LED-Fernsehgerät

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LED-Fernseher sind Fernsehgeräte, bei denen Leuchtdioden (LEDs) entweder zur Hintergrundbeleuchtung oder zur Erzeugung des Bildes selbst eingesetzt werden.

Die folgende Begriffsklärung gilt auch für die meisten Computermonitore, welche zur Bilddarstellung sehr ähnliche Technik verwenden. Meist handelt es sich um LC-Displays (LCDs), deren Hintergrundbeleuchtung aus Leuchtdioden besteht (siehe LED-Hintergrundbeleuchtung). Dafür werden sowohl weiße, wie auch zu weiß mischbare farbige Leuchtdioden verwendet, die neben oder hinter der Flüssigkristallanzeige angeordnet sind. Der Begriff „LED-Fernseher“ ist bei dieser Art von Anzeigetechnik irreführend, jedoch üblich. Korrekt müssten solche Geräte als „LED-hintergrundbeleuchtete LCD-Fernseher“ beispielsweise "LED-LCD" bezeichnet werden.

Begriffsklärung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vergleichsschema LCD/LED
LED-Streifen in einem 40-Zoll-TV. (Ohne weiße Reflektorfolie und den Streufolien zwischen LCD-Panel und LED-Streifen, Produktionsstand 2016.)

Bis etwa 2008 wurden im Wesentlichen nur drei unterschiedliche Techniken für den Gebrauch zuhause angeboten, nämlich Flüssigkristallbildschirme, Plasmabildschirme und Projektionsanzeigen. Weil Flüssigkristallanzeigen nur das Licht modulieren, d. h., wie Lichtventile arbeiten und selbst kein Licht abgeben, wird für Fernsehgeräte eine flächige Beleuchtung hinter der Flüssigkristallanzeige angebracht, um die Bildinformation im Durchlicht (Transmission) darzustellen. Im nebenstehenden vereinfachten Schema sind derartige Flüssigkristallbildschirme als Anzeigetypen A und B bezeichnet, wobei die Flüssigkristallanzeige 1 das Licht entsprechend dem darzustellenden Bild moduliert.[1]

Seit etwa 2009 werden im Handel LED-Fernseher (engl. LED TV) und LED-Monitore angepriesen (Schema Anzeigetyp B). Dabei handelte es sich bis 2020 noch in praktisch allen Fällen um die bisherigen Flüssigkristallanzeigen zur Bilderzeugung. Neu ist nur die Hintergrundbeleuchtung dieser LCD-Fernseher mittels Leuchtdioden (engl. LEDs; Schema: Teil 3, wobei ein nicht eingezeichneter Lichtverteiler für eine flächige Ausleuchtung sorgt).

Vergleich der LED-Hintergrundbeleuchtungstechniken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis etwa 2008 wurden bei LCD-Fernsehern praktisch ausschließlich Kaltkathodenröhren (Leuchtröhren) als Hintergrundbeleuchtung verwendet (Schema: Teil 2 in Kombination mit einem nicht eingezeichneten flächigen Lichtverteiler).

Vorteile von LED gegenüber Leuchtröhren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verwendung von LEDs (Schema: Teil 3) anstelle von Leuchtröhren wird in der Produktwerbung hervorgehoben, weil folgende Vorteile gegenüber der früheren Technik bestehen:[2]

  • kompaktere Bauweise mit geringerer Tiefe des Gerätes
  • geringerer Stromverbrauch bei niedrigeren elektrischen Spannungen
  • kürzere Schaltzeiten (siehe dynamische Leuchtdiodenansteuerung)
  • geringere Abnahme der Lichtintensität und Veränderung des Farbspektrums im Laufe der Nutzung
  • höhere Zuverlässigkeit und Lebensdauer.

Anzeigen mit Edge LED[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

IPod Touch mit Edge LED in 2012

Bei der seitlichen Anordnung (engl.: edge LED oder edge lit, von edge: Kante) sind einige wenige weißleuchtende LEDs an den Seiten des Monitors angebracht und beleuchten von dort aus über eine Streulichtverteilscheibe (als Hintergrundbeleuchtung) die gesamte Flüssigkristallanzeige.

Vorteile allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aus Kostengründen ist dies heute (2020) die am häufigsten verwendete Technik.
  • Vorteil ist eine geringe und kompakte Gehäusetiefe.

Nachteile allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Als Nachteil treten Probleme bei der gleichmäßigen Ausleuchtung größerer Flächen auf, weil LC-Panel leicht lichtdurchlässig sind, so dass die Hintergrundbeleuchtung leicht durchscheint, dies ist unter Umständen besonders an den Bildschirmseiten erkennbar wo die LEDs angebracht sind.
  • Durch die Lichtdurchlässigkeit des LC-Panels, lassen sich mit dieser Technik keine sehr hohen Kontraste und tiefe Schwarzwerte erzielen.

