Knollen-Brandkraut

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Knollen-Brandkraut
Phlomis tuberosa habitus 2.jpg

Knollen-Brandkraut (Phlomoides tuberosa)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Lamioideae
Gattung: Phlomoides
Art: Knollen-Brandkraut
Wissenschaftlicher Name
Phlomoides tuberosa
(L.) Moench

Das Knollen-Brandkraut (Phlomoides tuberosa; Syn.: Phlomis tuberosa L.) ist eine Pflanzenart der Gattung Phlomoides in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Neuerdings wird diese Art nicht mehr zur Gattung Brandkräuter (Phlomis) gerechnet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Knollen-Brandkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wurzelknollen ausbildet und Wuchshöhen von 60 bis 150 Zentimeter erreicht. Die Stängel sind aufrecht, sie sind einfach oder oberwärts ästig. Die grundständigen Laubblätter bilden eine Rosette, sie sind lang gestielt. Die Spreite der unteren Blätter ist länglich-eiförmig bis dreieckig, am Grund sind sie herz- oder pfeilförmig. Der Blattrand ist grob kerbig gezähnt; die Blattoberseite ist runzelig und zerstreut behaart.

Die Scheinquirle sind reichblütig. Die Blüten sind 17 bis 20 mm lang und hell rotlila. Die Oberlippe der Krone ist mehr oder weniger gerade; die Unterlippe ist dreilappig und dunkelrot gezeichnet. Der Kelch ist fünfzähnig mit auswärts gekrümmten und bewimperten Zähnen. Die Teilfrüchte sind an der Spitze behaart.[1]

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli.[1]

Die Chromosomenzahl ist 2n = 22.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art kommt im warmen bis gemäßigten Mittel-, Ost-Europa und West-Asien bis Ost-Sibirien in Trockenwäldern, Trockengebüschsäumen und Steppen bis in Höhenlagen von 2300 Meter vor.[1] Es gedeiht in Mitteleuropa in Gesellschaften des Verbands Geranion sanguinei, aber auch in denen der Ordnungen Quercetalia pubescentis oder Festucetalia valesiacae.[2]

In Österreich tritt das Knollen-Brandkraut sehr selten im pannonischen Gebiet der Bundesländer Nordburgenland und Niederösterreich auf. Die Art gilt als stark gefährdet.[3] In Deutschland kam die Art früher bei Magdeburg vor.[4]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Knollen-Brandkraut wird selten als Zierpflanze für Staudenbeete genutzt.[1]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Yasaman Salmaki, Shahin Zarre, Olof Ryding, Charlotte Lindqvist, Agnes Scheunert, Christian Bräuchler, Günther Heubl: Phylogeny of the tribe Phlomideae (Lamioideae: Lamiaceae) with special focus on Eremostachys and Phlomoides: New insights from nuclear and chloroplast sequences. In: Taxon. Band 61, Nr. 1, 2012, S. 161–179, Abstract.
  • Helmut Gams: Labiatae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Pteridophyta, Spermatophyta. 2. Auflage. Band V. Teil 4: Angiospermae: Dicotyledones 3 (4) (Labiatae – Solanaceae). Carl Hanser bzw. Paul Parey, München bzw. Berlin/Hamburg 1964, ISBN 3-489-78021-3, S. 2255–2548 (unveränderter Nachdruck von 1927 mit Nachtrag).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Springer, Spektrum Akademischer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8, S. 509.
  2. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 800.
  3. Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 786.
  4. Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. 10., bearbeitete Auflage. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band. Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, München/Heidelberg 2005, ISBN 3-8274-1496-2, S. 614.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Knollen-Brandkraut – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien