Pele (Göttin)

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Die Göttin Pele, ca. 1929 von David Howard Hitchcock
Pele lebt der Legende nach im Krater Halemaʻumaʻu in der Caldera vom Kilauea

Pele ist in der hawaiischen Mythologie eine Feuer- und Vulkangöttin.[1] In der umfangreichen polytheistischen Hierarchie spielt sie eine wichtige Rolle und ist auch im zeitgenössischen Hawaii sehr bekannt. Oft wird von ihr respektvoll als "Madame Pele" oder "Tūtū Pele" gesprochen.[2] Als Göttin der Vulkane gilt sie als Schöpferin und Zerstörerin.

Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Legende schickte sie ihr Vater von Kahiki (Tahiti) fort, weil sie aufbrausend war und ihre ältere Schwester Namaka (oder Na-maka-o-Kahaʻi),[3] die Göttin des Meeres, bekämpfte. In einem Kanu, das sie von ihrem ältesten Bruder Kamohoaliʻi (dem König der Haie) bekam, verließ sie ihre ursprüngliche Heimat und kam nach Hawaiʻi, wo sie auf verschiedenen Inseln mit ihrem magischen Stab pāoa[4] Vulkane schuf.[5] Ihre Schwester Na-maka-o-Kahaʻi folgte ihr und bekämpfte sie mit den ihr zur Verfügung stehenden Wasserfluten.[6] Als Göttin der Vulkane gilt sie als Schöpferin und Zerstörerin.

An den Hängen des Haleakalā auf Maui kam es zu einem großen Kampf, in dem Pele scheinbar unterlag und von ihrer Familie betrauert wurde. Doch als die siegreiche Na-maka-o-Kahaʻi während ihrer Rückkehr zurückblickte, konnte sie an aufsteigendem Rauch erkennen, dass Pele auf der Insel Hawaiʻi erneut ihr vulkanisches Feuer hervorgebracht hatte, und sie gab den Kampf auf.[7]

Pele fand ihren endgültigen Wohnort im Krater Halemaʻumaʻu, der sich innerhalb der Caldera des Kīlauea befindet.[8] Weitere Legenden beschreiben ihre Liebesaffären und Kämpfe mit Kamapuaʻa,[9], den Streit mit Poliʻahu, der Schneegöttin des Mauna Kea,[10] sowie zahlreiche weitere Überlieferungen.

Pele als Namensgeberin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschiedene vulkanologische Phänomene wurden nach ihr benannt, wie die Haare von Pele, die Tränen von Pele und der Seetang von Pele (Limu o Pele). Weiters trägt ein großer Vulkan auf dem Mond Io des Planeten Jupiter ihren Namen. Außerdem wurde auch ein Asteroid nach ihr benannt: der Asteroid (2202) Pele.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martha Beckwith: Hawaiian Mythology. Yale University Press, New Haven 1940
  • Hans Nevermann: Götter der Südsee. Die Religion der Polynesier. Stuttgart 1947.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Martha Beckwith: Hawaiian Mythology. Yale University Press, New Haven 1940: The Pele Myth, The Pele Sisters, Pele Legends, Kamapuaʻa
  2. Patricia 'Iolana: TuTu Pele: The Living Goddess of Hawaii's Volcanoes. In: Sacred History. 2006.
  3. siehe Namaka (engl.)
  4. siehe pāoa in Hawaiian Dictionaries
  5. W. D. Westervelt: Hawaiian Legends of Volcanoes. G.H. Ellis Press: Boston 1916. S. 6. vgl. How Pele came to Hawaii
  6. W. D. Westervelt: Hawaiian Legends of Volcanoes. G.H. Ellis Press: Boston 1916. S. 64. vgl. Genealogy of the Pele Family
  7. W. D. Westervelt: Hawaiian Legends of Volcanoes. G.H. Ellis Press: Boston 1916. S. 11f. vgl. How Pele came to Hawaii
  8. W. D. Westervelt: Hawaiian Legends of Volcanoes. G.H. Ellis Press: Boston 1916. S. 23. vgl. The Hills of Pele
  9. W. D. Westervelt: Hawaiian Legends of Volcanoes. G.H. Ellis Press: Boston 1916. vgl. Pele and Kama-Puaa
  10. W. D. Westervelt: Hawaiian Legends of Volcanoes. G.H. Ellis Press: Boston 1916. vgl. Pele and the Snow-Goddess

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pele – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien