Ouranopithecus

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Ouranopithecus
Schädelfragment mit Oberkiefer von Ouranopithecus macedoniensis

Schädelfragment mit Oberkiefer
von Ouranopithecus macedoniensis

Zeitliches Auftreten
spätes Miozän (Vallesium)
10,0 bis 7,4 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Trockennasenprimaten (Haplorrhini)
Affen (Anthropoidea)
Altweltaffen (Catarrhini)
Menschenartige (Hominoidea)
Menschenaffen (Hominidae)
Ouranopithecus
Wissenschaftlicher Name
Ouranopithecus
Bonis & Melentis, 1977
Arten

Ouranopithecus ist eine ausgestorbene Gattung der Primaten, die während des späten Miozäns in Griechenland und in der Türkei vorkam. Die genaue Einordnung der Gattung in den Stammbaum der Menschenaffen ist ungeklärt, von einigen Autoren wird sie dem der Tribus Dryopithecini zugerechnet. Fragmente aus dem Bereich des Schädels, die dieser Gattung zugeordnet wurden, entstammen rund sieben bis zehn Millionen Jahre alten Fundschichten aus dem Norden von Griechenland und aus dem Osten der Türkei.

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ouranopithecus ist ein Kunstwort. Die Bezeichnung der Gattung ist abgeleitet von griechisch: Οὐρανός, Ouranos = „Himmel“ und griechisch πίθηκος (altgr. ausgesprochen) píthēkos ‚Affe‘.[1] Ouranopithecus bedeutet folglich sinngemäß „Himmelsaffe“.

Funde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Ouranopithecus zugeordnete Art, Ouranopithecus macedoniensis, war in der 1974 publizierten Erstbeschreibung noch als Dryopithecus macedoniensis benannt[2] und vor allem von Dryopithecus fontani abgegrenzt worden. Erst nach der Entdeckung weiterer Fossilien wurde 1977 die Namensgebung zugunsten von Ouranopithecus macedoniensis revidiert.[3]

Im Jahr 2007 wurde Funde aus der Türkei zu Ouranopithecus turkae gestellt und somit eine zweite Art der Gattung in die Fachliteratur eingeführt.

Ein Teil der Fachautoren vertritt die Auffassung, dass Ouranopithecus macedoniensis die nordgriechische Variante des im Süden Griechenlands entdeckten Graecopithecus freybergi sei.[4][5]

Von einigen Forschern war die Gattung Ouranopithecus nach deren Erstbeschreibung Ende der 1970er-Jahre zunächst in den Formenkreis von Sivapithecus und somit in die verwandtschaftliche Nähe der Orang-Utans gerückt worden.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ouranopithecus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Laut Erstbeschreibung (Louis de Bonis, Jean Melentis: Un nouveau genre de Primate hominoïde dans le Vallésien [Miocène supérieur] de Macédoine. In: Comptes Rendus de l’Académie des Sciences, Paris. Band 284, Nr. 15 [Série D], 1977, S. 1396, Anmerkung 6) ist die Bezeichnung der Gattung jedoch abgeleitet „du grec «ouranos» = pluie“, also von „Regen“, was Bezug nimmt auf die Fundstelle des ersten Fossils, die von den französischen Ausgräbern „Ravin de la Pluie“ (= „Regenschlucht“) benannt wurde.
  2. Louis de Bonis, Geneviève Bouvrain, Denis Geraads und Jean Melentis: Première découverte d'un Primate hominoïde dans le Miocène supérieur de Macédoine (Grèce). In: Comptes Rendus de l'Académie des sciences Paris. Band 278, Série D, 1974, S. 3063–3066
  3. Louis de Bonis, Jean Melentis: Un nouveau genre de Primate hominoïde dans le Vallésien (Miocène supérieur) de Macédoine. In: Comptes Rendus de l’Académie des Sciences, Paris. Band 284, Nr. 15 (Série D), 1977, S. 1393–1396
  4. George D. Koufos, Louis de Bonis: The Late Miocene hominoids Ouranopithecus and Graecopithecus. Implications about their relationships and taxonomy. In: Annales de Paléontologie. Band 91, Nr. 3, 2005, S. 227–240, doi:10.1016/j.annpal.2005.05.001
  5. David W. Cameron: The taxonomic status of Graecopithecus. In: Primates. Band 38, Nr. 3, 1997, S. 293–302, doi:10.1007/BF02381616
  6. P. Andrews, I. Tekkaya: A revision of the Turkish Miocene hominoid Sivapithecus meteai. In: Palaeontology. Band 23, 1980, S. 85–95.