Picpus (Métro Paris)

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Metro-M.svg Picpus
Metro 6 Picpus quais.JPG
Tarifzone 1
Linie(n) 06Paris m 6 jms.svg
Ort Paris XII
Eröffnung 1. März 1909
Von Hector Guimard im Stil des Art nouveau gestalteter einziger Zugang

Der U-Bahnhof Picpus ist eine unterirdische Station der Linie 6 der Pariser Métro.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Station befindet sich am nordöstlichen Rand des Quartier de Picpus im 12. Arrondissement von Paris. Sie liegt längs unter der Avenue de Saint-Mandé westlich deren Kreuzung mit dem Boulevard de Picpus.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namengebend ist der Boulevard de Picpus, dessen Name sich auf den ehemaligen Weiler Picpus (bzw. Piquepusse) bezieht. Namensherkunft und -bedeutung sind nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise gehen sie auf eine Epidemie zurück, deren Symptome Flohstichen (fr: piqûres de puce) ähnelten.[1]

Zunächst trug die Station nach der darüberliegenden Straße den Namen „Saint-Mandé“. 1937 wurde der Name geändert, um Verwechslungen mit der 1934 eröffneten Station Tourelle (seit 1937: Saint-Mandé — Tourelle) der Linie 1 zu vermeiden. Der „heilige“ Mendé war ein bretonischer Eremit des 7. Jahrhunderts, dessen Reliquien in die Region Paris verbracht wurden.[2]

Die Station trägt den Beinamen „Courteline“. Georges Courteline (1858–1929), nach dem die kleine Grünanlage Square Courteline (im Mittelstreifen des Boulevard de Picpus sowie inmitten dessen Kreuzung mit der Avenue de Saint-Mandé) benannt wurde, war Romancier und Dramatiker, Mitglied der Ehrenlegion und der Académie Goncourt.

Geschichte und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Station wurde am 1. März 1909 von der Compagnie du chemin de fer métropolitain de Paris (CMP) in Betrieb genommen, als deren Strecke von Nation bis Place d’Italie eröffnet wurde.[Anm. 1] Diese war der erste und zugleich letzte neu eröffnete Abschnitt der Linie 6.[Anm. 2] Im Juli 1974 wurde die Linie 6 auf den Betrieb mit gummibereiften Zügen umgestellt.[3]

Die 75 m lange[4] Station liegt unter einem verputzten, weiß gestrichenen elliptischen Deckengewölbe. Sie hat 4 m breite Seitenbahnsteige an zwei Streckengleisen und weiß geflieste Seitenwände, die der Krümmung der Ellipse folgen.[5][Anm. 3] Der einzige Zugang liegt an der Südseite der Avenue de Saint-Mandé westlich der o. g. Kreuzung, er wurde von Hector Guimard im Stil des Art nouveau gestaltet.

Östlich der Station führt die Strecke in einer engen Kurve von ca. 90° unter den Boulevard de Picpus. Unweit des westlichen Stationsendes beginnt die östliche Endschleife der Linie 6.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor 1974 verkehrten auf der Strecke Züge der Bauart Sprague-Thomson. Seit der Umstellung der Linie 6 auf gummibereifte Fahrzeuge laufen dort aus drei Trieb- und zwei Beiwagen[Anm. 4] zusammengesetzte Züge der Baureihe MP 73.

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe der Station liegt der Friedhof Cimetière de Picpus. Er beherbergt die Massengräber von 1306 Menschen, die während der Terrorherrschaft vom 14. Juni bis zum 27. Juli 1794 auf der heutigen Place de la Nation mit der Guillotine hingerichtet wurden.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Strecke wurde bereits im Jahr 1906 fertiggestellt, jedoch aufgrund des geringen erwarteten Fahrgastaufkommens zunächst nicht eröffnet
  2. Ihre Fortsetzung bis Étoile ging unter der Liniennummer 2 Sud bereits zwischen 1900 und 1906 in Betrieb, gehört aber erst seit 1942 zur Linie 6
  3. Die Seitenwände ähnlicher Stationen der konkurrierenden Gesellschaft Nord-Sud verlaufen im unteren Bereich geradlinig vertikal
  4. An jedem Zugende läuft ein Triebwagen mit einseitigem Führerstand, dazwischen sind ein führerstandsloser Trieb- und zwei unmotorisierte Beiwagen eingereiht

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Picpus (Paris Metro) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gérard Roland: Stations de métro d'Abbesses à Wagram. Christine Bonneton, Clermont-Ferrand 2011, ISBN 978-2-86253-382-7, S. 161.
  2. Gérard Roland: op. cit., S. 194.
  3. Jean Tricoire: Un siècle de métro en 14 lignes. De Bienvenüe à Météor. La Vie du Rail, Paris 2004, ISBN 2-902808-87-9, S. 211
  4. Brian Hardy: Paris Metro Handbook. 3. Auflage. Capital Transport Publishing, Harrow Weald 1999, ISBN 1-85414-212-7, S. 36.
  5. Jean Tricoire: op. cit., S. 43.
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Koordinaten: 48° 50′ 43″ N, 2° 24′ 2″ O