Paracas-Kultur

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Die südamerikanische Paracas-Kultur existierte von 900 bis 200 v. Chr. Funde dieser Kultur wurden auf der Halbinsel Paracas an der Südküste Perus erstmals 1925 von dem peruanischen Archäologen Julio Tello entdeckt. Das wüstenartige Klima der Halbinsel bot günstigste Bedingungen für den Erhalt organischer Materialien. Dadurch sind kunstvoll gewebte Stoffe und die in ihnen eingewickelten Mumien in den Schachtgräbern der Fundorte Cavernas und Necropolis gefunden worden.

Die Mumien weisen Trepanationen und auffallende Schädeldeformationen auf.[1] Solche künstlichen Deformationen waren in verschiedenen Kulturen Südamerika verbreitet, um Stammeszugehörigkeiten sichtbar zu machen. Die Paracas-Kultur brachte es darin zu einiger Perfektion. Nachweisbar sind drei Grundformen: beidseitig abgeplattet, konisch und zylindrisch.[2]

Die Keramik der Paracas-Kultur war polychrom und trug Züge einer individuell gefertigten Produktion. In ihr zeigten sich Einflüsse aus Chavín de Huántar. Paracas selbst beeinflusste stark die Nazca-Kultur.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Elsa Tomasto-Cagigao, Markus Reindel und Johny Isla: Paracas Funerary Practices in Palpa, South Coast of Perú. In: Peter Eeckhout und Lawrence S. Owens (Hrsg.): Funerary Practices and Models in the Ancient Andes. The Return of the Living Dead. Cambridge University Press, New York 2015, S. 69.
  2. Rolf Seeler: Peru und Bolivien. Indianerkulturen, Inka-Ruinen und barocke Kolonialpracht der Andenstaaten. DuMont, Köln 2001, ISBN 3-7701-4786-3, S. 161, (einsehbar bei Google.Books).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Paracas-Kultur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien