Plasmabildschirm

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Ein Plasmabildschirm (englisch PDP für Plasma Display Panel) ist ein Farb-Flachbildschirm, der das verschiedenfarbige Licht mit Hilfe von Leuchtstoffen erzeugt, die durch das von Gasentladungen erzeugte Plasma angeregt werden. Plasmabildschirme wurden hauptsächlich ab 1997 als große (ab 42 Zoll Bildschirmdiagonale) Fernseh-Anzeigegeräte eingesetzt. Im Fernsehermarkt spielen sie seit 2015 keine Rolle mehr.

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plasma (von griechisch „Gebilde“) ist ionisiertes Gas, das neben neutralen Teilchen auch freie Ionen, angeregte Atome und Elektronen enthält. Plasmen senden aufgrund spontaner Emission angeregter Atome sichtbares Licht und Ultraviolettstrahlung aus.

Beim Plasmabildschirm macht man sich die Emission von UV-Strahlen durch ein Niederdruckplasma zunutze. Die Funktionsweise ähnelt der einer Leuchtstofflampe. In solchen Lampen werden Leuchtstoffe durch Ultraviolettstrahlung des Quecksilberdampf-Plasmas zur Emission von sichtbarem Licht angeregt. Bei Plasmadisplays verwendet man dagegen Edelgase.

Aufbau des Farbbildschirms[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schematische Darstellung des Aufbaus eines Plasmabildschirmes

Zwischen zwei Glasplatten befinden sich sehr viele kleine Kammern. Jeweils drei Kammern ergeben bei dem Farbbildschirm einen Bildpunkt, ein sogenanntes Pixel.

Jede der drei Kammern leuchtet in einer der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Die Farben entstehen durch additive Farbmischung, das heißt durch Mischung der drei Grundfarben (z. B. Gelb durch Mischung aus grünem und rotem Licht, was beim Plasmabildschirm durch das Leuchten der entsprechenden Kammern bewerkstelligt wird). Jede Kammer ist mit einem Edelgasgemisch aus Neon und Xenon gefüllt, wobei der Druck wesentlich niedriger ist als der normale Luftdruck, es ist also ein „Beinahe-Vakuum“. Manche Hersteller mischen zudem Helium bei. Der Anteil von Xenon beträgt ca. 3 % bis 5 %.

Zur Erzeugung eines Bildes wird jede Kammer individuell mit einem zugehörigen Transistor „gezündet“, d. h., das Gas wird kurzzeitig ionisiert, es wird zum Plasma. Die Grundfarben in den Kammern werden durch verschiedene Leuchtstoffe (Phosphore) erzeugt, sobald die vom Plasma emittierte Ultraviolettstrahlung (Vakuum-Ultravioletter Bereich, 140 bis 190 nm) auf die Leuchtstoffe trifft. Das Ultraviolett selbst ist nicht sichtbar. Die Leuchtstoffe wandeln die VUV-Strahlung in sichtbares Licht mit der je nach Leuchtstoff unterschiedlichen Farbe um.

Jede Farbe wird von einem anderen Leuchtstoff erzeugt: BaMgAl10O17:Eu2+ (blau), Zn2SiO4:Mn2+ (grün) und (Y,Gd)BO3:Eu3+ (rot; kann auch von Y(V,P)O4:Eu3+ oder Y2O2S:Eu3+ erzeugt werden). Um nicht nur die diskreten Zustände „an“ (gezündet) und „aus“, sondern auch dazwischen liegende Helligkeitsstufen zu erzeugen, werden die Kammern in kurzen Abständen (Intervallen) gezündet. Dabei wird die Dauer einer Zündung variiert, um die Helligkeit zu variieren. Je länger eine Kammer gezündet ist, desto heller leuchtet sie.

Das Gas zwischen den beiden Glasplatten ist stark verdünnt, dadurch sind niedrige Plasmatemperaturen möglich. Zur Zündung sind Spannungen von einigen hundert Volt erforderlich. Auf der unteren dielektrischen Schicht (Glasplatte, also eine Isolationsschicht) sitzt ein Reihen-/Adress-Elektrodenstreifen, der zusammen mit den oberen Zeilenelektroden die Ansteuerung jeder Kammer ermöglicht (jede Kammer sitzt am Kreuzungspunkt einer Adress- und einer oberen Elektrode). In der Kammer selbst befinden sich der Leuchtstoff (aufgetragen auf die dielektrische Schicht und die Barrieren) und das Gasgemisch bzw. das Plasma. Eine Schutzschicht hat die Aufgabe, die obere dielektrische Schicht und die dort befindlichen transparenten Elektroden zu schützen. Die beiden Elektroden können aufgrund der sie schützenden dielektrischen Schichten nur mit einem an ihnen anliegenden Impuls eine Gasentladung in der Kammer erzeugen – die Impulsparameter bestimmen die Helligkeit der jeweils abgestrahlten Farbe.

Plasmabildschirme werden mittels Sandwichbauweise gefertigt.

Die Adress-Elektroden sind vertikal und die Line-Elektroden horizontal angeordnet. Durch das so entstehende Gitter (auch Matrix genannt) kann man die einzelnen Kammern mit dem Multiplexverfahren steuern. Während man bei nur einer Elektrodenschicht jeweils nur eine Reihe ansteuern könnte, ist es mit einem Gitter (jeder Kreuzungspunkt entspricht einer Kammer) möglich, jede Kammer separat zu steuern.

Der blaue Leuchtstoff hat unter VUV-Bestrahlung eine geringere Stabilität.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plasmabildschirm des PLATO V (1981)

Der erste funktionsfähige Plasmabildschirm wurde im Jahre 1964 von Donald L. Bitzer und H. Gene Slottow für das Großrechnersystem Plato IV der University of Illinois entwickelt. Plasmaschirme hatten gegenüber Röhrenbildschirmen den Vorteil, dass sie direkt digital angesteuert werden konnten; zudem waren sie recht langlebig und platzsparend. Für einige Jahre wurden Plasmadisplays daher im Großrechner-Sektor häufig eingesetzt. Monochrome Plasmabildschirme bzw. Displays wie der abgebildete Plasmamonitor des PLATO V verwenden im Gegensatz zu farbfähigen Plasmabildschirmen keine verschiedenfarbigen Leuchtstoffe. Es wird pro Pixel nur eine Kammer verwendet, welche mit dem Edelgas Neon gefüllt ist. Dadurch ergibt sich der orange-rote Farbton. Die Funktionsweise beruht auf der Glimmentladung und ist identisch wie bei einer Glimmlampe.

Der technische Fortschritt und verringerte Herstellungskosten verhalfen in den 1970er Jahren jedoch dem Röhrenmonitor als Computer-Anzeigeeinheit zum Durchbruch. Plasmabildschirme wurden seitdem nur noch für wenige Spezialzwecke eingesetzt.

Als zu Beginn der 1980er Jahre die ersten Laptops entwickelt wurden, griffen einige frühe Hersteller, darunter GRiD, Toshiba und Chicony Electronics, zur Ausstattung ihrer tragbaren Rechner auf die Plasmaschirm-Technik zurück, da sie sehr flache und kompakte Gehäuseformen bei angemessen großer Bilddiagonale ermöglichte und unter ergonomischen Gesichtspunkten (Blickwinkel, Kontrast) den ersten Flüssigkristallbildschirmen weit überlegen war. Der hohe Stromverbrauch der Plasmadisplays machte allerdings einen netzunabhängigen Betrieb weitgehend unmöglich; zudem blieb ihr Einsatz aus Kostengründen auf teure Geräte beschränkt. Da hochauflösende Farb-Plasmaschirme technisch nicht zu realisieren waren und bei der Entwicklung besserer LCDs große Fortschritte gelangen, verschwanden die Plasma-Laptops um 1990 vom Markt.

Etwa zur gleichen Zeit begannen mehrere Unterhaltungselektronik-Konzerne mit der Entwicklung von Farb-Plasmabildschirmen für Fernsehgeräte. Das erste Farb-Plasmadisplay mit einer Bilddiagonale von 21 Zoll wurde 1992 von Fujitsu vorgestellt; bis zur Entwicklung marktreifer Displays vergingen danach einige Jahre.

