Pinus henryi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Pinus henryi
Pinus henryi in Wulingyuan, Provinz Hunan

Pinus henryi in Wulingyuan, Provinz Hunan

Systematik
Ordnung: Koniferen (Coniferales)
Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
Unterfamilie: Pinoideae
Gattung: Kiefern (Pinus)
Untergattung: Pinus
Art: Pinus henryi
Wissenschaftlicher Name
Pinus henryi
Mast.

Pinus henryi ist ein Nadelbaum aus der Gattung der Kiefern (Pinus) mit paarweise wachsenden, 7 bis 12 Zentimeter langen Nadeln. Die Samenzapfen erreichen eine Länge von 2,5 bis 5 Zentimetern. Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in mehreren Provinzen in China. Die Art wird in der Roten Liste der IUCN als gering gefährdet eingestuft. Häufig wird sie als Varietät Pinus tabuliformis oder Pinus massoniana zugerechnet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erscheinungsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pinus henryi wächst als immergrüner, bis zu 25 Meter hoher Baum. Der Stamm bildet eine durchgehende Achse und erreicht Brusthöhendurchmesser von bis zu 1 Meter. Die Stammborke ist graubraun und unter Witterungseinfluss grau, schuppig und zerbricht in große unregelmäßig geformte Platten, die in großen oder kleinen Teilen abblättern. Die Äste sind verdreht, ausgebreitet oder nach unten gebogen und bilden eine kuppelförmige bis flache Krone. Benadelte Zweige sind steif, unbehaart und werden durch die nach dem Abwerfen der Nadeln zurück bleibenden Pulvini rau. Junge Triebe sind im ersten Jahr rötlich braun und meist glauk[1], sie werden später hellbraun, graubraun oder grau.[2]

Knospen und Nadeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vegetativen Knospen sind länglich, spitz und leicht harzig. Endständige Knospen sind etwa 20 Millimeter lang. Die Schuppenblätter wachsen angedrückt und sind blassbraun. Die Nadeln wachsen paarweise in einer 10 bis 15 Millimeter langen, bleibenden, basalen Nadelscheide. Die Nadeln sind grün, abstehend, gerade oder gebogen, weich, 7 bis 12 Zentimeter lang, 0,7 bis 1 Millimeter breit und häufig leicht verdreht. Der Nadelrand ist fein gesägt, das Ende spitz oder zugespitzt. Auf allen Nadelseiten gibt es Spaltöffnungslinien. Die Nadeln bleiben zwei bis drei Jahre am Baum.[2]

Zapfen und Samen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pollenzapfen wachsen spiralig angeordnet in Gruppen an der Basis junger Triebe. Sie sind gelb, kurz zylindrisch und etwa 2 Zentimeter lang.[2]

Die Samenzapfen wachsen einzeln oder in Paaren an kurzen Stielen. Ausgewachsene Zapfen sind geschlossen eiförmig, beinahe symmetrisch, 2,5 bis 5 Zentimeter lang und haben geöffnet Durchmesser von 2,5 bis 5 Zentimetern. Die Samenschuppen sind braun, dünn holzig, steif und länglich bis verkehrt eiförmig. Mit Ausnahme der an der Basis wachsenden Schuppen öffnen sie sich weit und biegen sich zurück. Die Apophyse ist anfangs grün und bei Reife glänzend oder rötlich braun, im Umriss unterschiedlich geformt und nur leicht erhöht. Sie ist entweder quer gekielt oder zeigt vier radiale Grate.[2] Der Umbo ist abgesenkt und mit einem kleinen Stachel bewehrt.[3] Die Zapfen bleiben noch mehrere Jahre nach der Abgabe der Samen am Baum.[2]

Die Samen sind blassbraun und häufig gefleckt, eiförmig-länglich, 3,5 bis 5 Millimeter lang und 2 bis 3 Millimeter breit. Der Samenflügel ist dunkelbraun, 9 bis 12 Millimeter lang und 4 bis 5 Millimeter breit.[3]

