Paolo Nestler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Paolo Nestler (* 4. Juli 1920 in Bergamo; † 6. April 2010) war ein italienischer Architekt, Raumplaner und Designer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nestler studierte von 1945 bis 1948 in Mailand und an der Technischen Hochschule in München. 1949 eröffnete er ein eigenes Architekturbüro in München. In den Jahren unmittelbar vor und während der Studentenunruhen stand er der Akademie der Bildenden Künste München von 1965 bis 1969 als Präsident vor.

Nestler zeichnet für die Gestaltung zahlreicher Eisdielen in den 1950er Jahren und U-Bahn-Bauten in München (Universität, Münchner Freiheit, Sendlinger Tor, Nordfriedhof, Giselastraße, Dietlindenstraße, Odeonsplatz, Goetheplatz, Implerstraße, Harras, Klinikum Großhadern, Mangfallplatz) verantwortlich. Er entwickelte Mitte der 1970er Jahre für Audi NSU die Farbpalette des von 1976 bis 1982 gebauten Audi 100 C2.

Nestler lebte zuletzt in Berg am Starnberger See.

Lehrtätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1959 bis 1985 war er Professor für Innenarchitektur an der Akademie der Bildenden Künste München.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1968 war Nestler Mitglied der Akademie der Künste in Berlin - Sektion Baukunst.

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1951: Eiscafé Venezia - Leopoldstraße 31, München
  • 1953: Filmtheater Messegelände Theresienhöhe, München
  • 1956–1958: Erweiterungsbau des Deutschen Museums, München
  • 1959: Geschäftshaus, München
  • 1960: Gästehaus, Schwarzwald
  • 1964: Geschäftshaus, München
  • 1967: Kaufhaus Karstadt, Rosenheim
  • 1972: Geschäftshaus, München
  • 1972: Erweiterung des Hauses der Kunst und Klangzentrum für experimentelle Musik, München
  • 1975: Sozialzentrum, München
  • 1977: Aussegnungshalle, Hofstetten
  • 1978: Kaufhaus Karstadt, Rosenheim
  • 1957–1979: Wohnhäuser, Deutschland, Schweiz, Italien
  • 1979: Wohnanlage an der Amberger Straße, München
  • 1979: Innengestaltung und Möbelentwürfe für das Foyer des UN-Sicherheitsrats, New York mit Günter Fruhtrunk
  • 1979: Umbau von Bauten am Kärntner Ring, Wien
  • 1976–1980: Innengestaltung des Hypo-Hauses, München
  • 1982: Renovierung von zwei Grachtenhäusern, Amsterdam
  • 1982–1986: Kreissparkasse am Sendlinger-Tor-Platz, München
  • 1990–1996: Hotelbauten, Weimar, Erfurt
  • 1990–1996: Wohnhaus eines Verlegers, Grünwald.
  • 1971–1997: Gestaltung von zwölf Bahnhöfen der U-Bahn München[1]

Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1953: Internationale Verkehrsausstellung, München
  • 1957–1960: Neugestaltung zahlreicher Abteilungen im Deutschen Museum, München
  • 1964 Deutscher Pavillon der Triennale, Mailand
  • 1965: Internationale Verkehrsausstellung, München
  • 1967: Deutscher Pavillon (einige Sektionen) der Weltausstellung, Montreal
  • 1970: Ludwig II. und die Kunst, München
  • 1971–1972: Neugestaltung zahlreicher Abteilungen im Deutschen Museum, München
  • 1972: Weltkulturen und moderne Kunst, München
  • 1957–1975: Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland
  • 1980: Ausstellung Paolo Nestler Architektur 1950–1980, München

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katja Sebald: Er gab den U-Bahnhöfen ihr Gesicht. Münchner Merkur Nr. 89, 19. April 2010, S. 10.
  • Paolo Nestler (Hrsg.): Neues Bauen in Italien. 1954
  • Paolo Nestler (Hrsg.): Deutsche Kunst seit 1960 - Architektur. (mit P. M. Bode), 1976

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Autor: Florian Schütz-Abgelegt unter: Geschichte, U-Bahnhöfe — 22:26: » Paolo Nestler – Ein Nachruf. In: U-Bahn München Blog. 8. Mai 2010, abgerufen am 6. Oktober 2020.