Technische Universität Berlin

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Technische Universität Berlin
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Motto Wir haben die Ideen für die Zukunft. Zum Nutzen der Gesellschaft.[1]
Gründung 1770/1799/1879
1946 (Neugründung)
Trägerschaft staatlich
Ort Berlin
Bundesland BerlinBerlin Berlin
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Präsident Christian Thomsen[2][3]
Studenten 33.631 (WS 20/21; ♂: 66,5 %)[4]
Mitarbeiter 7.810 (März 2021), davon 182 Privatdozenten und 2.678 wissenschaftliche Mitarbeiter, ferner 2.003 stud. Hilfskräfte[4]
davon Professoren 335 (März 2021), inkl. 39 Juniorprofessorinnen und -professoren[4]
Jahresetat 567,8 Mio. € (2018) inkl. 173,4 Mio. € Drittmittel[5]
Netzwerke CESAER, DFH[6], TU9, TIME, Berlin University Alliance
Website www.tu.berlin
Hauptgebäude der Universität

Die Technische Universität Berlin (kurz: TU Berlin) in Berlin-Charlottenburg ist mit rund 35.000 Studierenden in über 100 Studiengängen die drittgrößte der vier Berliner Universitäten und gehört zu den 20 größten Hochschulen in Deutschland.[7] Sie steht in der Tradition der 1879 gegründeten Königlich Technischen Hochschule zu Berlin und ist damit eine der ältesten deutschen Technischen Hochschulen.

Die in Nähe des Großen Tiergartens gelegene TU Berlin gehört zum Zusammenschluss von neun führenden deutschen Technischen Hochschulen (TU9) und ist Gründungspartner des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie.

2019 wurde die TU Berlin im Rahmen der Exzellenzstrategie als Einrichtung der Berlin University Alliance (zusammen mit der Humboldt-Universität zu Berlin, der Freien Universität Berlin und der Charité - Universitätsmedizin) in die zweite Förderlinie „Exzellenzuniversität“ aufgenommen.[8][9][10]

Laut DAAD-Studie zählt die TU Berlin bei internationalen Studenten zu den bevorzugten Studienorten in Deutschland.[11]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge: 1799 bis 1933[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berliner Bauakademie um 1838

In der selbstständigen Stadt Charlottenburg entstand am 1. April 1879 durch die Zusammenlegung der Berliner Bauakademie und der Königlichen Gewerbeakademie die Königlich Technische Hochschule zu Berlin. Am 2. November 1884 wurden die an der damaligen Berliner Straße (heute Straße des 17. Juni) in Charlottenburg errichteten Neubauten der Hochschule feierlich eingeweiht.[12]

Die Königlich Technische Hochschule zu Berlin, um 1885

Auf Betreiben von Adolf Slaby erhielt die Hochschule anlässlich der Hundertjahrfeier der Berliner Bauakademie am 19. Oktober 1899 auf „Allerhöchstem Erlaß“ (Kabinettsorder) von Wilhelm II., des Königs von Preußen, das Promotionsrecht zugesprochen. Neben dem zeitgleich eingeführten akademischen Grad Diplom-Ingenieur als Abschluss für Studierende der Ingenieurwissenschaften an den Technischen Hochschulen Preußens durfte sie damit als erste Technische Hochschule Deutschlands den Grad eines Doktor-Ingenieurs (Dr.-Ing.) verleihen.[7]

Die Bergakademie Berlin wurde am 1. Oktober 1916 als Abteilung für Bergbau der Technischen Hochschule angegliedert. Nach der Eingemeindung der Stadt Charlottenburg durch das Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin (Groß-Berlin-Gesetz) erhielt die Hochschule 1920 den Namen Technische Hochschule zu Berlin. Im Herbst 1927 wurde die Geodätische Abteilung der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin an die Technische Hochschule verlegt.[13]

Nationalsozialismus: 1933 bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Planungen zur Reichshauptstadt Germania war während der NS-Zeit in der TH Berlin der Ausbau einer neuen sogenannten Wehrtechnischen Fakultät V zu einer der größten im Deutschen Reich geplant. Dieser kam aber nach dem Suizid des designierten Leiters General Karl Becker nur ansatzweise zustande, obwohl die Grundstücke hinter dem heutigen Telefunken-Hochhaus an der Bismarckstraße und unter dem heutigen Teufelsberg, einer Ruinenaufschüttung, bereits beschafft worden waren.

Während der Jahre von 1933 bis 1945 wurden zahlreiche Wissenschaftler aus ihren Instituten vertrieben. Darunter waren Persönlichkeiten wie Georg Schlesinger, Hans Jacob Reissner, Herbert Max Finlay Freundlich, Bruno Taut, Edwin Schwerin, Hans Stammreich, Gustav Hertz, Dennis Gábor und Eugene Paul Wigner.

Neugründung: 1945 bis 1968[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Studentische Darlehnskasse, gegründet 1950, im Studentenhaus der TU Berlin

Während der Schlacht um Berlin wurde die Technische Hochschule am 20. April 1945 geschlossen. In einem provisorischen, 15-köpfigen Arbeitsausschuss, der sich schon im Mai 1945 mit Gustav Hertz, Max Volmer, Werner Hahmann,[14] Walter Kucharski und anderen gebildet hatte, wurde am 2. Juni zuerst Gustav Hertz und Max Volmer zum Rektor bzw. Prorektor gewählt. Beide verfügten über Kontakte zur sowjetischen Besatzungsmacht. Nachdem beide Wissenschaftler eine Woche später aber nicht erschienen, wurden Georg Schnadel zum kommissarischen Rektor und Walter Kucharski zum kommissarischen Prorektor gewählt.[15] Am 9. April 1946 wurde die zerstörte, nun im britischen Sektor des geteilten Berlins liegende Bildungseinrichtung als Technische Universität Berlin mit humanistischer Neuausrichtung (vorgeschriebener humanistischer Studienanteil, Studium generale) neu gegründet. Die Humanistische Fakultät wurde am 7. März 1950 gegründet.

Die Professoren Vockel und Gobrecht gründeten 1950 den Verein Studentische Darlehnskasse Berlin-Charlottenburg, der 1951 in Studentische Darlehnskasse e. V. umbenannt worden ist.

Etwa ein Drittel bis zur Hälfte der Studierenden der TU stammte aus der DDR und Ost-Berlin, woher ein Teil täglich einpendelte, und erhielt eine öffentliche Beihilfe zum Lebensunterhalt. Motiv der Studienortwahl, die generell eine Flucht aus der DDR nach sich zog, war ein aus sozialen oder politischen Gründen verwehrter Hochschulzugang in der Heimat. Dies prägte die überwiegend ablehnende Haltung der Studentenschaft gegenüber der DDR und der auch in West-Berlin aktiven SED und ihres Anhangs. Eine dauerhafte Änderung bewirkte in den Jahren nach 1961 der Bau der Berliner Mauer, der Studierende mit Ost-Erfahrungen bis 1990 von West-Berliner Hochschulen fern hielt.[16]

Neuausrichtung: 1968 bis 2005[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1969 führte das Berliner Universitätsgesetz zur Ablösung der Ordinarien- durch die Gruppenuniversität. Im Zuge dessen wurden 1970 die bisherigen neun Fakultäten durch 21 Fachbereiche ersetzt, die – mit Ausnahme des Fachbereichs Mathematik – in Institute gegliedert waren. Der Fachbereich Mathematik organisierte sich in Arbeitsgruppen selbst. Am 1. April 2001 wurden die Fachbereiche wieder zugunsten von Fakultäten abgeschafft, die seitdem teilweise ihr Budget selbst verwalten. Begründet wurde dies mit der Absicht, die TU schlanker und effizienter zu organisieren.

Proteste an der TU Berlin gegen die Notstandsgesetze, 1968

Neben Veranstaltungsorten an der Freien Universität Berlin war das Auditorium maximum der TU ein Hauptveranstaltungsort während der Auseinandersetzungen der Studentenbewegung: Nur wenige hundert Meter vom ehemaligen Telefunken-Hochhaus entfernt liegt die Deutsche Oper, der Ort, an dem am 2. Juni 1967 der Student Benno Ohnesorg erschossen wurde.

Im Berufsverbotestreik der Studenten der Berliner Universitäten, Hoch- und Fachhochschulen 1976/77 spielten die Studenten der TU eine entscheidende Rolle, als sie sich in unerwartet großer Zahl dem von der FU ausgehenden Ausstand anschlossen.