1997: Anfang der Massenproduktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Fernsehgerät mit Plasmabildschirm brachten 1997 Philips und Pioneer auf den Markt. Zum kommerziellen Durchbruch für die Technik trugen die Olympischen Winterspiele von 1998 bei: Ein japanischer Fernsehsender benötigte damals große Flachbildschirme für das hauseigene HDTV-Angebot.

Im Jahre 1998 begann Samsung die Produktion und den Verkauf von Plasmafernsehern,[1] im Jahr 2000 folgte Panasonic und war bis 2012 der Marktführer für Plasmafernseher.

2014: Ende der Massenproduktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2008 gab der TV-Hersteller Pioneer bekannt, künftig auch LCD-TVs anzubieten, seine Plasma-Panels nicht mehr selbst herzustellen[2] und diese zukünftig von Panasonic (Matsushita) zu beziehen.[3] Pioneers letzte Generation des High-End-Fernsehers Kuro wie beispielsweise der Pioneer Kuro KRP-600A gilt unter Experten unter allen Plasmafernsehern bis heute als Referenz für Bildqualität.[4] Im September 2008 kündigte auch Hitachi an, die Panel-Fertigung einzustellen.[5] Der japanische Elektronikhersteller Pioneer zog sich endgültig 2009 aus der Produktion von Plasma-Fernsehern zurück.[6] Letztlich verblieb Panasonic als letzter japanischer Hersteller von Plasma-TVs.[7] Mit der letzten Plasma-Fernseher-Generation von Panasonic, der 60er Serie wie dem TC-P60ZT60, TC-P60VT60 und TC-P60ST60 kündigte der Hersteller an, den Pioneer Kuro KRP-600A als Bildqualität-Referenz abgelöst zu haben.[8] So wurden beispielsweise 2013 vom TV Shootout, einem jährlich Fernsehneugeräte-Wettkampf in Städten wie New York, London oder Las Vegas, von einer Jury von Experten und einem Publikum die Fernseherserien Panasonic ZT60 und die Samsung F8500 für die beste Bildqualität unter allen Neugeräten (LCD-, LED- und Plasmafernseher) am Markt geehrt. Der Panasonic erhielt vom Publikum sowie der Experten-Jury die bessere Schwarzwert- und Farbbewertung, der Samsung erhielt vom Publikum und der Panasonic von der Experten-Jury im Gesamtergebnis die beste Bewertung.[9] 2013 stellte auch Panasonic die Produktion von Plasmafernsehern ein,[10] 2014 folgten die koreanischen Hersteller Samsung und LG.[11] Alle Hersteller begründeten den Stopp der Produktion mit der Weiterentwicklung und der viel höheren Nachfrage nach Flüssigkristall-LED-Fernsehern, OLED und Micro-LED, weshalb sich die Weiterentwicklung und Produktion von Plasmabildschirmen für die Hersteller nicht mehr lohne, obwohl Panasonic, welche auch gleichzeitig LCD-Fernseher hergestellt haben, die Plasma-Technologie, bis dahin, als bisherige Referenz für Bildqualität angab.[12]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorteile gegenüber LED-LCD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Prinzipbedingter Vorteil der Plasma-Technologie ist der vertikal und horizontal nahezu unbegrenzt große Blickwinkel ohne Farb- und Kontrastbeeinträchtigungen.
  • Ein weiterer Vorteil ist die extrem kurze Reaktionszeit der einzelnen Bildzellen, welche im Nanosekunden-Bereich liegt, wodurch die Bewegungsschärfe deutlich besser als bei Flüssigkristallanzeigen (LED-LCD) ist.
  • Der deutlich höhere Kontrast und die tieferen Schwarzwerte galten lange Zeit als Hauptvorteil von Plasmabildschirmen. Durch die deutlich tieferen und detailreicheren Schwarzwerte der Plasmageräte werden diese in dunklen Räumen subjektiv als kontraststärker und Bilder mit dunklen Inhalten als detailreicher dargestellt empfunden. Dies ist heute allerdings nicht mehr allgemein gültig. Der statische Kontrast bei der letzten Generation Plasmafernsehern schwankte je nach Gerät zwischen 500:1 und 6.000.000:1 wie beim Panasonic Plasma TX-P60ZT60 aus dem Jahre 2013. Der statische Kontrast bei LCD-Fernsehern variiert ebenfalls von Gerät zu Gerät stark und kann heute zwischen 500:1 und 1.000.000:1 liegen wie beim LG 86 Zoll 8K QNED Mini LED TV mit 2.500 local dimming zones aus dem Jahre 2021. Der Grund dafür ist die Weiterentwicklung der LC-Schicht und der aufwändige Einsatz von Full Array Mini LED mit Local Dimming, denn mit genügend Dimmzonen der Hintergrundbeleuchtung können bei LCD-Fernsehern ebenfalls sehr hohe und detailreiche Kontraste mit tiefen Schwarzwerten erzielt werden. Weil aber die Anzahl der dimming zones deutlich kleiner als die Anzahl der Pixel ist, können erkennbare Blooming-Nebeneffekte entstehen und die Fernseher sind durch den komplexeren Aufbau teuerer.
  • Die deutlich bessere Farbdarstellung galt lange Zeit als Hauptvorteil von Plasmabildschirmen. Dies ist heute allerdings nicht mehr allgemein gültig. Die Farbdarstellung der LCD-Bildschirme konnte sich in den letzten Jahren anhand von IPS-Panel und Quantum Dots deutlich verbessern.