Anzeigen mit Full Array LED (Direct LED)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der flächigen Anordnung (engl.: direct LED oder Full Array oder Full Array mit Local-Dimming) erleuchten auf der gesamten Bildfläche weiße Leuchtdioden das Bild von hinten. Bisherige Flüssigkristallbildschirme haben einen beschränkten Kontrast, weil die Darstellung eines schwarzen Bildpunktes (Pixel) wegen der immer noch etwas durchscheinenden Hintergrundbeleuchtung nicht vollständig dunkel war. Durch selektive Ansteuerung der verteilten Leuchtdioden (Local Dimming) je nach Bildinhalt können dunkle Teile durch die reduzierte lokale Beleuchtung (local dimming) dunkler gemacht und deshalb der Kontrast gesteigert werden. Die Anzahl der verteilt angebrachten Leuchtdioden (Schema B: Teil 3) und somit dimming zones ist allerdings viel kleiner als die Anzahl Pixel der Flüssigkristallanzeige. Deshalb lässt sich die erwähnte Kontraststeigerung nicht individuell für jeden Bildpunkt, sondern nur für eine größere Gruppe benachbarter Bildpunkte erzielen, womit unerwünschte Effekte wie Ghosting und Blooming auftreten können beispielsweise ein Lichtschein um helle Objekte mit dunklem Hintergrund.

Je nach Displaygröße und Modell sind im Jahre 2020 zwischen 16 und 600 Dimming-Zonen üblich.[3] Je niedriger die Anzahl der Dimming-Zonen ist, umso mehr zeigen sich im Bild unerwünschte Nebeneffekte wie Ghosting.

Anzeigen mit Full Array RGB LED[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusätzliche Vorteile ergeben sich bei speziellen Ausführungen der Leuchtdioden: Hier werden mehrere zusammengefügte Rot-Grün-Blau-Leuchtdiodenkombinationen hinter der Anzeigefläche verteilt angebracht (additive Farbmischung, full-array LED). Diese Art von Beleuchtung, abgestimmt auf die Farbfilter der Flüssigkristallanzeige, ergibt ein besseres Farbspektrum des Fernsehers, ist jedoch teurer als die Verwendung von nur weißen Leuchtdioden oder Leuchtdioden entlang der Bildschirmperipherie (edge-lit).

Anzeigen mit Full Array Mini LED[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier werden genau wie bei Full Array, beispielsweise Fernseher mit direct LED die einzelnen Leuchtdioden (dimming zones) angesteuert um bessere Kontraste und tiefere Schwarzwerte zu erzielen. Der wesentliche Unterschied liegt allerdings daran, dass eine sehr viel höhere Anzahl an dimming zones verwendet wird, und somit die Leuchtdioden entsprechend klein sein müssen (Mini). Hierdurch können die Bildschirme höhere und noch schärfere In-Bild-Kontraste erreichen (mit stark reduzierten Ghosting und Blooming Nebeneffekten) und somit HDR-Inhalte besser und detailreicher abbilden.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Hersteller definieren Mini LED, wenn die eingesetzten Leuchtdioden zwischen 0,05 und 0,2 mm klein sind. Unter 0,05 oder 0,01 mm werden die LEDs von den Herstellern als MicroLED definiert. Andere Hersteller definieren Mini LED wenn mindestens 1000 Mini LED eingesetzt werden, diese aber wiederum gruppiert weniger als 1000 dimming zones ausmachen können, d. h. dass nicht jede Mini LED eine Verstärkerschaltung hat.[4] Und einige Hersteller erklären Fernseher ab mindestens 1000 dimming zones zu Mini LED-Fernseher.[3] So erklärt TCL seine zukünftige 8er Serie als Mini LED-Fernseher anhand der 250.000 Mini LEDs und den 1000 dimming zones,[5] wiederum seinen 2020 bereits am Markt erhältliche Mini LED X10 Serie auch als Mini LED-Fernseher mit 15.360 Mini LEDs und 768 dimming zones.[6][7]

Technische Entwicklung und Marktsituation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Hersteller wie Lextar entwickeln seit Anfang 2020 ein Chip-On-Glass-Module (COG) mit aktiver Matrix, welche die Mini LEDs quasi direkt in ein Glassubstrat integrieren können, womit trotz Full Array und Local-Dimming sehr geringe Gehäusetiefen wie bei Edge-lit ermöglicht werden könnten.[8]

Seit Juni 2020 ist der Mini LED PC Monitor ASUS ProArt PA32UCX-PK auf dem deutschen Markt erhältlich der 1.152 dimming zones hat.