Am 16. Dezember 1976 meldete der Der Tagesspiegel:
„TU-Präsident Wittkowsky hat zu dem Boykott der Lehrveranstaltungen aus Protest gegen Berufsverbote und verschlechterte Studienbedingungen, der jetzt auf 15 Fachbereiche [von 21] der TU übergegriffen hat, erklärt, er unterstütze die wesentlichen Forderungen der Studenten und halte die studentischen Protestmaßnahmen für zulässig.“

Im Januar 1978 waren Foyer und Audimax Mittelpunkt bei einer mehrtägigen Versammlung bundesweit aktiver, „alternativer“ Gruppen zum „Treffen in Tunix“ mit 15.000 Teilnehmern. Am 23. November 1978 wurde die bei Tunix initiierte Organisation Netzwerk Selbsthilfe in einer Audimax-Versammlung gegründet.

1980 wurden Teile der Pädagogischen Hochschule Berlin in die TU integriert.

Die TU Berlin wurde die zweitgrößte technische Universität Deutschlands. Sie ist als staatliche Universität von Zuschüssen abhängig. Der staatliche Zuschuss lag 2003 bei 285 Mio. €.[17]

Mit dem Erwerb des Telefunken-Hochhauses 1975 und den Neubauten des Mathematikgebäudes 1983 (Straße des 17. Juni 136), des neuen Instituts der Physik 1984 (Hardenbergstr. 36) und des Produktionstechnischen Zentrums 1986 (Pascalstr. 8–9) wurde die TUB zur größten Technischen Universität der damaligen Bundesrepublik.

TU-Studenten bei einem DLR Wettbewerb, 2013

Internationalisierung und Exzellenzinitiative ab 2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen wurden der Technischen Universität im Jahr 2006 eine Graduiertenschule (Berlin Mathematical School) sowie 2007 ein Exzellenzcluster (Unifying Concepts in Catalysis) bewilligt.[18] Die TU Berlin ist mit ca. 6000 ausländischen Studierenden international aufgestellt; die meisten Studenten kommen aus China, der Türkei, Russland, Vietnam und Kamerun.[7]

Das Europäische Institut für Innovation und Technologie wählte zwei Wissens- und Innovationsgemeinschaften mit Beteiligung der TU Berlin aus, die über einen Zeitraum von fünf Jahren jeweils 100 Millionen Euro Fördergelder erhalten.

Die TU forcierte in jüngster Vergangenheit ihre Zusammenarbeit mit Unternehmen wie der Deutschen Telekom AG, den Telekom Innovation Laboratories oder der Siemens AG.

Seit 2019 gehört die Technische Universität Berlin im Verbund mit Freier Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin sowie Charité – Universitätsmedizin Berlin zu den Exzellenzuniversitäten in Deutschland.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hauptgebäude nach dem Entwurf von Richard Lucae – nach dessen Tod 1877 fertiggeplant von Friedrich Hitzig und Julius Carl Raschdorff – entstand von 1878 bis 1884 als Monumentalbau im Stil der Neorenaissance. Beim Bau der Ost-West-Achse 1939 wurden die Auffahrt und Grünflächen vor dem Hauptgebäude durch eine Freitreppe und Pflasterflächen ersetzt. Nach schweren Schäden am Ende des Zweiten Weltkriegs wurden drei der ursprünglich fünf Innenhöfe, die Seitenflügel und die Rückfassade wiederaufgebaut, die Frontfassade mit dem Mittelrisalit dagegen Anfang der 1950er-Jahre abgerissen. 1965 wurde der heute von der Straße des 17. Juni aus sichtbare Neubau nach Entwürfen von Kurt Dübbers vor den Altbau gesetzt. Dem zehngeschossigen aluminiumverkleideten Hochhaus ist das fensterlose Auditorium maximum vorgelagert.

Am Ernst-Reuter-Platz entstanden das Institut für Bergbau und Hüttenwesen (1955–59 von Willy Kreuer) und die Gebäude der Architekturfakultät (Bernhard Hermkes, Hans Scharoun). Nach 1960 dehnte sich der Campus mit zahlreichen weiteren Institutsgebäuden nördlich der Straße des 17. Juni bis über die Spree aus (Beispiel: Institutsgebäude für Werkstoffwissenschaften).

Fakultäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 2001 erfolgte die Gliederung in sieben Fakultäten, zu der die 14 Fachbereiche verschmolzen wurden.[19][20] Die Fakultäten gliedern sich in weitere Institute:[21]

Geisteswissenschaften- und Bildungswissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Atrium der Technischen Universität Berlin
  • Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte
  • Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik
  • Institut für Erziehungswissenschaft
  • Institut für Sprache und Kommunikation
  • Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre
  • Fakultätsunmittelbare Zentren
    • Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung
    • Center for Metropolitan Studies
    • Center for Cultural Studies on Science and Technology in China
    • Zentrum für Antisemitismusforschung

Mathematik und Naturwissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Institut für Chemie
Institut für Mathematik
  • Institut für Festkörperphysik
  • Institut für Theoretische Physik
  • Institut für Optik und Atomare Physik
  • Institut für Chemie
  • Fakultätsunmittelbares Fachgebiet

Prozesswissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Institut für Energietechnik
  • Institut für Prozess- und Verfahrenstechnik
  • Institut für Technischen Umweltschutz
  • Institut für Werkstoffwissenschaften und -technologien
  • Institut für Biotechnologie
  • Institut für Lebensmitteltechnologie und Lebensmittelchemie

Elektrotechnik und Informatik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptprozessor, gebaut im Institut für Energie- und Automatisierungstechnik
  • Institut für Energie- und Automatisierungstechnik
  • Institut für Hochfrequenztechnik- und Halbleiter-Systemtechnologien
  • Institut für Telekommunikationssysteme
  • Institut für Technische Informatik und Mikroelektronik
  • Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik
  • Institut für Wirtschaftsinformatik und Quantitative Methoden

Verkehrs- und Maschinensysteme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Institut für Mechanik
Eine Flugdrohne des Instituts für Luft- und Raumfahrt
  • Institut für Mechanik
  • Institut für Strömungsmechanik und Technische Akustik
  • Institut für Psychologie und Arbeitswissenschaft
  • Institut für Land- und Seeverkehr
  • Institut für Luft- und Raumfahrt
  • Institut für Konstruktion, Mikro- und Medizintechnik
  • Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb

Planen Bauen Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Institut für Angewandte Geowissenschaften
  • Institut für Architektur
  • Institut für Bauingenieurwesen
  • Institut für Geodäsie und Geoinformationstechnik
  • Institut für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung
  • Institut für Ökologie
  • Institut für Soziologie
  • Institut für Stadt- und Regionalplanung

Wirtschaft und Management[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Institut für Technologie und Management
  • Institut für Betriebswirtschaftslehre
  • Institut für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsrecht

Studiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Technische Universität Berlin zählt mit über 100 Studienangeboten im Jahr 2020 zu den großen, international renommierten und traditionsreichen technischen Universitäten in Deutschland.[22]

Angebotene Studiengänge mit Vertiefungsrichtungen:

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Audimax am Campus Charlottenburg

Ein Großteil der Fachgebiete ist auf dem Hauptcampus (auch Campus Charlottenburg) an der Straße des 17. Juni angesiedelt. Daneben gibt es weitere Standorte in der näheren Umgebung, zum Beispiel das Severingelände (SG) am Salzufer 17–19.

Zudem gibt es eine Ansammlung von Fachgebieten am Campus Wedding in den ehemaligen AEG-Fabrikgebäuden in Gesundbrunnen und im Institut für Gärungsgewerbe und Biotechnologie in der Seestraße 13. Weitere Standorte gibt es in Dahlem und auf dem EUREF-Gelände in Schöneberg.[23]

Campus Charlottenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptcampus erstreckt sich über die Ortsteile Charlottenburg und Tiergarten. Begrenzt wird er durch Marchstraße, Einstein-Ufer, Fasanenstraße und Hardenbergstraße. Einzelne Gebäude liegen außerhalb dieser Grenzen, werden jedoch mit zum Hauptcampus gezählt. Die Straße des 17. Juni trennt den Campus in den größeren Südteil und den kleineren Nordteil.

