Partydroge

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Als Partydrogen werden Drogen bezeichnet, die überwiegend auf Feiern (engl. party: Feier) konsumiert werden, vor allem bei elektronischer Musik wie Goa, Trance, House und Techno.

Begriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff „Partydroge“ bezeichnet allerdings spezifisch nur den in der modernen westlichen Zivilisation entritualisierten Drogenkonsum im Rahmen einer hedonistischen Lebensweise. Insofern wird unter Nennung des Begriffes „Partydroge“ immer auch mitkommuniziert, dass aufgrund schlechter Aufklärung oder Leichtsinnigkeit das Gefahrenpotenzial der Substanzen unterschätzt wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisch sei in diesem Kontext auch auf die Hippie-Bewegung oder auch die Rockmusik verwiesen (bei letzterer ist insbesondere an den mystifizierten Habitus eines „Rockstars“ im Sinne von Sex and Drugs and Rock and Roll zu denken). Diese beiden Subkulturen können jedoch nur als Beispiele dienen, denn die Verbindung von Musik (insbesondere Rhythmus), Trance und Drogen ist so alt wie die menschliche Kultur.[1][2]

Substanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter „Partydrogen“ werden meist aufputschende Substanzen wie Amphetamin (auch „Speed“ genannt), Methamphetamin, stimmungsaufhellende bzw. euphorisierende Stoffe wie Ecstasy (d. h. MDMA, MDA) oder GHB/Liquid Ecstasy und auch halluzinogene Drogen wie Psilocybin-Pilze (siehe auch: Halluzinogene Pilze) oder LSD verstanden. Halluzinogene Drogen werden im Partykontext allerdings eher in geringen Dosen gebraucht. Kokain zählt ebenfalls zu den klassischen Partydrogen, nimmt jedoch wegen seines besonders hohen Preises und einer gewissen Stilisierung als „Statusdroge“ eine Sonderstellung ein.[3] Legt man den Begriff extensiver aus, lässt sich auch Alkohol unter den Begriff Partydroge subsumieren. Marihuana, respektive Cannabis, zählt tendenziell eher nicht dazu, da es zwar auf Partys konsumiert wird, allerdings nicht partybezogene Verhaltensweisen wie hemmungsloses Tanzen, leichtere Kontaktaufnahme etc. ermöglicht. Viele Konsumenten von Partydrogen nutzen Cannabis eher als „Afterparty-Droge“, um sich „herunterzurauchen“, d. h., durch die Wirkung des Cannabis die aufputschenden Wirkungen zuvor konsumierter Substanzen abzumildern, beispielsweise um Schlaf zu finden oder generell „herunterzukommen“, wie es in der Szenesprache heißt.[4]

Heroin ist als Analgetikum nicht zu den Partydrogen zu rechnen, da sein Konsum auf ein anderes Drogenmilieu verweist und in Discotheken gewöhnlicherweise kaum anzutreffen ist, allerdings im Mischkonsum mit Uppern durchaus anzutreffen.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard van Treeck: Partydrogen. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2001, ISBN 3-89602-132-X
  • Monika Allenspach, Andrea Raths: Partydrogen und Sekundärprävention, Nachtschatten Verlag, 1997, ISBN 3-907080-19-X

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kevin Sampson: Chemical bonds. The Guardian, 16. November 2008, abgerufen am 18. November 2017 (englisch).
  2. Michael Lombardi: History of Music on Drugs. (Nicht mehr online verfügbar.) Rock World Magazine, 21. Juli 2011, archiviert vom Original am 1. Dezember 2017; abgerufen am 18. November 2017 (englisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rockworldmagazine.com
  3. Partydrogen. drogen.net, abgerufen am 18. November 2017.
  4. Hitzler, Ronald., Pfadenhauer, Michaela, 1968-: Techno-Soziologie : Erkundungen einer Jugendkultur. Leske + Budrich, Opladen 2001, ISBN 978-3-8100-2663-7.
  5. Downer. drugscouts, abgerufen am 18. November 2017.
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