Panzergrenadierdivision

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Eine Panzergrenadierdivision war eine militärische Formation der Wehrmacht des Deutschen Reiches. Der Begriff findet noch heute in der Bundeswehr der Bundesrepublik Deutschland Verwendung.

Wehrmacht[Bearbeiten]

Mit Beginn der Mechanisierung eines Teils der Wehrmacht wurden auch mit Lastkraftwagen motorisierte Infanterie-Divisionen (Inf.Div. mot.) geschaffen. Diese gehörten zur Waffengattung „Schnelle Truppen”, die mit Wirkung vom 1. April 1943 aufgelöst und die Waffengattung „Panzertruppen” gebildet wurde. Die motorisierten Infanterie-Divisionen wurden in „Panzergrenadier-Divisionen” umbenannt, obwohl sie weder mechanisierte Panzergrenadiere enthielten noch in größerem Umfang Panzer.

Gliederung[Bearbeiten]

Soll-Gliederung Panzergrenadier-Division 1943

  • Divisionsstab mit Kartenstelle, Feldgendarmerie-Trupp (motorisiert), Musikkorps
  • 2 Grenadier-Regimenter (motorisiert)
  • 1 Panzer- oder Sturmgeschütz-Abteilung
  • 1 Panzerjäger-Abteilung (motorisiert)
  • 1 Panzeraufklärungs-Abteilung
  • 1 Artillerie-Regiment (motorisiert)
  • 1 Heeres-Flakartillerie-Abteilung
  • 1 Pionier-Bataillon (motorisiert)
  • 1 Nachrichten-Abteilung (motorisiert)
  • 1 Panzergrenadier-Feldersatz-Bataillon
  • Divisionsnachschubführer mit
    • Verwaltungstruppe
    • Sanitätstruppe

Da es jedoch unmöglich war, während des Krieges alle Divisionen mit dem gleichen Waffen- bzw. Personalbestand aufzustellen, wurde bei diesen wie bei anderen Waffengattungen auch der Personalbestand gekürzt.

Divisionen[Bearbeiten]

Panzergrenadier-Divisionen der Wehrmacht waren die 3., 10., 15., 16., 18., 20., 25., 29., 90. sowie mit den Namensbezeichnungen Brandenburg, Feldherrnhalle, Großdeutschland, Kurmark, Sardinien (bis 6. Juli 1943, dann in 90. Panzergrenadier-Divisionen umbenannt), Sizilien (bis 1. Juli 1943, dann in 15. Panzergrenadier-Divisionen umbenannt).

Einige Panzergrenadier-Divisionen, insbesondere die der Waffen-SS, wurden wie die Leibstandarte SS Adolf Hitler (später 1. SS-Panzer-Division Leibstandarte SS Adolf Hitler, ab 1. Oktober 1943), Das Reich (später 2. SS-Panzer-Division Das Reich, ab 1943), Totenkopf (später 3. SS-Panzer-Division Totenkopf, ab 1944), Wiking (später 5. SS-Panzer-Division „Wiking“, ab Oktober 1943) und weitere später zu Panzer-Divisionen umgegliedert. Insbesondere die mit höheren Aufstellungsnummern ab Herbst 1944 erreichten nicht mehr Divisionsstärke, sondern nur noch die von Kampfgruppen.

Bundeswehr[Bearbeiten]

Die Bundeswehr hat bereits seit kurz nach ihrer Gründung, ab der Heeresstruktur 2 von 1959, die Panzergrenadierdivisionen eingeführt. Die vor 1959 aufgestellten Panzergrenadierdivisionen hießen zuerst Grenadierdivision.

Gliederung[Bearbeiten]

Die folgende Gliederung listet die Einheiten und Verbände einer Panzergrenadierdivision der Bundeswehr sowie deren Hauptwaffensysteme während der Heeresstruktur 4 auf.

  • Stab & Stabskompanie
  • Frontnachrichtenzug
  • Heeresmusikkorps
  • Fernmeldebataillon
  • Fernmeldekompanie (EloKa)
  • Heeresfliegerstaffel (10 × Verbindungshubschrauber Bo-105M)
  • Panzeraufklärungsbataillon (34 × Kampfpanzer Leopard 1, 10 × Spähpanzer Luchs, 19 × Transportpanzer Fuchs)
  • Artillerieregiment
    • Stab & Stabsbatterie
    • Begleitbatterie
    • Feldartilleriebataillon (18 × Feldhaubitze 155 mm FH70, 18 × Haubitze 203 mm SF M110)
    • Raketenartilleriebataillon (16 × Mehrfachraketenwerfer 110 mm SF LARS)
    • Beobachtungsbataillon
  • Flugabwehrwehrregiment (36 × Flakpanzer Gepard)
  • Pionierbataillon
  • ABC-Abwehrkompanie
  • Sanitätsbataillon (teilaktiv)
  • Nachschubbataillon (teilaktiv)
  • Instandsetzungsbataillon (teilaktiv)
  • 5 Feldersatzbataillone (Geräteeinheiten)
  • 2 Jägerbataillone (Geräteeinheiten)
  • Sicherungsbataillon (Geräteeinheit)
  • mehrere Ausbildungskompanien
  • 2 Panzergrenadierbrigaden
    • Stab & Stabskompanie
    • Panzerjägerkompanie (12 × Raketenjagdpanzer Jaguar 1 oder 2)
    • Panzerpionierkompanie
    • Nachschubkompanie
    • Instandsetzungskompanie
    • Panzergrenadierbataillon (gemischt, teilaktiv – 24 × Schützenpanzer Marder, 13 × Kampfpanzer Leopard 1)
    • 2 Panzergrenadierbataillone (jeweils 24 × Schützenpanzer Marder, 10 × Mannschaftstransportwagen M113, 6 × Panzermörser 120 mm M113)
    • Panzerbataillon (41 × Kampfpanzer Leopard 1)
    • Panzerartilleriebataillon (18 × Panzerhaubitze M109)
  • Panzerbrigade
    • Stab & Stabskompanie
    • Panzerjägerkompanie (12 × Raketenjagdpanzer Jaguar 1)
    • Panzerpionierkompanie
    • Nachschubkompanie
    • Instandsetzungskompanie
    • Panzerbataillon (gemischt, teilaktiv – 28 × Kampfpanzer Leopard 2, 11 × Schützenpanzer Marder)
    • Panzergrenadierbataillon (35 × Schützenpanzer Marder, 6 × Panzermörser 120 mm M113)
    • 2 Panzerbataillone (jeweils 41 × Kampfpanzer Leopard 2)
    • Panzerartilleriebataillon (18 × Panzerhaubitze M109)

Divisionen[Bearbeiten]

Insgesamt gab es bisher zehn Panzergrenadierdivisionen der Bundeswehr. Die 13. Panzergrenadierdivision wurde als letzte 2013 aufgelöst.

Literatur[Bearbeiten]

  • Chris Bishop: Panzergrenadierdivisionen der Deutschen Wehrmacht 1939–1945, 1. Auflage bei VDM, Zweibrücken 2008.