PLD Space

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Payload Aerospace S.L.

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Rechtsform GmbH
Gründung 2011
Sitz Elche, Spanien
Mitarbeiterzahl 40 (Juni 2018)
Branche Raumfahrt
Website pldspace.com

Payload Aerospace S.L., kurz PLD Space, ist ein spanisches Raumfahrtunternehmen, das im Jahre 2011 in Elche gegründet wurde. Ziel des Unternehmens ist die Entwicklung kostengünstiger Raketen für den Transport von Kleinsatelliten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmensentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

PLD Space wurde 2011 von Raúl Torres und Raúl Verdu in Elche (Spanien) gegründet. Seit 2014 betreibt PLD Space einen Prüfstand für Raketenmotoren am Flughafen Teruel. Hier führte das Unternehmen am 1. Juli 2015 erfolgreich die ersten Testlauf seines selbst entwickelten Flüssigkeitsraketentriebwerks durch.

Im August 2017 zog PLD Space in einen neuen Firmensitz im Industriepark Elche. In demselben Gebäude sind auch die Fertigungsanlagen für Miura 1 angesiedelt. Im Juni 2018 arbeiten dort circa 40 Mitarbeiter an den beiden Trägerraketen Miura 1 und Miura 5. Zu dieser Zeit plante das Unternehmen, seine Testanlagen um ein vertikalen Prüfstand zu erweitern. An diesem sollte es möglich sein, die Miura 1 komplett zu qualifizieren.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

PLD Space wurde in mehreren Investitionsrunden mit öffentlichen und privaten Geldern finanziert. Im Jahr 2013 schloss das Unternehmen eine erste Investitionsrunde über 1,6 Millionen US-Dollar ab,[1] einschließlich einer Startfinanzierung durch das Spanische Centro para el Desarrollo Tecnológico Industrial (CDTI).[2]

PLD Space erhielt sich einen ersten kommerziellen Auftrag als einer der Teilnehmer des Horizon-2020-Programms „Small innovative Launcher for Europe“ (SMILE) der Europäischen Union. Das Unternehmen ist hierin verantwortlich dafür, die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entworfenen Flüssigkeitsraketenantriebe zu testen.[3][4]

Im April 2016 sicherte sich das Unternehmen eine weitere Investition von 1,56 Millionen US-Dollar durch das Spanische CDTI unter dem TEPRE- Programm für die Entwicklung eines wiederverwendbaren Raketentriebwerks.[1][2]

Im Oktober 2016 wählte die Europäische Weltraumorganisation (ESA) PLD Space als Hauptvertragspartner für das „Liquid Propulsion Stage Recovery (LPSR)“ Programm, dessen Zielsetzung die Entwicklung einer wiederverwendbaren ersten Raketenstufe ist. Hierfür erhielt das Unternehmen eine Finanzierung von 800.000 US-Dollar.[5][6]

In einer zweiten Investitionsrunde im Januar 2017 erhielt das Unternehmen 7,1 Millionen US-Dollar aus mehreren privaten Quellen. Hauptinvestor war dabei das spanische Unternehmen GMV mit 3,2 Millionen US-Dollar.[7][1]

PLD Space erhielt weitere 2,34 Millionen US-Dollar im Januar 2018 durch das SME Instrument der Europäischen Kommission.[8]

Im Februar 2018 erhielt das Unternehmen einen weiteren Vertrag der Europäischen Raumfahrtorganisation in Höhe von 368.000 US-Dollar. PLD Space ist dabei das einzige KMU unter fünf Raumfahrtunternehmen, die beauftragt wurden, eine Machbarkeitsstudie über ein kommerziellen Microlauncher zu erstellen.[9][10]

Raketentriebwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

PLD Space entwickelt ein eigenes Flüssigkeitsraketentriebwerk namens TEPREL, benannt nach einem spanischen Förderprogramm, welches dessen Entwicklung finanziert. Es verwendet Kerosin als Treibstoff und Flüssigsauerstoff als Oxidator.[2] Mitte 2018 hatte das Unternehmen bereits mehrere Versionen des Triebwerks auf seinem Prüfstand am Flughafen Teruel erprobt.

TEPREL-DEMO[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das TEPREL-DEMO Raketentriebwerk wurde 2015 zum ersten Mal erfolgreich erprobt und ist imstande, einen Schub von 28 kN zu erzeugen. Hierbei handelt es sich um ein kalorimetrisches (??) Modell des späteren TEPREL-Triebwerks. Zweck dieses Modells ist es, eine stabile Verbrennung zu demonstrieren und für die weitere Entwicklung relevante Informationen über das Triebwerksverhalten bei Zündung und Brennschluss, Drücke und Temperaturen entlang der Brennkammer, Schub und Treibstofmassenströme zu erhalten. Zusätzlich diente das Triebwerk zur Erprobung der Prüfstands Hard- und Software.[11][12]

TEPREL-A[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das TEPREL-A Triebwerk, welches 2017 erstmals getestet wurde, verfügt über einige Verbesserungen, wie zum Beispiel eine überarbeitete Injektorgeometrie und eine regenerative Kühlung. Letztere ermöglicht es, das Triebwerk für annähernd zwei Minuten zu betreiben, was der angestrebten Brenndauer für einen suborbitalen Flug mit Miura 1 entspricht. Auf Meeresniveau erreicht das TEPREL-A Triebwerk einen Schub von 32 kN.[11][12]

TEPREL-B[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TEPREL-B ist die erste Flugversion des TEPREL-Rakentriebwerks. Das Design des TEPREL-Triebwerks wurde weiter überarbeitet, um sein Gesamtgewicht zu reduzieren. Zudem verfügt das Triebwerk über ein System zur Schubvektorsteuerung.

