Personalakte vom Polizeiarchiv, Wien (Digitalisat)