Hier befinden sich das Hauptgebäude mit der Universitätsverwaltung sowie die größten Hörsäle. Dort fanden im Großen Hörsaal des Physikalischen Instituts in der Zeit der deutschen Teilung in den Jahren 1955, 1956 und 1958 insgesamt sieben Sitzungen des 2. und 3. Deutschen Bundestags statt.[24][25][26][27]

Gemeinsam mit externen Partnern versucht der 2014 gegründete Verein Solar Powers die Gewinnung Erneuerbaren Energien auf geeigneten Dachflächen der Hochschule zu vervielfachen.[28]

Campus der TU Berlin in el-Guna

Severingelände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 schloss die TU Berlin mit Gustav Severin einen Erbrechtsvertrag. Der Vertrag sieht vor, dass die Universität das 19.000 m² große Gelände am Salzufer nach dem Tod des Sohnes erhält, spätestens jedoch zum 1. Januar 2051.[29] Auf einem Schild am Zugang zum Gelände ist von Schenkung die Rede.

Campus El-Guna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 wurde im ägyptischen El Gouna der erste Auslandcampus eröffnet. Anlässlich der Campuseröffnung wurde ein Buddy Bär als Symbol der besonderen Verbindung zwischen den beiden Studienstandorten enthüllt.[30] In El Gouna werden fünf Masterstudiengänge angeboten: Energy Engineering, Urban Development, Water Engineering, IT for Energy and Business Engineering Energy.[31] Der Unternehmer und TU-Alumnus Samih Sawiris trug nicht nur die Kosten für den Aufbau, sondern zahlt auch den laufenden akademischen Betrieb.[32]

Angegliederte Institute und Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im TU-Hochhaus befindet sich u. a. das Telekom Innovation Laboratories.

DFG-Sonderforschungsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine modulare Mikrokamera (im Vordergrund), entwickelt vom Fraunhofer IZM

An der TU Berlin existierten und existieren zahlreiche Sonderforschungsbereiche (SFB), große Forschungsverbünde, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingerichtet werden. Derzeit von der DFG an der TU Berlin gefördert werden zum Stand April 2021: vier Exzellenzcluster (EXC), dreizehn Sonderforschungsbereiche (SFB), sechs Transregios (TRR), sechs Graduiertenkollegs (GRK) und zwei Nationale Forschungsdateninfrastrukturprojekte (NFDI).[36] Darüber hinaus fördert die DFG, wie durch das Emmy-Noether-Programm oder das Heisenberg-Programm, zahlreiche kleinere Forschungsprojekte an der TU Berlin.

Auswahl abgeschlossener Projekte:

  • Krankenhausbau (SFB 159)
  • Biologische Behandlung Industrieller und Gewerblicher Abwässer (SFB 193)
  • Sicherheit im Luftverkehr (SFB 212)
  • Anisotrope Fluide (SFB 335)
  • Schaufeln und Scheiben in Gasturbinen, Werkstoff- und Bauteilverhalten (SFB 339)
  • Engineering Hybrider Leistungsbündel (SFB TRR 29)

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lichtspiel vor der Zentralbibliothek der TU und UdK

Universitätsbibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universitätsbibliothek der TU gliedert sich[37] in die Zentralbibliothek und die beiden Bereichsbibliotheken Bereichsbibliothek Architektur und Kunstwissenschaft[38] und Bereichsbibliothek Physik.[39] Als zentrale Universitätsbibliothek dient die gemeinsame Zentralbibliothek der TU und UdK Berlin im Gebäude VOLKSWAGEN-Haus in der Fasanenstraße (genannt Volkswagenbibliothek[40]) am westlichen Tiergartenrand als östlichste Begrenzung des Campus Charlottenburg.[41] Das 55 Millionen[42] Euro teure, 2004 eröffnete Gebäudeprojekt wurde von der Volkswagen AG mit 5 Mio. Euro gesponsert, wodurch Volkswagen auch Namensgeber wurde. Das Bibliotheksgelände befindet sich auf jenem 1846/1847 von Peter Joseph Lenné anstelle der Fasanerie angelegten Hippodrom, auf dem auch das neue Mathematikgebäude der TU gebaut wurde. Neben der Universitätsbibliothek existieren an verschiedenen Fakultäten eigene Bibliotheken: Die beiden größten eigenständigen Bibliotheken sind hierbei dien Bibliothek Wirtschaft & Management[43] der Fakultät Wirtschaft und Management im Hauptgebäude und die Mathematische Fachbibliothek[44] des Instituts für Mathematik im Mathematikgebäude.

Das Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin wird als Sonderabteilung der Universitätsbibliothek geführt.

Rechenzentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1958 erhielt das Recheninstitut von Wolfgang Haack den ersten Zuse-Rechner Z22. Das Institut ging 1974 in der Zentraleinrichtung Rechenzentrum (ZRZ) der TU auf. Informations- und Telekommunikations-Services, darunter das internationale Eduroam sowie Web-2.0- und Social-Media-Dienste, wurden bis zum 31. Dezember 2018 von der Nachfolgereinrichtung des ZRZ unter dem Namen tubIT erbracht. Zum 1. Januar 2019 wurde die tubIT aufgelöst und in die neugegründete Zentraleinrichtung Campusmanagement (ZECM) überführt. Diese Umstrukturierung ist eine Folge der SAP-Einführung. Seitens der Firma SAP ist das Projekt mit der TU Berlin das deutschlandweit größte im Hochschulbereich.[45]

ZEWK[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infoveranstaltung im Lichthof des Hauptgebäudes

Die Zentraleinrichtung Wissenschaftliche Weiterbildung und Kooperation (ZEWK) ist eine von sieben Zentraleinrichtungen der Technischen Universität Berlin.[46]

Die vier Arbeitsgebiete der ZEWK umfassen einerseits interdisziplinär und überuniversitär ausgerichtete Beratungs- und Kooperationsmöglichkeiten zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Arbeitswelt und Gesellschaft sowie andererseits universitätsintern ein breites Angebot an interdisziplinär ausgerichteter, hochschuldidaktischer Beratung und Weiterbildung[47] für wissenschaftliches Personal und Hochschullehrenden der TU Berlin in allen Phasen der wissenschaftlichen Laufbahn.[48] Bei der Umsetzung von Lehr- und Lernangeboten unterstützt die ZEWK wissenschaftliches Personal der TU Berlin auch durch die Bereitstellung von Technik und Personal.[49]

In den Jahren 2006, 2012 und 2018 hat die Akkreditierungskommission der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik e.V. den Einführungskurs „Teaching for University’s Best“ und das Curriculum „Förderung der Qualität der Lehre“ der Zentraleinrichtung Wissenschaftliche Weiterbildung und Kooperation erfolgreich akkreditiert.[50][51] Ziel dieses Gütesiegels ist die Gewährleistung, dass „Veranstaltungen bzw. Programme professionellen Standards genügen, also in ihren Zielsetzungen legitimiert, auf dem Stand der wissenschaftlichen Entwicklung konzipiert und in der Praxis erprobt sind.“[52]

2013 initiierte das Online-Lehre-Team der ZEWK den Praxisblog: Digitale Lehre und E-Learning an der Technischen Universität Berlin.[53] Der Blog bietet Hochschullehrenden und wissenschaftlichem Personal eine Übersicht über die Infrastruktur der TU Berlin und universitätsweite Angebote in Bezug auf digitales Lehren und Lernen. Interessierte finden dort beispielsweise digitale Werkzeuge zum Einsatz in der Hochschullehre und Hintergrundinformationen zu diversen Themenfeldern der Hochschuldidaktik. Verschiedene Formate wie beispielsweise Interviews und Praxisberichte sowie Audio- und Video-Mitschnitte von Veranstaltungen[54] bieten dem Hochschulpersonal der TU Berlin über dieses Portal die Möglichkeit zum interdisziplinären Erfahrungsaustausch über digitale Strategien und Anwendungsfelder in den jeweiligen Fakultäten und Einrichtungen.

Gründerzentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Technische Universität Berlin wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie als "EXIST – Die Gründerhochschule" ausgezeichnet. Die zentrale Anlaufstelle für alle Gründungsinteressierten im Hochtechnolgiebereich ist das Centre for Entrepreneurship (CfE). Im sogenannten „StarTUp Inkubator“ des CfE werden jährlich bis zu 30 Gründungsteams unterstützt.[55]

Absolventen, Lehrkräfte, Nobelpreisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wernher von Braun (1912–1977)
Raketenkonstrukteur
Konrad Zuse (1910–1995), entwickelte den ersten modernen Computer und die erste höhere Programmiersprache
Eugene Paul Wigner (1902–1995), Nobelpreisträger Physik 1963
Carl Bosch (1874–1940), Nobelpreisträger Chemie 1931