Verbreitung und Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Pinus henryi liegt in China im Westen der Provinz Hubei, in Chongqing[3] und Hunan, im Süden von Shaanxi und im Nordosten von Sichuan.[4][1] Die Art ist in den Gebirgen Zentralchinas in mittleren Lagen häufig und wächst in Höhen von 1100 bis 2000 Metern. Sie bevorzugt trockene, sonnige Hänge und Hügel, wo die Konkurrenz durch Laubbäume geringer ist, da die Wälder offener und weniger hoch sind als in feuchteren Gebieten. Es handelt sich auch um eine Pionierpflanze sekundärer Wälder, wo man sie zusammen mit laubabwerfenden Sträuchern und Bäumen findet, die sie jedoch später häufig verdrängen.[3]

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Roten Liste der IUCN wird Pinus henryi als gering gefährdet („Near Threatened“) eingestuft. Entwaldung und das Abholzen der Wälder für die lokale Verwendung verringern die Bestände, doch gibt es auch Populationen in geschützten Gebieten.[5]

Systematik und Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pinus henryi ist eine Art aus der Gattung der Kiefern (Pinus), in der sie der Untergattung Pinus, Sektion Pinus, Untersektion Pinus zugeordnet ist.[6] Die Art wurde 1902 von Maxwell Tylden Masters als Pinus henryi erstbeschrieben.[7] 1983 wurde sie von Chung Tian Kuan als Varietät Pinus tabuliformis var. henryi der Gattung Pinus tabuliformis zugerechnet.[8] Die Einordnung wurde von der Flora of China[1] und von James E. Eckenwalder[9] übernommen. Roman Businský stellte sie 1999 als Unterart zu Pinus tabuliformis. Das Taxon wurde auch als Varietät Pinus massoniana zugeordnet. Aljos Farjon[3], IUCN[5] und Plant List[10] sehen das Taxon jedoch als eigene Art.

Pinus henryi ähnelt Pinus tabuliformis, unterscheidet sich von dieser jedoch durch die schmäleren Nadeln, die nicht dicker als 1 Millimeter werden, die kleineren Samenzapfen und die nur leicht erhöhte Apophyse. Von Pinus massoniana unterscheidet sie sich durch die deutlich kürzeren Nadeln, die kleineren, beinahe rundlich-eiförmigen Zapfen und die kürzeren Samenflügel.[5]

Der Gattungsname Pinus wurde schon von den Römern für mehrere Kiefernarten verwendet.[11] Das Artepitheton henryi erinnert an den englischen Dendrologen Augustine Henry (1857–1930), der schon früh die Pflanzen Chinas erforschte.[2]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Holz von Pinus henryi hat ähnliche Eigenschaften wie jenes von Pinus tabuliformis, doch ist die Art weniger häufig und daher auch ein weniger wichtiger Holzlieferant. Die Art wird gar nicht oder nur selten kultiviert und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts auch nicht, wie viele andere chinesische Arten, in Europa eingeführt.[3]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. Band 2. Brill, Leiden-Boston 2010, ISBN 978-90-04-17718-5, S. 609, 685–686.
  • James E. Eckenwalder: Conifers of the World. The Complete Reference. Timber Press, Portland, OR/London 2009, ISBN 978-0-88192-974-4, S. 483.
  • Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 4: Cycadaceae through Fagaceae. Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 1999, ISBN 0-915279-70-3, S. 18 (englisch).
  • Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 487 (Nachdruck von 1996).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Liguo Fu, Nan Li, Thomas S. Elias, Robert R. Mill: Pinus tabuliformis var. henryi, in Flora of China, Band 4, S. 18
  2. a b c d e f Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. Band 2, S. 685
  3. a b c d e f Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. Band 2, S. 686
  4. Pinus tabuliformis var. henryi. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 1. Dezember 2013 (englisch).
  5. a b c Pinus henryi in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013. Eingestellt von: A. Farjon, 2010. Abgerufen am 1. Dezember 2013.
  6. Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. Band 2, S. 609
  7. Pinus henryi. In: The International Plant Name Index. Abgerufen am 1. Dezember 2013 (englisch).
  8. Pinus tabuliformis var. henryi. In: The International Plant Name Index. Abgerufen am 1. Dezember 2013 (englisch).
  9. James E. Eckenwalder: Conifers of the World, S. 483
  10. Pinus henryi. In: The Plant List. Abgerufen am 1. Dezember 2013.
  11. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. S. 487

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pinus henryi bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis Abgerufen am 1. Dezember 2013.