Durch neue Entwicklungen und Technologien bei OLED- und Flüssigkristallanzeigen durch Full Array Local Dimming in Kombination mit Dual Layer und Quantum Dots, die etwa zwischen 2017 und 2021 eingeführt wurden, können nun mit LED-LCDs extrem hohe Kontraste, tiefe und detailreiche Schwarzwerte und eine sehr gute Farbdarstellung erzielt werden, sodass Plasma-Geräte, welche seit 2014 nicht mehr hergestellt werden, mittlerweile (2021) kaum noch Vorteile gegenüber sehr hochwertigen LCD-Geräten und fast keine Vorteile gegenüber OLED mehr haben.

Nachteile gegenüber LED-LCD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Durch die deutlich höhere Leuchtkraft der LED-Hintergrundbeleuchtung können LCD-Geräte vor allem bei Tage subjektiv als kontraststärker empfunden werden.
  • Früher wurde angegeben, dass Plasmadisplays nach durchschnittlich 30.000 Stunden sichtbar an Leuchtkraft verlieren (was einige Kaufinteressenten zu einem LCD tendieren ließ); im Jahr 2011 wurde ein Wert von 60.000 Stunden genannt.[13] Dagegen verlieren LED-Bildschirme nach 20.000 Stunden nur leicht an Leuchtkraft.
  • Der Stromverbrauch eines Plasmabildschirms hängt – anders als bei LCD-Fernsehern – stark vom dargestellten Bild ab und verhält sich dynamisch: Ein dunkles Motiv verbraucht wesentlich weniger Strom als ein helles. Tendenziell hatten 2014 LED-LCD-Geräte die deutlich niedrigeren Energieverbräuche und bessere Energielabels.
  • Nachteile gegenüber LCD-Geräten sind u. a. die Gefahr einbrennender und das Nachleuchten statischer Bildinhalte. Dieses Problem haben auch OLED-Geräte.
  • Plasmabildschirme sind durch das Plasmarauschen minimal unschärfer als LCD-Geräte.
  • Es können Phänomene wie das line bleeding auftreten.
  • Nach Berichten von Funkamateuren senden Plasmabildschirme breitbandige elektromagnetische Strahlungen aus, die im näheren Umkreis den Empfang im Mittel- und Kurzwellenbereich stören.[14][15] Sie selbst sind – anders als Röhrengeräte – unempfindlich gegenüber Magnetfeldern. Deshalb kann man auch Lautsprechersysteme mit nicht abgeschirmten Magneten unmittelbar neben dem Bildschirm platzieren, ohne Bildstörungen zu verursachen.
  • Kleine hochauflösende Bildschirme können nicht hergestellt werden, da die Pixel eine Mindestgröße benötigen. Deshalb wurden keine Full-HD Fernseher in Größen unter 42 Zoll hergestellt.

Nachteile gegenüber OLED[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • OLED-Bildschirme sind leichter und dünner im Vergleich zu Plasma-Displays.
  • Niedrigere Helligkeiten.
  • Etwas schlechtere Schwarzwerte, da die Pixel auch im ausgeschalteten Zustand während des Betriebs gezündet werden müssen, so dass diese ein sehr leichtes Restlicht emittieren. OLED-Pixel dagegen können auch im Betrieb komplett ausgeschaltet werden.
  • Leichtes Plasmarauschen.
  • Kleine hochauflösende Bildschirme können nicht hergestellt werden, da die Pixel eine höhere Mindestgröße benötigen.
  • Plasma-Bildschirme haben eine höhere Verlustleistung und dadurch einen höheren Stromverbrauch.

Marktsituation 1997–2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis Anfang der 2000er Jahre waren Plasmabildschirme die beliebteste Wahl für HDTV-Flachbildschirme, da sie viele Vorteile gegenüber damaligen LCDs hatten. Neben dem tieferen Schwarzwert hatten sie einen höheren Kontrast, eine schnellere Reaktionszeit, ein größeres Farbspektrum und einen breiteren Betrachtungswinkel. Außerdem wurden sie mit größeren Bildschirmdiagonalen als die verfügbaren LCDs angeboten. 2006 wurden in den USA mehr LCD- als Plasma-Flachbildfernseher verkauft.[16] 2007 waren von den 4,4 Millionen verkauften Flachbildschirmen 3,9 Millionen LCDs.[17] Im Jahr 2012 lag der Marktanteil von Plasmabildschirmen nur noch bei 5,7 %. Das entspricht einem Rückgang von 23 % seit 2011.[18] Der geringe Marktanteil war auch dadurch bedingt, dass Plasmabildschirme erst ab einer Größe von 42 Zoll (etwa 106 cm) angeboten wurden.

War Panasonic im Jahr 2009 noch weltweit größter Hersteller von Plasmadisplays (39 % Marktanteil; es folgten Samsung mit 31 % und LG mit 22 %),[19] betrug der Marktanteil im Jahr 2012 nur noch 16,5 % und somit weit abgeschlagen hinter dem Hauptkonkurrenten Samsung (51,9 %).[20]

Alternativen zu Plasmabildschirmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mögliche Alternativen zum Plasmabildschirm hängen stark vom Verwendungszweck ab.

Als „normaler“ Fernseher sind LCD-Fernseher mit CCFL- oder LED-Hintergrundbeleuchtung eine häufig gewählte Alternative. Herkömmliche CRT-Bildschirme (engl.: Cathode Ray Tube) können nicht in derart großen Formaten hergestellt werden, da die zum Erreichen der mechanischen Stabilität erforderliche Bildschirmmasse (Glasdicke) stark zunimmt. Bei gegebener Bautiefe sind auch Konvergenzfehler (Farbverschiebungen) und Linearitätsfehler (Verzerrungen) zunehmend schwerer zu beherrschen.

Bei Großbildschirmen ist eine Alternative die Projektion (Beamer) auf eine weiße Wand oder eine spezielle Leinwand. Die so erzeugten Bilder haben einen geringeren Kontrast als die Bilder eines LCD- oder erst recht als die eines Plasmafernsehers.

Plasma Addressed Liquid Crystal (Abkürzung: PALC) ist eine Technik für Flachbildschirme, die Elemente der Plasmabildschirme und der LCDs (Liquid Crystal Displays) enthält bzw. in sich vereint. Sie verwendet Plasmaschalter (statt wie beim TFT-Bildschirm Transistoren) zur Ansteuerung eines LCD-Bildschirms.

2011 wurde die Bildschirmtechnik OLED durch einige Smartphones bekannt[21] und gelten seither im Fernseherbereich als die Referenz für Bildqualität.

