Patientenorientierung

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Unter Patientenorientierung und Bürgerorientierung im Gesundheitswesen wird die Orientierung der gesundheitlichen Versorgung an den Interessen von Patienten, von Versicherten sowie von Bürgern verstanden.[1][2]

Patientenorientierung heißt, dass sich das Gesundheitssystem und die darin handelnden Professionellen an den Wünschen, Erwartungen und der Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten orientieren. Dabei wird die Patientenorientierung auf den unterschiedlichen Organisationsebenen betrachtet – der Makroebene mit dem Blick auf gesellschaftspolitische Entwicklungen und gesetzliche Rahmenbedingungen, der Mesoebene mit dem Fokus auf Institutionen und Verbände sowie der Mikroebene, bei der die Beziehungen zwischen Professionellen und Patienten im Zentrum stehen.[3]

Gesetzliche Rahmenbedingungen für Bürger- und Patientenorientierung im Gesundheitswesen zielen auf Stärkung von Patientenbeteiligung[4], Patientenrechten, Gesundheitskompetenz, Patientenberatung, Interessenvertretung der Patienten, Selbsthilfe und Patientensicherheit.[1] Patientenorientierung ist eine konkrete Forderung im gesundheitlichen Qualitätsmanagement und der Erfüllungsgrad; sie dient als Qualitätsmerkmal in der Leistungserbringung durch Einrichtungen und Professionelle im Gesundheitswesen.[5]

Mängel in der Patientenorientierung werden vielfach mit unzureichenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Leistungserbringung begründet.[6][7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Marie-Luise Dierks, Gabriele Seidel, Wilhelm Schwartz, Kerstin Horch: Bürger- und Patientenorientierung im Gesundheitswesen - Themenheft. In: Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 32. Robert Koch-Institut, 2006, abgerufen am 26. Januar 2021.
  2. David Klemperer: Patientenorientierung im Gesundheitswesen. In: Qualität in der Gesundheitsversorgung, Newsletter der GQMG. Gesellschaft für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen, 2000, abgerufen am 26. Januar 2021.
  3. Robert Koch-Institut (Hrsg): Patientenorientierung in Deutschland. In: Gesundheit in Deutschland 2015, Gesundheitsberichterstattung des Bundes. RKI Berlin, 2015, abgerufen am 26. Januar 2021.
  4. Frank Brunsmann: Patientenorientierung und Patientenbeteiligung in der Forschung – Mängel, Formen und Erwartungen aus Sicht eines Patientenvertreters. In: Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen. Band 156, 1. November 2020, ISSN 1865-9217, S. 100–104, doi:10.1016/j.zefq.2020.07.003, PMID 32873528 (zefq-journal.com [abgerufen am 26. Januar 2021]).
  5. Helma Bleses: Patientenorientierung als Qualitätsmerkmal, Dissertationsschrift. Hrsg.: Medizinische Fakultät der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Berlin 2005, S. 103 (hu-berlin.de [PDF]).
  6. Sachverständigenrat Gesundheit: Patientenorientierung in der Versorgung. In: SVR Gutachten 2003, Kapitel 3.1. 2003, abgerufen am 26. Januar 2021.
  7. AWMF: Medizin und Ökonomie - Maßnahmen für eine wissenschaftlich begründete, patientenzentrierte und ressourcenbewusste Versorgung. 2018, abgerufen am 25. Januar 2021.