Parade der Holzsoldaten

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Deckblatt der Noten von Parade of the Wooden Soldiers (1922)

Parade der Holzsoldaten ist ein Lied, das Leon Jessel 1911 veröffentlichte.[1] Mit dem von Ballard Macdonald verfassten englischen Text wurde der Novelty Song als Parade of the Wooden Soldiers 1922 veröffentlicht und bald in den Vereinigten Staaten populär.[2]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jessels Song entstand zunächst als deutsche Instrumentalnummer „Die Parade der Holzsoldaten“;[3] erschienen 1911 beim Heinrichshofen's Verlag, Magdeburg.[4]

Ein russischer Musikproduzent entdeckte die Nummer und verwendete „Parade of the Wooden Soldiers“ für die russische Revue „Chauve Souris“, die aus Paris und London zum New Yorker Broadway gelangte, wo sie als „Chauve Souris (The Russian Bat Theater)“ von F. Ray Comstock und Morris Gest am Forty-Ninth-Street Theatre Premiere hatte und anschließend am Century Theatre Erfolge feierte. Die große Attraktion der Show war es, wenn deren Emcee Nikita Balieff mit eigenwilliger Betonung „Phooden Soldjurs“ ankündigte.[1] Ballard Macdonald, der zu dieser Zeit Liedtexte für „George White Scandals of 1924“ und „Ziegfeld's Midnight Frolic“ geschrieben hatte, verfasste einen Text in englischer Sprache. Veröffentlicht wurde das Lied im Musikverlag Edw. B. Marks Music Co. Bekannt wurde das Lied, welches – vor allem durch die Weihnachtsshow „Radio City Christmas Spectacular“ aus der Radio City Music Hall – mit Weihnachten assoziiert wird, aber in erster Linie in der Instrumentalversion.[2]

Erste Aufnahmen und spätere Coverversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die amerikanische Navy Band bei einer Aufführung in Washington DC (2008) von Parade of the Wooden Soldiers

Erfolgreich war in den Vereinigten Staaten vor allem Paul Whiteman mit seinen beiden Aufnahmen des Songs für Victor von 1923 (welche im April 1923 ein Nummer-eins-Hit war) und 1928, außerdem Vincent Lopez und Carl Fenton mit ihren Orchestern.[2] Zu den weiteren Musikern, die den Song ab 1922 coverten, gehörten die California Ramblers (Cameo) sowie das Pianoduo George Stanley & Bob Alden (Imperial Piano Roll). Parade of the Wooden Soldiers fand auch Verwendung in dem gleichnamigen Betty Boop Zeichentrickfilm (1933) und im Shirley Temple Film Rebecca of Sunnybrook Farm (1938, Regie Allan Dwan), was weitere Coverversionen nach sich zog, u. a. der Orchester von Horace Heidt, Larry Clinton, Jan Savitt und Kay Kyser. Beliebt war der Song auch bei Marschmusikkapellen;[5] in späteren Jahren nahmen auch das International Novelty Orchestra (1946),[6] The Andrews Sisters,[7] im Bereich des Jazz Red Nichols (arrangiert von Heinie Beau), Pee Wee Erwin, David Qualey und Harry Connick junior (When My Heart Finds Christmas, 1993) den Song auf.[8] Der Diskograf Tom Lord listet im Bereich des Jazz insgesamt 13 (Stand 2016) Coverversionen.[8]

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Arnold Shaw: The Jazz Age: Popular Music in the 1920's. 1987, S. 121.
  2. a b c Don Tyler: Hit Songs, 1900-1955: American Popular Music of the Pre-Rock Era. Jefferson, North Carolina & London, McFarland, 2007, S. 129 f.
  3. Im französischsprachigen Raum bekannt als „La parade des soldats de plomb“: vgl. bei worldcat
  4. Julius Mattfeld Variety music cavalcade, 1620-1969: a chronology of vocal and instrumental music popular in the United States 1971
  5. March music notes, hrsg. von Norman E. Smith. Program Note Press, 1986
  6. Parade of wooden soldiers : From "La chauve-souris" bei worldcat
  7. John Sforza: Swing It!: The Andrews Sisters Story. 2015, s. 241.
  8. a b Tom Lord: Jazz discography (online)