Panagjurischte

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Panagjurischte (Панагюрище)
Wappen von Panagjurischte Karte von Bulgarien, Position von Panagjurischte hervorgehoben
Basisdaten
Staat: Bulgarien
Oblast: Pasardschik
Einwohner: 19.732 (31. Dezember 2011)
Koordinaten: 42° 30′ N, 24° 11′ OKoordinaten: 42° 30′ 0″ N, 24° 11′ 0″ O
Höhe: 550 m
Postleitzahl: 4500
Telefonvorwahl: (+359) 0357
Kfz-Kennzeichen: PA
Verwaltung
Bürgermeister: Gerogi Gerginekow
Lage von Panagjurischte

Panagjurischte [pɐnɐˈɡjuriʃtɛ] (auch Panagyurishte geschrieben, internationale Transliteration Panagjurište, bulgarisch Панагюрище), ist eine bulgarische Stadt am Oberlauf der Mariza. Sie liegt 43 Kilometer nördlich von Pasardschik im Sredna Gora Gebirge. Gleichzeitig ist sie das Verwaltungszentrum der gleichnamigen Gemeinde.

Bei Panagjurischte wurde 1949 der thrakische Goldschatz von Panagjurischte gefunden, der seit den 1970er Jahren im Archäologischen Museum in Plowdiw aufbewahrt wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits vor dem Mittelalter siedelten Menschen in der Region, begünstigt durch die Lage, die Natur und das Klima. Sie bauten unter anderem die Festungen Krasen und Duschkovtschenin, deren Ruinen erhalten sind. Die Gründung der Stadt Panagjurischte – benannt nach dem Griechischen πανηγυρι – erfolgte in der Zeit der Osmanischen Eroberungen auf dem Balkan. Im 16. Jahrhundert wanderten vor allem Albaner in die Region ein.

Panagjurischte war eins der Zentren des Aprilaufstandes gegen die osmanische Herrschaft im Frühjahr 1876. Obwohl nicht erfolgreich und brutal niedergeschlagen, spielte der Aufstand eine wichtige Rolle für die bulgarische Nationalbewegung. Die Stadt wurde niedergebrannt, aber ab 1878 wiederaufgebaut. So sind kaum historische Bauwerke erhalten.

Im Jahr 1949 fanden drei Brüder, die eine Ziegelei betrieben, auf der Suche nach Tonvorkommen in der Umgebung der Stadt einen Goldschatz. Archäologen haben den Fund auf das 4. bis 3. Jahrhundert v. Chr. datiert. Im Ort entstand daraufhin ein Historisches Museum, in welchem Kopien des Schatzes gezeigt werden, die Originale gelangten nach Plowdiw.

Im Jahr 1977 wurde Panagjurischte zum Gemeindezentrum bestimmt.

Von 1983 bis zur Wende in der DDR bestand eine Städtepartnerschaft mit der deutschen Stadt Aue in Sachsen, wo die Bockauer Straße von der Stadtverwaltung in Panagjurischter Straße umbenannt worden war.[1] Nach 1990 erhielt sie aber ihren Namen zurück, die Städtepartnerschaft wurde nicht fortgesetzt.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Hl. Georg

Die Mehrheit der Bevölkerung ist christlich. Im Stadtzentrum gibt es die protestantische Kirche St. Georg. In der Umgebung des Ortes stehen einige orthodoxe Kapellen. Der Islam ist in der Gemeinde nicht vertreten, weil den Anhängern dieses Glaubens während des Osmanischen Reiches die Religionsausübung verboten worden war.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Große Arbeitgeber der Stadt sind der optoelektronische Konzern, das Bergbauunternehmen Assarel-Medet, die Bunai AG, die Kunststoffprodukte herstellt, die Textilfabriken Jana und Riton P. Erstere erzeugt Baumwollhandtücher, Riton P – bereits 1939 gegründet, danach mehrfach umbenannt, 1997 privatisiert – hat sich auf die Produktion von Hemden, Blusen und T-Shirts spezialisiert.[2] Panagjurischte ist Endstation der Eisenbahnlinie von Plovdiv.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besichtigen lässt sich bei dem nahegelegenen Ort Starossel die Ausgrabungsstätte eines thrakischen Tempels aus dem 5. Jahrhundert v. Chr.[3] Darüber hinaus sind mehrere Museen zu nennen. Ein Theater, drei Monumente für Persönlichkeiten der Stadtgeschichte und die historische Stätte Oborischte, rund 8 km außerhalb der Stadt, sind weitere Sehenswürdigkeiten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Panagjurischte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ralf Petermann und Lothar Walther: Aue – 40 Jahre DDR-Alltag, Reihe Bilder aus der DDR, Sutton Verlag, Erfurt 2005, ISBN 3-89702-857-3; S. 34–35.
  2. Homepage von Riton P (englisch); abgerufen am 4. September 2016.
  3. [1] Website der Stadt Panagjurischte. Abgerufen am 10. November 2012.