Amlabaum

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Amlabaum
Amla (Phyllanthus emblica)

Amla (Phyllanthus emblica)

Systematik
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Phyllanthaceae
Unterfamilie: Phyllanthoideae
Tribus: Phyllantheae
Gattung: Phyllanthus
Art: Amlabaum
Wissenschaftlicher Name
Phyllanthus emblica
L.
Illustration von Phyllanthus emblica
Blütenstände
Steinfrucht und Steinkern

Der Amlabaum (Phyllanthus emblica, Syn.: Emblica officinalis) ist eine tropische Pflanze aus der Familie der Phyllanthaceae. Umgangssprachlich ist er auch unter den Namen Indische Stachelbeere, Myrobalanenbaum oder Myrobalan bekannt. Seine Frucht wird entweder als Indische Stachelbeere oder kurz als Amla bezeichnet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Amlabaum ist laubabwerfend und klein bis mittelgroß und erreicht eine Größe von 8 bis 23 Metern. Er besitzt einen krummen, bis 35 Zentimeter dicken Stamm und ausladende Äste. Die Borke ist braun bis gräulich und im Alter in größeren Stücken abblätternd. Die Zweige sind kahl oder fein behaart, 10 bis 20 Zentimeter lang und zum größten Teil mit Laub bedeckt.

Die kleinen, dicklichen Blätter sind fast sitzend, länglich, ganzrandig und kahl. Sie sind bis 1,5–2,5 Zentimeter lang, 4–5 Millimeter breit und unterseits heller, sowie abgerundet bis spitz oder mit minimaler, rötlicher Stachelspitze. Sie sitzen wechselständig, einzeln und dicht beieinander am Zweig. Es entsteht so der Eindruck von gefiederten Blättern. Es sind kleine Nebenblätter vorhanden.

Der Amlabaum ist einhäusig gemischtgeschlechtlich monözisch. Die eingeschlechtlichen Blüten mit einfacher Blütenhülle sind dreizählig und grünlich-gelb bis rötlich-weiß. Es sind jeweils sechs Kelchblätter in zwei Kreisen vorhanden. Die weiblichen Blüten stehen einzeln, weiter oben und die männlichen sind in größeren Gruppen, weiter unten, achselständig an den Zweigen oder an den Ansatzstellen von abgefallenen Zweigen. Bei den gestielten männlichen Blüten sind drei komplett verwachsene Staubblätter vorhanden. Bei den fast sitzenden weiblichen Blüten ist der dreikammerige Fruchtknoten oberständig, mit drei zur Hälfte verwachsenen, zweiästigen Griffeln, mit jeweils zweilappigen Narben an den Ästen. Und es ist ein Diskus vorhanden.

Die Steinfrucht ist kugelig, grünlich-gelb, ziemlich glatt und hart in der Erscheinung, mit sechs vertikalen Streifen oder Rippen. Sie ist bis 2,5–4 Zentimeter groß und der gelbliche, rundliche, bis 1,2 Zentimeter große und rippige Steinkern enthält drei Fächer mit jeweils zwei glatten, braunen und länglichen, halbrunden, bis 4–6 Millimeter großen Samen.[1] Die Früchte erreichen ihre volle Reife im Herbst und werden traditionell von Hand geerntet. Der Geschmack ist sauer, bitter und zusammenziehend, und sie sind ziemlich faserig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 52.[2]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Amla-Baum kommt ursprünglich aus Indien, wächst aber in verschiedenen tropischen, subtropischen und gemäßigten Gebieten.[3]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Indische Stachelbeere ist eines der drei Bestandteile von Triphala.

In Indien ist es üblich, die Stachelbeeren zum Essen in Salzwasser mit Kurkuma einzuweichen, um den sauren Früchten auf diese Weise einen angenehmen Geschmack zu verleihen. Außerdem wird die Amla-Frucht auch zum Glätten der Haare benutzt.

Namen in anderen Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten fremdsprachigen Namen sind:

  • aanla in Oriya
  • aamla (આમળા) in Gujarati
  • aavalaa (आवळा) (or awla) in Marathi
  • avaaLo (आवाळो) in Konkani
  • aamla (आँवला) in Hindi
  • amala in Nepali
  • amalaka | amlaki | aamlaki in Sanskrit
  • amloki (আমলকী) in Bengali
  • amlakhi in Assamesisch
  • haliilaj oder ihliilaj im Arabischen wurde von ihliilaji abgeleitet, was so viel heißt wie ‚elliptisch‘ und sich höchstwahrscheinlich auf die Form der Frucht bezieht
  • heikru in Manipuri
  • nelli (නෙල්ලි) in Sinhala
  • nellikka (നെല്ലിക്ക) in Malayalam
  • nellikkai (நெல்லிக்காய்/ ನೆಲ್ಲಿ ಕಾಯಿ/ ಗುಡ್ದದ ನೆಲ್ಲಿ)(oder nellikkaai, nellikaayi) in Tamil und Kannada
  • mak kham bom in Lao
  • ma kham pom (มะขามป้อม) in Thai
  • olay in Punjabi
  • usiri (ఉసిరి కాయ) (or usirikai) in Telugu
  • Anmole (庵摩勒) in Chinesisch

