Oti

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Dieser Artikel beschreibt den Fluss in Afrika; für weitere Bedeutungen siehe OTI.
Oti
Pendjari
Der Pendjari (=Oti) in der Trockenzeit im Norden des Pendjari-Nationalparks

Der Pendjari (=Oti) in der Trockenzeit im Norden des Pendjari-Nationalparks

Daten
Lage In Benin, Burkina Faso, Togo, Ghana
Flusssystem Volta
Abfluss über Volta → Golf von Guinea
Quellgebiet in den Atakora-Bergen in Benin
10° 39′ 23″ N, 1° 28′ 39″ O
Quellhöhe 640 m
Mündung südlich des Dorfes Damanko in den Volta-StauseeKoordinaten: 8° 22′ 25″ N, 0° 7′ 15″ O
8° 22′ 25″ N, 0° 7′ 15″ O
Länge 900 km
Einzugsgebiet 72.900 km²
Abfluss MQ
500 m³/s
Linke Nebenflüsse Kumaga (im oberen Abschnitt Kerang genannt), Kara, Mô
Rechte Nebenflüsse Doubodo, Singou, Arli
Mittelstädte Sansanné-Mango, Mandouri
Kleinstädte Koumongou, Porga

Der Oti ist ein westafrikanischer Fluss in Benin, Burkina Faso, Togo und Ghana.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fluss entspringt als Pendjari in den Atakora-Bergen in Benin. Er fließt zunächst nach Norden, macht aber dann eine Kehrtwendung nach Südwesten. Entlang seines Laufes verläuft ungefähr zwischen dem 1° 52' W-Meridian und dem Dreiländereck Benin-Togo-Burkina Faso die Grenze zwischen Benin und Burkina Faso. Der Fluss durchströmt dann zwischen Mandouri und Sansanné-Mango Nord-Togo in südwestlicher Richtung und fließt bei 10° 16′ 18″ N, 0° 22′ 43″ O erstmals auf ghanaisches Territorium. Er verläuft dann in fast südlicher Richtung entlang der ghanaisch-togolesischen Grenze mal auf ghanaischem, zumeist aber auf togolesischem Gebiet. Bei 9° 26′ 8″ N, 0° 14′ 39″ O wechselt er endgültig auf ghanaisches Gebiet über, bis er südlich des Dorfes Damanko in den Volta-Stausee mündet, in den er sich im Durchschnitt mit 500 m3/s ergießt.

Nebenflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kourtiagou
  • Arli
  • Doubodo
  • Singou
  • Oualé
  • Podiéga
  • Yapiti
  • Magou

Wasserqualität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der pH-Wert des Oti-Wassers an seiner Mündung schwankt zwischen 6,4 und 6,7. Der Ionengehalt im Wasser betrug (1950er): Na+: 3,2 mg/l; K+: 0,22 mg/l; Ca2+: 300 mg/l; Mg2+: 11,6 mg/l; CO2 (gelöst): 39 mg/l; Cl: 23,4 mg/l; SO42−: 96 g/l; SiO2: 132 mg/l.[1]

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutung als Verkehrsweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Oti ist mit Booten kaum befahrbar. Bei Hochwasser wird der Bootsverkehr durch eine schnelle Strömung behindert, zahlreiche Stromschnellen kommen als Verkehrshindernisse hinzu. Bei Niedrigwasser ermöglichen Sandbänke an zahlreichen Stellen das Durchlaufen des Flussbettes, mitunter soll sogar ein Überqueren trockenen Fußes möglich sein.

Bedeutung für den Ökotourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich der nordtogolesischen Distrikthauptstadt Sansanné-Mango erstreckt sich von seinem linken Ufer an der Nationalpark Kéran (Parc National de la Keran). Im Nordosten der Republik Togo durchfließt der Oti das Oti-Wildtierreservat (La réserve de faune Oti-Mandouri), das auf beninischer Seite in den Nationalpark Pendjari übergeht sowie auf burkinischer Seite in den Arli-W-Singou-Complex (Nationalpark Arly, Réserve partielle de l'Arli, Réserve partielle de Pama, Nationalpark W, Réserve totale du Singou).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im nordtogolesischen Oti-Tal zwischen den Distrikthauptstädten Sansanné-Mango und Mandouri wurde 1999/2000 unter der Leitung des amerikanischen Anthropologen Philip de Barros eine archäologische Bestandsaufnahme vorgenommen. Man hoffte hier u. a. auch Fundplätze der Kintampo-Kultur aufzufinden, nachdem man einige Kintampo-Fundstücke in der weiter südöstlich gelegenen Bassari-Region gefunden hatte. Ein Vorhandensein solcher Fundplätze im Oti-Tal hätte bewiesen, dass die Träger der ghanaischen Kintampo-Kultur aus der Sahara kommend, durch das leicht begehbare Oti-Tal gekommen wären, zumal auch entlang des Weißen Volta, in den sich der Oti eigentlich ergießt, zahlreiche Kintampo-Fundplätze bekannt sind (z. B. bei Ntereso, 8° 47′ N, 2° 34′ W). Das Ergebnis der Untersuchung war jedoch mit Blick auf Kintampo negativ. Kein einziger Kintampo-Platz wurde aufgefunden und auch bei den hiesigen Bauern waren etwaige Fundstücke aus früherer Zeit unbekannt. Dies legt nahe, dass, wenn die Träger der Kintampo-Kultur wirklich aus der Sahara nach Ghana gekommen waren, sie nicht durch das Oti-Tal gezogen sind.

Extremhochwasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach exzessiven Regenfällen im Oktober 1998 kam es Anfang 1999 sowohl im nordtogolesischen Oti-Tal (Präfekturen Oti und Kpendjal) als auch im Hinterland der Küste (Präfektur Lacs) zu einem extremen Hochwasser, welches zahlreiche Einwohner in Flussnähe obdachlos werden ließ. Eine Beurteilungskommission des Internationalen Roten Kreuzes setzte damals die Zahl der Hilfsbedürftigen auf 15.785 Personen in 18 Gemeinden der Präfektur Lacs, 6.530 Personen in 7 Gemeinden der Präfektur Oti und 8.090 Personen in 27 Gemeinden der Präfektur Kpendjal fest. Im Zeitraum 17.- 21. Februar 1999 wurden an der Küste und zwischen dem 21. Februar und 4. März 1999 in Oti und Kpendjal Hilfsgüter im Wert (Einkaufspreis) von 170.000 CHF an Hilfsbedürftige verteilt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Werte für Calcium und Sulfat erscheinen zu hoch.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]