Etwa seit 2019–2021 wurde von den Herstellern neue Typen von LED-Fernsehern vorgestellt, die Dual-Cell, Mini-LED und Micro-LED Technologie, welche ebenfalls als Alternative zu Plasmafernseher und als Alternative zu OLED gelten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • L. S. Polak: Plasma Chemistry, Cambridge International Science Publications, 1998, ISBN 1-898326-22-3.
  • Michael Kaufmann: Plasmaphysik und Fusionsforschung, Teubner, Stuttgart/Leipzig/Wiesbaden, 2003, ISBN 3-519-00349-X.
  • David Macaulay, Neil Ardley: Macaulay’s Mammut-Buch der Technik, Tessloff Verlag, Nürnberg 1988.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Plasmabildschirm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. History of Samsung (13): Development of flat screen TV and cellular flip phone: 1998. In: https://news.samsung.com/. Samsung, 11. Juli 2012, abgerufen am 1. Oktober 2020 (englisch).
  2. Nico Jurran, Jan-Keno Janssen: Bericht: Pioneer stellt keine Plasmadisplays mehr her. In: Heise Online. 7. März 2008, Abgerufen am 12. September 2009 (Nachrichtenmeldung).
  3. Matsushita übernimmt Plasmafertigung von Pioneer. In: Heise Online. 25. April 2008, Abgerufen am 25. Dezember 2013.
  4. Reinold Növermann: EISA zeichnet Pioneer PDP-LX6090 als besten Plasma-TV aus. 19. August 2008, abgerufen am 30. September 2020.
  5. Ulrike Kuhlmann: Hitachi gibt Plasmapanel-Fertigung auf. In: Heise Online. 18. September 2008, Abgerufen am 12. September 2009 (Nachrichtenmeldung)
  6. Rückzug: Pioneer schließt seine Plasma-TV-Werke. In: https://winfuture.d. Mai 2008, abgerufen am 30. September 2020.
  7. Pioneer stellt Fernsehgeräte-Produktion ein. In: Heise Online. 7. Februar 2009, abgerufen am 25. Dezember 2013.
  8. David Mackenzie: Panasonic TX-P60ZT60 (ZT60) Holds Its Own Against Kuro Challenge. In: https://www.hdtvtest.co.uk/. 11. Februar 2013, abgerufen am 30. September 2020 (englisch).
  9. Jason Knott: Samsung and Panasonic Top HDTV Shootout. In: https://www.electronichouse.com/. 7. Mai 2013, abgerufen am 30. September 2020 (englisch).
  10. Michael Söldner: Der japanische Hersteller Panasonic wird sich aus dem Geschäft mit Plasma-TVs zurückziehen. 1. November 2013, abgerufen am 30. September 2020.
  11. Samsung stellt Produktion von Plasma-Displays ein – LG bald auch. Juli 2014, abgerufen am 30. September 2020.
  12. OLED ist das neue Plasma: Darum gibt es kaum noch Plasma-Fernseher. In: www.experience.panasonic.de. Panasonic Experience, abgerufen am 29. Januar 2021.
  13. Plasma-TV-Markt
  14. Paul D. Sergi: Plasma TV -- Mother of All RFI Producers. eHam.net, 27. November 2002, Abgerufen am 12. September 2009 (Nachrichtenmeldung).
  15. TVI verkehrt – FUNKAMATEUR www.funkamateur.de, 6. Juni 2011, Abgerufen am 15. Dezember 2011
  16. Shift to large LCD TVs over plasma. 27. November 2006, abgerufen am 1. Oktober 2020 (englisch).
  17. Volker Briegleb: Unterhaltungselektronik-Branche weiter auf Wachstumskurs. In: Heise Online. 21. Februar 2008, Abgerufen am 12. September 2009 (Nachrichtenmeldung).
  18. Keine Lust auf neue Fernseher In: elektroniknet.de. 22. März 2013, Abgerufen am 25. Dezember 2013
  19. Quelle: Pressemeldung 28. April 2009 von displaysearch.com
  20. handelsblatt.com, Fünf Jahre rote Zahlen: Panasonic trennt sich von Plasma-Fernsehern. 9. Oktober 2013, abgerufen am 19. Dezember 2013.
  21. OLEDs für Smartphones weiterhin begehrt und teuer In: Heise Online. 12. April 2012, Abgerufen am 25. Dezember 2013