Medizinische Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Indische Stachelbeere ist sehr gut erforscht und ihr werden in vitro antivirale und antimikrobielle Eigenschaften nachgesagt.[4]

2009 konnten D. Chakraborty und R. Verma in einem Experiment zeigen, dass die Spermienqualität von Mäusen, welche mit Ochratoxin vergiftet und mit Emblica-officinalis-Extrakt behandelt wurden, sich besserte im Vergleich zu den mit Ochratoxin vergifteten Kontrollmäusen. Diese Verminderung der Ochratoxin-verursachten Schäden durch Emblica officinalis könnte durch einen möglichen antioxidativen Effekt von Emblica erklärt werden.[5]

Luo und Mitarbeiter konnten 2011 zeigen, dass die getesteten phenolischen Komponenten der Emblica officinalis eine Radikalfängeraktivität hatten.[6]

Bei durch Isoproterenol induzierten Myokardinfarkten von Ratten entdeckten Ojha und Mitarbeiter 2011, dass bei peroraler Gabe von Amla-Extrakt in höheren Dosen der systolische und diastolische arterielle Blutdruck, der durchschnittliche arterielle Blutdruck und die Herzfrequenz im Vergleich zu den nur mit Isoproterenol induzierten Kontrollmäusen erhöht werden konnte.[7]

Ein ex-vivo-Test von Shashidhara und Mitarbeitern mit Ziegenaugen zeigte 2012 eine verminderte Linsentrübung, wenn die Augen in einer Lösung aus Glucose und Triphala-Extrakt sind – im Vergleich zur Glucoselösung.[8]

In einem In-vitro-Versuch zeigten Philip und Mitarbeiter 2012, dass der Amla-Extrakt in hohen Konzentrationen eine Wachstumshemmung bei Salmonellen und in niedrigen Konzentrationen eine Wachstumshemmung bei Shigellen verursacht.[9]

Muthuraman und Mitarbeiter zeigten 2012 in einem akuten Entzündungsmodell bei Ratten, dass bei hohen Konzentrationen an freien bzw. gebundenen phenolischen Verbindungen eine Ödemreduktion stattfand.[10]

Bei niedriger Dosierung des Amla-Extraktes zeigen Mäuse eine Verbesserung in dem forced swim test und dem tail suspension test, was auf eine antidepressive Wirkung hindeutet.[11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • D. Cardon, P. C. M. Jansen: Dyes and Tannins. Plant Resources of Tropical Africa 3, PROTA, 2005, ISBN 90-5782-159-1, S. 121–124.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Phyllanthus emblica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Phyllanthus emblica bei Pitchandikulam Forest Virtual Herbarium, abgerufen am 29. April 2019 (Mit einer Auswahl im Menu rechts).
  2. Phyllanthus emblica bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  3. Ernst Schrott: Ayurveda für jeden Tag. Mosaik, München 2001, ISBN 3-576-11616-8.
  4. S. Saeed, P. Tariq: Antibacterial activities of Emblica officinalis and Coriandrum sativum against Gram negative urinary pathogens. In: Pak J Pharm Sci. Band 20, Nr. 1, Januar 2007, S. 32–35, PMID 17337425.
  5. D. Chakraborty, R. Verma: Spermatotoxic effect of ochratoxin and its amelioration by Emblica officinalis aqueous extract. In: Acta Poloniae Pharmaceutica - Drug Research. 66(6), 2009, S. 689–695, PMID 20050533.
  6. W. Luo, M. Zhao, B. Yang, J. Ren, G. Shen, G. Rao: Antioxidant and Antiproliferative capacities of phenolic purifided from Phyllanthus emblica L. fruit. In: Food Chemistry. 126(1), 2011, S. 277–282, doi:10.1016/j.foodchem.2010.11.018.
  7. S. Ojha, M. Golechha, S. Kumari, D. S. Arya: Protective effect of Emblica officinalis(amla) on isoproterenol-induced cardiotoxicity in rats. In: Toxicology and Industrial Health. 28(5), 2011, S. 399–411, doi:10.1177/0748233711413798.
  8. S. C. Shashidhara, K. C. Bharath Raj, B. J. Aswathanarayanha: A comparative study of anti-cataract activity of Triphala and its constituents. In: International Research journal of Pharmacy. 3(5), 2012, S. 407–410.
  9. J. Philip, S. John, P. Iyer: Antimicrobial Activity of Aloevera berbedensis, Daucus carota, Emblica officinalis, Honey and Punica granatum and Formulation of a Health Drink and Salad. In: Malaysian Journal of Microbiology. 8(3), 2012, S. 141–147.
  10. A. Muthuraman, S. Sood, S. K. Singla: The antiinflammatory potential of phenolic compouns from Emblica officinalis L. in rats In: Inflammopharmacol. 19(6), 2010, S. 327–334, doi:10.1007/s10787-010-0041-9.
  11. D. Dhingra, P. Joshi, A. Gupta, R. Chhillar: Possible Involvemend of Monoaminergic Neutransmission in Antidepressent-like Activity of Emblica officinalis Fruit in Mice. In: CNS Neuroscience and Therapeutics. 18(5), 2012, S. 419–425, doi:10.1111/j.1755-5949.2011.00256.x.