Peter-Ulrich Merz-Benz

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Peter-Ulrich Merz-Benz (* 20. September 1953 in Menziken) ist ein Schweizer Soziologe, Philosoph und Ideengeschichtler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merz-Benz studierte Philosophie, Pädagogik, Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Zürich und wurde dort 1985 im Fach Soziologie zum Dr. phil. promoviert. Seine Dissertation erschien 1990 als Buch unter dem Titel „Max Weber und Heinrich Rickert. Die erkenntniskritischen Grundlagen der Soziologie“. 1994 habilitierte sich Merz-Benz mit einer Arbeit über Ferdinand Tönnies; seine Arbeit ist die erste und bisher einzige Habilitation über das Werk dieses soziologischen Klassikers.[1] Für sein Buch „Tiefsinn und Scharfsinn. Ferdinand Tönnies’ begriffliche Konstitution der Sozialwelt“ erhielt er 1996 den Spezialpreis des Premio Europeo Amalfi.

1998 und 2000 war er Professeur invité (Gastprofessor) an der École des hautes études en sciences sociales (EHESS) in Paris. 2001 wurde er zum Titularprofessor der Universität Zürich ernannt, seit 2002 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter mbA am Soziologischen Institut und am Philosophischen Seminar der Universität Zürich. 2018 wurde er emeritiert. Seine Abschiedsfeier fand im Juni 2018 statt.[2]

1994 gründete er zusammen mit Carsten Klingemann die Arbeitsgemeinschaft „Sozial- und Ideengeschichte der Soziologie“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) und ist seitdem deren Co-Sprecher. Seit 2010 ist er Mit-Herausgeber des „Jahrbuch für Soziologiegeschichte“. Zentrales Thema ist die „Soziologiegeschichte als Selbstexplikation der Soziologie“.

Seine Forschungsschwerpunkte sind die soziologische Theorie und Theoriegeschichte, die soziologische Ideengeschichte, die Religionssoziologie und die Kultursoziologie. Neben Arbeiten zu soziologischen Klassikern (wiederum Max Weber und Ferdinand Tönnies sowie, unter anderen, Georg Simmel, Karl Mannheim, Norbert Elias, Talcott Parsons und Alfred Weber) stehen Arbeiten zur Systemtheorie (Niklas Luhmann) und zur Kulturtheorie (Transkulturalität). Seit langem beschäftigt er sich auch mit der Genesis der Soziologie aus der Philosophie des Neukantianismus (Heinrich Rickert, Richard Hönigswald). Zurzeit gilt sein Hauptinteresse der Ausarbeitung eines Begriffs der soziologischen Bildung sowie der Begründung einer humanistischen Soziologie.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herausgeberschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl.: Redaktionelle Vorbemerkung, in: Tönnies-Forum, 6. Jahrgang, Heft 2, 1997, S. 37–38, hier S. 37.
  2. Abschiedsfeier Prof. Dr. Peter-Ulrich Merz-Benz am 6. Juni 2018, abgerufen am 2. April 2020