Trägerraketen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miura 1 (früher ARION 1) [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Design[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miura 1 ist als Höhenforschungsrakete konzipiert. Mit ihr ist es möglich, wissenschaftliche Forschung in Schwerelosigkeit durchzuführen oder die Hochatmosphäre zu erforschen. Zugleich dient Miura 1 auch als Technologiedemonstrator. PLD Space plant, 70 % der mit der Miura 1 erprobten Technologien ebenfalls in ihrem „Microlauncher“ Miura 5 anzuwenden.[13]

In ihrem finalen Design ist die Miura 1 eine einstufige Rakete, welche vom TEPREL-1B-Raketentriebwerk angetrieben wird. Sie ist 12,7 m lang, ihr Außendurchmesser beträgt 0,7 m. Sie ist dafür ausgelegt, bis zu 200 kg Nutzlast für einen suborbitalen Flug aufzunehmen. In ihrem Erstflug soll sie 100 kg Nutzlast auf 150 km Höhe befördern.

Miura 1 ist mit einem Recovery-System ausgestattet, welches es ermöglicht, die gesamte Rakete zu bergen und wiederzuverwenden. Damit wäre sie die erste wiederverwendbare Trägerrakete in Europa sein.[12]

Zeitplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Testflug von Miura 1 sollte 2019 stattfinden. Für das Jahr 2020 plante PLD Space den Beginn des kommerziellen Flugangebots mit bis zu acht suborbitalen Flügen pro Jahr.

Miura 5 (früher ARION 2) [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miura 5 sollte als sogenannter „Microlauncher“ Startmöglichkeiten für CubeSats und Kleinsatelliten bieten, welche eine flexible und dedizierte Trägerrakete benötigen und daher nicht mit traditionellen Startanbietern fliegen können.

Design[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miura 5 ist als dreistufige Rakete mit orbitaler Flugfähigkeit geplant, alle drei Stufen der Rakete sollen von Flüssigkeitstriebwerken angetrieben werden. Es handelt sich hierbei um eine Weiterentwicklung der Miura 1. Die Masse der Rakete soll 7000 kg betragen und die Länge 18 m. Als Nutzlastkapazität waren ursprünglich 150 kg für niedrige Erdumlaufbahnen von 400 km vorgesehen; dies wurde später auf 300 kg in 500 km Höhe erweitert. Die erste Stufe der Rakete soll mehrmals wiederverwendbar sein.[12]

Zeitplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erstflug von Miura 5 ist für 2022Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren geplant.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Spain’s GMV takes a stake in PLD Space’s reusable rocket quest. 9. Januar 2017, abgerufen am 16. August 2019 (amerikanisches Englisch).
  2. a b c admin: home. In: PLD Space. Abgerufen am 16. August 2019 (europäisches Spanisch).
  3. Satnews Publishers: Daily Satellite News. Abgerufen am 16. August 2019.
  4. Start of design for concept SMall Innovative Launcher for Europe (SMILE) - NLR News. In: Netherlands Aerospace Centre. 31. Mai 2016 (nlr.org [abgerufen am 16. August 2019]).
  5. Europa Press: La ESA confía a la española PLD Space su proyecto de cohete reutilizable. 2. November 2016, abgerufen am 16. August 2019.
  6. PLD Space: el primer cohete reutilizable europeo. In: Eureka. 2. November 2016, abgerufen am 16. August 2019 (spanisch).
  7. admin: home. In: PLD Space. Abgerufen am 16. August 2019 (europäisches Spanisch).
  8. Space Tech Expo Europe: European Space Conference & Trade Show 2019 : PLD Space Awarded €2m Grant from the European Commission for the ARION Micro-Launcher Programme. Abgerufen am 16. August 2019.
  9. esa: ESA explores microlaunchers for small satellites. Abgerufen am 16. August 2019 (britisches Englisch).
  10. ESA awards five smallsat launcher study contracts. 9. Februar 2018, abgerufen am 16. August 2019 (amerikanisches Englisch).
  11. a b admin: home. In: PLD Space. Abgerufen am 16. August 2019 (europäisches Spanisch).
  12. a b c d Europa apuesta por PLD Space para alcanzar el espacio. In: Eureka. 16. Februar 2018, abgerufen am 16. August 2019 (spanisch).
  13. Arion, el cohete español capaz de alcanzar la Luna. 21. Januar 2018, abgerufen am 16. August 2019 (spanisch).
  14. El joven ingeniero que lanzará el primer cohete espacial español. La Nueva España, abgerufen am 30. Oktober 2019.