Microdesmidae

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Microdesmidae
Scherenschwanz-Torpedogrundeln (Ptereleotris evides)

Scherenschwanz-Torpedogrundeln (Ptereleotris evides)

Systematik
Ctenosquamata
Acanthomorphata
Stachelflosser (Euacanthomorphacea)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ordnung: Grundelartige (Gobiiformes)
Familie: Microdesmidae
Wissenschaftlicher Name
Microdesmidae
Regan, 1912

Die Microdesmidae sind kleine Fische aus der Ordnung der Grundelartigen (Gobiiformes), die im tropischen Indopazifik und im tropischen Westatlantik von der Karibik bis Brasilien vorkommen.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die verschiedenen Arten der Microdesmidae werden 4 bis 30 Zentimeter lang sind seitlich stark abgeflacht, langgestreckt, die Angehörigen der Unterfamilie der Wurmgrundeln sind aalförmig. Ihre Schuppen sind klein, cycloid und in der Haut eingebettet. Die Augen stehen seitlich am Kopf. Die Rückenflosse ist lang, erstreckt sich über den größten Teil des Körpers und kann bei den Wurmgrundeln mit der Schwanz- und der Afterflosse zu einem durchgehenden Flossensaum zusammengewachsen sein. Bei den übrigen, im Deutschen oft als Pfeil-, Schwert- oder Torpedogrundeln bezeichneten Arten, ist die Schwanzflosse von Rücken- und Afterflosse getrennt.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten der Microdesmidae leben als Einzelgänger, paarweise oder in kleinen Kolonien meist in Tiefen von 5 bis 50 Metern über offenen Sand- oder Schlammböden und in Korallenriffen leben. Wenige Arten gehen auch in Brack- oder Süßwasser. Sie ernähren sich von Zooplankton, vor allem von pelagischen Krebs- und Fischlarven, die sie 20 bis 100 Zentimeter über dem Boden mit undulierenden Bewegungen schwimmend, erbeuten. Bei Störungen verschwinden sie blitzschnell, kopfüber in selbst gegrabenen Höhlen oder in Verstecken im Riff, in denen sie auch ihre Eier legen. Wahrscheinlich betreiben sie Brutpflege. Die Larven sind transparent und leben pelagisch.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Microdesmidae wurde 1912 durch den britischen Ichthyologen Charles Tate Regan eingeführt. Zeitweise umfasste die Familie nur die Wurmgrundeln und die sogenannten Pfeilgrundeln wurden in die selbstständige Familie Ptereleotridae gestellt. Heute gehören auch die Pfeilgrundeln zu den Microdesmidae und werden dort meist in der Unterfamilie Ptereleotrinae geführt.[1] Diese ist jedoch paraphyletisch in Bezug auf die Wurmgrundeln (Microdesminae),[2] z.B. ist die Pfeilgrundelgattung Gunnellichthys näher mit den Wurmgrundeln verwandt als mit den übrigen Pfeilgrundeln.[3] Die Ptereleotrinae werden deshalb hier nicht als separate Unterfamilie aufgeführt.

Gattungen und Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FishBase gibt für die Familie 86 Arten (davon 31 Wurmgrundelarten) in zwölf Gattungen an:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ptereleotrinae auf Fishbase.org (englisch)
  2. Ptereleotridae auf Fishbase.org (englisch)
  3. Christine E. Thacker, Dawn M. Roje: Phylogeny of Gobiidae and identification of gobiid lineages. Systematics and Biodiversity (2011), 9(4): 329–347, ISSN 1478-0933 doi:10.1080/14772000.2011.629011

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wurmgrundeln (Microdesmidae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Pfeilgrundeln (Ptereleotridae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien