Perry Robinson

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Perry Robinson, Jazzclub Cavete Marburg 2011
Bei der Stadtaktion des ZMF 2016 in Freiburg
Perry auf dem ZMF 2018

Perry Morris Robinson (* 17. September[1] 1938 in New York City; † 2. Dezember 2018[2]) war ein US-amerikanischer Jazzklarinettist. Seine Musizierhaltung verband Elemente der abstrakten Improvisation und der Jazztradition mit dem Klezmer und Volksliedhaften.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Perry Robinson war der Sohn des Folksängers und Komponisten Earl Robinson. Er wuchs teilweise in Hollywood auf, um dann ab 1953 die High School of Music and Art in New York zu besuchen; in dieser Zeit wurde er durch Tony Scott, mit dem er jammte, und James Collis geprägt. Nach seinem Musikstudium besuchte er 1959 die Lenox School of Jazz. Dort durch Ornette Coleman und Don Cherry beeinflusst, gehörte er nach einem Spanienaufenthalt, wo er 1961 zur Gruppe von Tete Montoliu gehörte, zur ersten Welle der Free Jazz-Avantgarde und spielte mit Bill Dixon, Archie Shepp, Paul Bley, Henry Grimes und Sunny Murray. Während seines Wehrdienstes (1963 bis 1965 in Panama) bildete er ein Trio mit Bill Folwell und Tom Price, mit dem er anschließend in New York auftrat. Ende der 1960er war er an Carla Bleys Escalator over the Hill und Charlie Hadens Liberation Music Orchestra beteiligt. Die 1972 begonnene, bis wenigstens 2006 andauernde Zusammenarbeit mit Gunter Hampel hat ihn nachhaltig geprägt. Mitte der 1970er spielte er mit Dave Brubeck und dessen Söhnen in der Band Two Generations of Brubeck. Von 1975 bis 1977 arbeitete Robinson in Deutschland mit der Klarinettengruppe Clarinet Contrast zusammen, die das Interesse für die Klarinette in der zeitgenössischen Jazzszene aufleben ließ.[3] Mit Mike Morgenstern gründete er Mitte der 1980er in den Vereinigten Staaten die ebenfalls durch das Zusammenspiel mehrerer Klarinetten geprägte Licorice Factory. In den späten 1980er Jahren hatte er Sonntagsmittags eine Show JazzMagic im Blue Note, in der er neben Musik auch Zaubertricks präsentierte.

Daneben hat Robinson mit eigenen Gruppen, aber auch mit der New Yorker Untergroundszene (z. B. Allen Ginsberg, Tuli Kupferberg und The Fugs), Rozanne Levines Christal Clarinets und mit Burton Greenes Gruppe Klezmokum gearbeitet. 2009 fand in New York mit ihm als Solisten die Uraufführung von Gary M. Schneiders Concerto for Jazz Clarinet & String Orchestra mit dem Hoboken Chamber Orchestra statt.

Zwischen 1967 und 1984 errang er im Kritikerpoll des US-amerikanischen Musikmagazins Down Beat als Klarinettist, der mehr Beachtung verdiene, acht Mal Platz 1.

Seit 1990 war Perry Robinson auf dem Zelt-Musik-Festival in Freiburg Dauergast, er war bis zu seinem Tod im Jahr 2018 insgesamt 29 Mal dabei, insgesamt verbrachte er mehr als ein Jahr auf dem ZMF. Im Jahre 2007 war er der erste Ehrenpreisträger des Festivals.[4] Im Jahre 2014 wurde er zu seinem 75. Geburtstag mit der Galanacht des Festivals geehrt. Er wurde als der gute Geist des Festivals bezeichnet.[2]

Auswahldiskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lexikalische Einträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Perry Robinson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Angabe August in vielen Jazzlexika ist falsch
  2. a b Perry Robinson, der gute Geist des ZMF, ist tot,Thomas Steiner & Peter Disch, Badische Zeitung, 4. Dezember 2018
  3. „Mit der Gruppe Clarinet Contrast, die fünf Klarinettisten aus drei Ländern zusammenführt, wird die Rückkehr der Klarinette in den zeitgenössischen Jazz belegt“. Ulrich Olshausen in HR Information, 1976
  4. MF-Gründer Alexander Heisler erinnert sich an Perry Robinson , Peter Disch, Badische Zeitung, 04. Dezember 2018