Palladium(II)-chlorid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Palladium(II)-chlorid
__ Pd2+     __ Cl
Allgemeines
Name Palladium(II)-chlorid
Andere Namen
  • Palladiumdichlorid
  • Palladium dichloratum (Latein)
Verhältnisformel PdCl2
CAS-Nummer 7647-10-1
PubChem 24290
Kurzbeschreibung

rotes bis dunkelbraunes Pulver oder Kristalle[1]

Eigenschaften
Molare Masse 177,31 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

4,0 g·cm−3 (20 °C)[1]

Sublimationspunkt

590 °C[1]

Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser (wasserfrei)[1]
  • löslich in Wasser (Dihydrat)[1]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
05 – Ätzend 07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 290​‐​302​‐​317​‐​318​‐​410
P: 280​‐​302+352​‐​305+351+338 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36/38​‐​43
S: 24​‐​26​‐​28​‐​37
Toxikologische Daten

570 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Palladium(II)-chlorid ist das Palladiumsalz der Salzsäure.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palladium(II)-chlorid wird erhalten durch Auflösen von metallischem Palladium in Königswasser oder in Salzsäure in Gegenwart von Chlor.[4] Alternativ kann es durch Erhitzen von Palladiumschwamm in Chlorgas bei 500 °C erhalten werden.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Physikalische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

α-Palladium(II)-chlorid bildet rote rhomboedrische Kristalle, die sich langsam in Wasser mit roter Farbe unter Bildung von PdCl2(H2O)2 lösen.[5] Es ist ebenfalls löslich in Ethanol und Aceton. Es löst sich schnell in Salzsäure.[4] Es ist fast geruchlos und schwach wassergefährdend.[1]

Chemische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palladium(II)-chlorid zersetzt sich ab 600 °C in Palladium und Chlor. Es löst sich in Salzsäure und bildet dabei ein Tetrachloropalladat [PdCl4]2−:[4]

Dieses katalysiert verschiedene organische Reaktionen, wie die Oxidation von Ethylen zu Acetaldehyd (Wacker-Verfahren).

Bei Einleitung von Schwefelwasserstoff fällt braun-schwarzes Palladiummonosulfid PdS aus.

Bei Erhitzung mit Schwefel auf 450 bis 500 °C Bildung von Palladiumdisulfid PdS2.

Bei Einleitung von Ammoniak in die wässrige Lösung Bildung von Tetrammin-palladium(II)-chlorid [Pd(NH3)4]Cl2, auch bei trockenem PdCl2.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palladium(II)-chlorid ist Ausgangsmaterial für verschiedene Palladiumverbindungen. Es wird auch für die Detektion von Kohlenmonoxid verwendet.[4] Hierfür wird Papier in sehr verdünnter PdCl2-Lösung getränkt. Dieses wird durch CO oder andere reduzierende Stoffe unter Abscheidung von metallischem Palladium schwarz gefärbt. Es wird auch in Elektroplattierungslösungen und für Porzellanbilder verwendet.

Kristallines α-Palladiumchlorid

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Eintrag zu Palladium(II)-chlorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 23. Juli 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. a b Datenblatt Palladium(II) chloride (PDF) bei Merck, abgerufen am 15. August 2016.
  3. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  4. a b c d Cotton, Simon; The Chemistry of Precious Metals; Springer 1997.
  5. A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9Vorlage:Holleman-Wiberg/Startseite fehlt (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).