Guibourtia

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Guibourtia

Guibourtia coleosperma, offene Frucht mit Arillus der den Samen umgibt

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Caesalpinioideae
Tribus: Detarieae
Gattung: Guibourtia
Wissenschaftlicher Name
Guibourtia
Benn.

Guibourtia ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guibourtia-Arten sind immergrüne bis laubabwerfende Bäume, die Wuchshöhen von bis zu 40 bis 50 Metern erreichen. Die geraden und zylindrischen Stämme erreichen Längen von 25 Meter und der Stammdurchmesser beträgt ein bis zwei Meter. Die Bäume bilden oft teils meterhohe Brettwurzeln aus.

Das Kernholz ist rosa, leuchtend rot oder rotbraun mit purpurnen Streifen. An der Luft wird es gelb bis mittelbraun. Das Splintholz ist weiß und deutlich abgegrenzt. Die Textur ist fein und gleichmäßig. Frisch geschnittenes Holz hat einen unangenehmen Geruch, der sich beim Trocknen verflüchtigt.

Die gefiederten und ganzrandigen Laubblätter sind wechselständig mit nur wenigen, meist nur zwei Blättchen. Die kleinen Nebenblätter sind früh abfallend.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In meist endständigen traubigen oder rispigen Blütenständen stehen viele Blüten zusammen. Die Blütenstiele sind mehr oder weniger kurz.

Die zwittrigen Blüten sind klein und vier- oder fünfzählig mit einfacher Blütenhülle. Es sind vier oder fünf ungleiche und dachige Kelchblätter vorhanden. Die Kronblätter fehlen. Die etwa zehn freien Staubblätter sind abwechselnd ungleich lang. Es ist ein Diskus vorhanden. Das einzige mittel- oder oberständiges Fruchtblatt ist mehr oder weniger gestielt und behaart bis kahl. Der Griffel ist fadenförmig.

Die teils öffnenden Hülsenfrüchte sind meist nur einsamig. Die Samen haben oft einen Arillus.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Guibourtia 1857 durch John Joseph Bennett in J. Proc. Linn. Soc., Bot., 1, S. 149 aufgestellt. Der Gattungsname Guibourtia ehrt den französischen Apotheker Nicolas Jean-Baptiste Gaston Guibourt (1790–1867).[1]

Arten und ihre Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Guibourtia-Arten sind im tropischen Afrika verbreitet (mit 14 Arten), aber auch in Amerika (vier Arten). In Afrika reicht das Areal von Mali bis nach Mosambik und Südafrika. Die Bäume kommen in den tropischen Regenwäldern ebenso vor wie in den trockenen Savannen, in Angola auch im Strandbereich.

Je nach Autor gibt es in der Gattung Guibourtia etwa 16 Arten:[2][3]

Beispiele einzelner Holzarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Guibourtia liefert verschiedene Holzarten.

Bubinga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bubinga
Ovangkol

Ein bekanntes Holz ist Bubinga (das Holz mehrerer Arten) Guibourtia tessmannii, Guibourtia desmeusei, Guibourtia pellegriniana; es wird irreführend im Holzhandel auch als afrikanisches Rosenholz gehandelt, hat jedoch gar nichts mit Rosenholz aus der Palisanderfamilie gemein. Trotz der Härte und Schwere lässt es sich gut verarbeiten. Es wird für Möbel, Drechselarbeiten, Intarsien, Messergriffe und Köpfe für e-Pfeifen (eine Variation der sogenannten e-Zigarette) verwendet. Im Musikinstrumentenbau wird es unter anderem für Harfen, Gitarren, Blockflöten, Klarinetten (Fratelli Patricola) und Trommeln verwendet. Bubinga wird manchmal in der Herstellung von Bögen verwendet.

Seit Januar 2017 sind die oben genannten Bubinga-Arten im Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens gelistet.[4]

Ovangkol[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weitere Holzart ist Ovangkol (auch Ovengkol) Guibourtia ehie. Ovangkol besitzt einen dunkelbraunen Grundfarbton und eine feine, wellige, schwarzbraune Maserung. Das harte, dabei aber relativ elastische Tropenholz wird vielseitig eingesetzt, unter anderem für den Bau von Musikinstrumenten (Gitarren, Kontrabässe, Xylophone), Möbeln und Parkett. Aufgrund seiner Elastizität lässt es sich gut verarbeiten, bricht nicht leicht und hat auch sehr gute akustische Eigenschaften.

Weitere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Bezeichnungen für Hölzer aus der Gattung Guibourtia sind: Tiete Rosewood, Patagonian Cherry, Sirari (Guibourtia hymenaeifolia)[5], African Rosewood, Mushibi, Rhodesian Copalwood, Muzaule (Guibourtia coleosperma)[6], Black Chacate, Tsotso Tree, Chacate, Chacate-Preto (Guibourtia conjugata),[7] Mutenye, Benge, Mbenge, Kevazingo, Olive Walnut (Guibourtia arnoldiana).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • O. N. Allen, Ethel K. Allen: The Leguminosae. Univ. of Wisconsin Press, 1981, ISBN 0-299-08400-0, S. 313 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Guibourtia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5 doi:10.3372/epolist2018.
  2. a b c d e f g h i j Guibourtia im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 19. November 2021.
  3. Datenblatt Guibourtia bei International Legume Database Information Service = ILDIS - LegumeWeb - World Database of Legumes, Version 10.38, 2010.
  4. Bundesamt für Naturschutz. Liste der in CITES geschützten Holzarten (pdf). Abgerufen am: 14. Mai 2017
  5. Tiete Rosewood auf wood-database.com, abgerufen am 17. November 2016.
  6. Mushivi auf holz-bearbeitung.de, abgerufen am 17. November 2016.
  7. Guibourtia conjugata (Memento des Originals vom 18. November 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.prota4u.org auf prota4u.org, abgerufen am 17. November 2016.