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Boost: Technische Hochschule Berlin-Charlottenburg. In: Michael Doeberl: Das akademische Deutschland. Band 1, Berlin 1930, S. 461–464.
  • Josef Becker: Von der Bauakademie zur Technischen Universität. 150 Jahre technisches Unterrichtswesen in Berlin. Berlin 1949
  • Reinhard Rürup (Hrsg.): Wissenschaft und Gesellschaft. Beiträge zur Geschichte der Technischen Universität Berlin 1879–1979. 2 Bde. Berlin 1979
  • Karl Schwarz (Hrsg. im Auftrag des Präsidenten der TU Berlin): 1799–1999. Von der Bauakademie zur Technischen Universität Berlin. Geschichte und Zukunft. Eine Ausstellung der Technischen Universität Berlin aus Anlass des 200. Gründungstages der Bauakademie und des Jubiläums 100 Jahre Promotionsrecht der Technischen Hochschulen. Aufsätze. Ernst & Sohn Verlag für Architektur und technische Wissenschaften, Berlin 2000, ISBN 3-433-01735-2
  • Eberhard Knobloch (Hrsg.): „The shoulders on which we stand“ – Wegbereiter der Wissenschaft – 125 Jahre TU Berlin. Springer, Berlin / Heidelberg [u. a.] 2004, doi:10.1007/978-3-642-18916-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Technische Universität Berlin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Technische Universität Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. We've got the brains for the future. TU Berlin, abgerufen am 28. Mai 2021.
  2. Neue Universitätsleitung der TU Berlin stellt sich vor
  3. Christian Thomsen wird neuer Präsident der TU Berlin. Pressemitteilung vom 8. Januar 2014 beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de)
  4. a b c Technische Universität Berlin: Zahlen & Fakten. Technische Universität Berlin, abgerufen am 15. Juni 2020.
  5. Leistungsbericht über das Jahr 2018 zur Umsetzung des Hochschulvertrags. Land Berlin, S. 35, abgerufen am 3. August 2020.
  6. Netzwerk. Liste der Hochschulen im Netzwerk der DFH. In: www.dfh-ufa.org. Deutsch-Französische Hochschule, abgerufen am 6. Oktober 2019.
  7. a b c Ernst M. Schmachtenberg (Hrsg.): Glückwunsch, Dipl.-Ing.! Ein Gütesiegel made in Germany wird 111 Jahre alt, Reihe der TU9. Allianz der führenden Technischen Universitäten in Deutschland
  8. Berlin University Alliance: Exzellenzstrategie. Abgerufen am 27. Juni 2020.
  9. Land Berlin: Exzellenzstrategie. Abgerufen am 27. Juni 2020.
  10. DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft: Entscheidungen in der Exzellenzstrategie: Exzellenzkommission wählt zehn Exzellenzuniversitäten und einen Exzellenzverbund aus. Abgerufen am 27. Juni 2020.
  11. Berliner Unis sind international attraktiv, Der Tagesspiegel, Abgerufen am 21. Mai 2021.
  12. H. Koch: Die Technische Hochschule Berlin. In: Zeitschrift für Bauwesen, 36. Jahrgang 1886, Sp. 157–162, Sp. 331–338, Tafeln 19–23, Tafeln 49–50. (Digitalisat im Bestand der Zentral- und Landesbibliothek Berlin)
  13. Friedrich Schucht: Landwirtschaftliche Hochschule Berlin. In: Michael Doeberl: Das akademische Deutschland. Band 1, Berlin 1930, S. 645–646.
  14. Werner Hahmann: Wie die Technische Universität Berlin entstand : Chronik der Zeit vom 2. Mai 1945 bis zum 9. April 1946, aufgezeichnet nach eigenem Erleben, Berlin : Technische Universität 1963
  15. a b vgl. Oskar Blumentritt: Max Volmer (1885–1965). Eine Biographie, Technische Universität Berlin, Berlin 1985, ISBN 3-7983-1053-X, 1985, S. 50 ff.
