Pädagogische Hochschule Berlin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Pädagogische Hochschule Berlin (PH Berlin) war von 1948 bis 1980 eine Pädagogische Hochschule in West-Berlin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pädagogische Hochschule wurde 1946 als eine von den Berliner Kulturpolitikern und den „kooperierenden vier Besatzungsmächten“ intendierte Hochschule für Groß-Berlin gegründet.[1] Nach ihrer politisch bedingten administrativen Aufspaltung in eine westliche und eine östliche Institution folgte am 6. Dezember 1948 die „Übersiedlung der Hochschule von Berlin-Mitte (Sowjet-Sektor) nach Berlin-Lankwitz (Amerikanischer Sektor)“.[2] Auf die Teilung der Hochschulverwaltung reagierte Direktor Wilhelm Blume mit seinem Rücktritt.

Direktor Wilhelm Richter stärkte eine zum Gesetz führende Entwicklung mit dem vom 1. Januar 1959 an wirksamen Ergebnis, dass „die Pädagogische Hochschule offiziell zur wissenschaftlichen Hochschule“ wurde.[3] Während der Amtszeit von Rektor Adolf Schwarzlose wurde „das auf die Anregung Paul Heimanns zurückgehende […] Didaktikum“ als einem obligatorischen Studiensemester zur Unterrichtsübung, didaktischen Analyse und wissenschaftlichen Durchdringung institutionalisiert.[4]

Seit 1969 wandelte sich die Hochschule unter der Leitung des Rektors Walter Heistermann, so dass sie in einigen Bereichen Promotions- (1975) und Habilitationsrecht erlangte. 1970 der Westdeutschen Rektorenkonferenz (WRK) beigetreten, wurde der Hochschule 1975 ihr volles Stimmrecht zuerkannt.[5]

Die seit 1970 beständig gestiegene Anzahl von vollimmatrikulierten Studierenden führte konsekutiv zu einem starken Anstieg der Landesbezuschussung, Etatmittel für Sachausgaben, Personalkosten und Investitionen. Mit einem Zuschussbedarf von 38.667.000 DM lag der Etat der Hochschule 1979 an der Spitze aller Pädagogischen Hochschulen in Deutschland.[6]

1980 wurde die PH Berlin aufgelöst. Die einzelnen Fachbereiche wurden auf die Freie Universität Berlin, die Technische Universität Berlin sowie die Hochschule der Künste Berlin aufgeteilt; letztere ging später in der Universität der Künste Berlin auf. Die Hochschule befand sich an der heutigen Malteserstraße (bis 1960 Marienfelder Straße)[7] in Berlin-Lankwitz; der dortige Campus wird heute von der Freien Universität genutzt.

Die Bibliothek der Hochschule stellte die Hauptprovenienz der Bereichsbibliothek Erziehungswissenschaft, Fachdidaktik und Psychologie[8] der FU Berlin dar, deren Bestand 2015 in die Campusbibliothek Natur-, Kultur- und Bildungswissenschaften, Mathematik, Informatik und Psychologie überführt wurde. In der Malteserstraße 74–100 befindet sich die Shaul-B.-und-Hilde-Robinsohn-Bibliothek, kurz Robinsohn-Bibliothek, die insbesondere die Schriften von Saul B. Robinsohn erhält, pflegt und verbreitet.[9]

Rektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochschullehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Kategorie:Hochschullehrer (Pädagogische Hochschule Berlin)

Bekannte Absolventen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dietrich Goldschmidt: Wilhelm Richter. In: Benno Schmoldt (Hrsg.): Pädagogen in Berlin. Auswahl von Biographien zwischen Aufklärung und Gegenwart. (= Materialien und Studien zur Geschichte der Berliner Schule. Bd. 9). Schneider-Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler 1991, ISBN 3-87116-692-8.
  • Michael-Sören Schuppan: 30 Jahre Pädagogische Hochschule Berlin. Reden, Aufsätze und bildungspolitische Stellungnahmen ihrer Rektoren seit 1946. Herausgegeben vom Rektor der Pädagogischen Hochschule Berlin, Berlin 1978, ISBN 3-921619-02-5.
  • Gerd Heinrich (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte der Pädagogischen Hochschule Berlin. (= Abhandlungen aus der Pädagogischen Hochschule Berlin. Band 6). Colloquium-Verlag, Berlin 1980, ISBN 3-7678-0498-0.
  • Michael-Sören Schuppan: Berliner Lehrerbildung nach dem Zweiten Weltkrieg. Die pädagogische Hochschule im bildungspolitischen Kräftespiel unter den Bedingungen der Vier-Mächte-Stadt (1945–1958). (= Europäische Hochschulschriften. Reihe 11, Pädagogik. Bd. 403). Lang, Frankfurt am Main u. w. 1990, ISBN 3-631-47745-7 (zugl. Diss. FU Berlin).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beiträge zur [...], hrsg. von G. Heinrich, S. 6 f.
  2. Beiträge zur [...], hrsg. von G. Heinrich, S. 19 f., 39, 74.
  3. Dietrich Goldschmidt: Wilhelm Richter, In: Pädagogen in Berlin, 1991, S. 332 f.
  4. Beiträge zur [...], hrsg. von G. Heinrich, S. 147 f.; vgl. dazu auch Goldschmidt, S. 332.
  5. Beiträge zur [...], hrsg. von G. Heinrich, S. 49 und 53.
  6. vgl. Michael-Sören Schuppan: Zeittafel 1964-1979, in: Beiträge zur [...], hrsg. von G. Heinrich, S. 52–56
  7. Malteserstraße Kaupert, abgerufen am 11. März 2012.
  8. Bereichsbibliothek Erziehungswissenschaft, Fachdidaktik und Psychologie auf den Webseiten der FU Berlin. Abgerufen am 24. April 2012.
  9. Shaul und Hilde Robinsohn Stiftung nebst Shaul-B.-und-Hilde-Robinsohn-Bibliothek auf den Webseiten der FU Berlin. Abgerufen am 24. April 2012.
  10. Lebenslauf Wilhelm Richter (Landesarchiv Berlin)
  11. Beiträge zur [...], hrsg. von G. Heinrich, S. 57.