  16. Christian Gizewski: Zur Geschichte der Studentenschaft der Technischen Universität Berlin seit 1879. In: Reinhard Rürup (Hrsg.): Wissenschaft und Gesellschaft. Beiträge zur Geschichte der Technischen Universität Berlin 1879–1979, Band 1. Springer, Berlin, Heidelberg 1979, ISBN 978-3-642-67450-1, S. 115–155, hier 145; siehe auch: Chronik der Anfangszeit, Fortsetzung. „Was passierte zwischen 1952 und 1965 an der TU Berlin?“ In: TU-Intern, Heft 5/1996.
  17. FAQ TU Berlin [1], auf der offiziellen Seite der TU Berlin. Eingesehen am: 21. Januar 2020
  18. Vergleiche zur Geschichte der Technischen Universität Berlin folgenden Link: Geschichte, auf der offiziellen Seite der TU Berlin. Zuletzt aktualisiert: 26. Januar 2009
  19. Martin Winter: Fachbereiche und Fakultäten, Bestehende Organisationsstrukturen und aktuelle Reformprojekte an Universitäten (PDF, 224 kB) Abgerufen am 10. August 2010
  20. Clemens Knobloch: Wir sind doch nicht blöd! Die unternehmerische Hochschule. Verlag Westfälisches Dampfboot, 2010, ISBN 978-3-89691-790-4
  21. Fakultäten & Zentralinstitute. TU Berlin. Abgerufen am 15. Juni 2020.
  22. Das Studienangebot der Technischen Universität Berlin. TU Berlin. Abgerufen am 15. Juni 2020.
  23. Die vier Berliner Standorte auf einen Blick. TU Berlin, abgerufen am 15. Juni 2020.
  24. Reichstagsgebäude im geteilten Deutschland, Deutscher Bundestag
  25. Deutscher Bundestag: Plenarprotokolle 02/106, 02/107 (PDF-Dateien)
  26. Deutscher Bundestag: Plenarprotokolle 02/163, 02/164 (PDF-Dateien)
  27. Deutscher Bundestag: Plenarprotokolle 03/41, 03/42, 03/43 (PDF-Dateien)
  28. Aus einem mach hundert Watt. Abgerufen am 24. Mai 2019 (deutsch).
  29. TU-Medieninformation: Die TU Berlin trauert um Gustav Severin
  30. Gegenseitige Anerkennung. In: TU intern, Die Hochschulzeitschrift der Technischen Universität Berlin, Nr. 12 / Dezember 2015, S. 12.
  31. TUB Campus El Gouna. Abgerufen am 15. Juni 2020.
  32. TU Berlin eröffnet Campus in El Gouna. Der Tagesspiegel, abgerufen am 24. Juli 2020.
  33. ARGUS GmbH. ARGUS – Statistik und Informationssysteme in Umwelt und Gesundheit GmbH
  34. Arthur Langerman Foundation. In: arthur-langerman-foundation.org. Abgerufen am 2. November 2020.
  35. About us. DCAITI – TU Berlin
  36. Geförderte Projekte an der TU Berlin. Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), abgerufen am 28. April 2021.
  37. Bereichsbibliothek TIB-Gelände bereits in Bestand der Zentralbibliothek eingepflegt
  38. Bereichsbibliothek Architektur und Kunstwissenschaft
  39. Bereichsbibliothek Physik
  40. Hauptstadtportal berlin.de: Volkswagenbibliothek der TU Berlin
  41. ARGE Campus Charlottenburg, 2010: Campus Charlottenburg. The Art Of Ideas
  42. Online-Lexikon Baunetz Wissen: Universitätsbibliothek in Berlin. Selbstbedienung mit Transpondertechnik, als Memento gespeichert, heruntergeladen am 8. Januar 2020
  43. Die Bibliothek Wirtschaft & Management
  44. Mathematische Fachbibliothek
  45. Technische Universität Berlin, Zentraleinrichtung Campusmanagement (ZECM), Über uns
  46. Organigramm der TUB
  47. Kurse und Workshops
  48. Technische Universität Berlin: Zentraleinrichtung Wissenschaftliche Weiterbildung und Kooperation: Über die ZEWK
  49. eScouts
  50. Zentraleinrichtung wissenschaftliche Weiterbildung
  51. Deutsche Gesellschaft für Hochschuldidaktik: Ziele
  52. Deutsche Gesellschaft für Hochschuldidaktik: Akkreditierte Programme
  53. Praxisblog: Digitale Lehre und E-Learning an der Technischen Universität Berlin
  54. Tag der Lehre
  55. Charlottenburg erfindet sich neu, Der Tagesspiegel, Abgerufen am 22. Mai 2021.
  56. Nachruf Gustav Jung, Eisen und Stahl, Zeitschrift für das Eisenhüttenwesen, Jahrgang 49 (1929), Heft 32, Seite 1184