Am 6. Oktober 2020 hat Dell angekündigt mit dem UltraSharp 32 HDR PremierColor Monitor (UP3221Q) den ersten 4K UHD Mini LED PC-Monitor der über 2000 dimming zones hat, ab 9. November 2020 auf den deutschen Markt zu bringen.[9][10]

Anzeigen mit Full Array Mini LED & Dual-Layer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sogenannte Dual-Layer oder DualCell Technologie präsentierte Panasonic Ende 2019 auf der IFA mit dem MegaCon (Mega Contrast) UHD 4K Fernseher sowie Hisense Anfang auf der CES 2020 mit dem H9G UHD 4K ULED Fernseher für den Endverbraucher Markt. Beide verwenden zusätzlich zu einer full array local dimming LED-Hintergrundbeleuchtung ein monochromes (Schwarz-Weiß) LC-Panel um künstlich die Anzahl der dimmbaren Zonen der Hintergrundbeleuchtung zu erhöhen. Hisense hat angegeben dass für den ersten erhältlichen UHD 4K Fernseher am Markt mit DualCell Technologie ein monochromes LC-Panel mit einer Full-HD Auflösung von 1920 × 1080 verwenden wird, die Anzahl die durch das LC-Panel künstlich erzeugten dimming zones läge somit bei 2,07 Millionen (Eine dimming zone pro 4 Pixel). Durch diese neue Technologie erreiche man mit Flüssigkristall-LED-Fernsehgeräten detailreiche Schwarzwerte und Kontraste vergleichbar wie die von OLED Fernsehgeräten.[11] Ein Sprecher von Hisense erklärte vereinfacht, dass ein LC-Panel bei einer Schwarzwiedergabe 1/1.000 Anteile Licht durchlässt, durch das zweite monochrome LC-Panel wären es nur noch 1/1.000.000 Anteile. Die dual-layer Technologie hat deutliche Vorteile gegenüber OLED Anzeigen wie beispielsweise die günstigere Herstellung, die höhere Helligkeit und somit geeigneter in hellen Räumen, höhere Lebensdauer und keine Einbrenneffekte.[12]

Technische Entwicklung und Marktsituation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hersteller Sony hat mit dem 31 Zoll Referenzmonitor BVM-HX310 bereits seit 2019 ein Dual-Layer LED Gerät auf dem Markt, welches (mit einer UVP von 32.500 €) hauptsächlich im gewerblichen Bereich wie beispielsweise der TV- und Filmbranche eingesetzt wird.[12] Das Vorgängermodell hatte eine OLED Anzeige.

Hisense hat den weltweit ersten DualCell Fernseher für Verbraucher (Hisense 65SX) im September 2020 in Australien mit einer UVP von 3599 $ auf den Markt gebracht. Hisense gibt seinen Fernseher mit 2 Millionen+ dimming zones an, hierbei handelt es sich aber vermutlich nicht um die durch Full Array Mini LED erzeugte dimming zones, sondern um die vom Dual-Layer LC-Panel künstlich erzeugten dimming zones, weil laut Datenblatt als Backlight source LED ELED angegeben ist, was Edge lit und nicht Full Array Mini LED mit Local-Dimming bedeutet.[13][14]

Flüssigkristallanzeigen mit Quantenpunkte und LED (QLED)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Hilfe von Nanohalbleiterkristallen (Quantenpunkte, engl. quantum dots), als Schicht auf einer Glasplatte oder Folie aufgebracht und durch blaue, kurzwellige LEDs (z. B. aus GaN) von hinten bestrahlt, kann das Spektrum der Hintergrundbeleuchtung von LCDs auf eine bisher unerreichte Art optimiert werden (Fachausdruck erweiterter Farbraum). Diese Form von Fluoreszenztechnik wird in verschiedenen Laboratorien weiterentwickelt.[15] Die US-Firma 3M als bedeutender Lieferant von Hintergrundbeleuchtungskomponenten für LCDs arbeitet mit Nanosys, Inc. an entsprechend beschichteten Folien.[16] Schon seit mehreren Jahren ist auch die britische Firma Nanoco Group PLC in der Weiterentwicklung von Quantenpunkten tätig und hat mit asiatischen Herstellern von Flüssigkristallanzeigen und OLEDs Zusammenarbeitsverträge abgeschlossen. Auch die US-Firma QD Vision arbeitet mit asiatischen Firmen zusammen, welche die Hintergrundbeleuchtung von LC-Anzeigen optimieren und seit 2016 zu Samsung gehört. Gleiches gilt für die Schweizer Firma Avantama, welche erst später Quantenpunkte entwickelt und hergestellt hat, welche jedoch kein giftiges Cadmium enthalten und auf Nanokristallen mit Perowskit-Struktur beruhen.[17]

Als erste Firma hat Sony 2013 unter der schon früher benutzten Bezeichnung Triluminos bestimmte hochwertige LCD-Fernseher mit einer derartig optimierten LED-Hintergrundbeleuchtung auf den Markt gebracht.[18] Dabei wird das Licht von blauen LEDs auf einer davor angebrachten Glasscheibe oder Folie durch unterschiedliche Quantum Dots in sehr reines, schmalbandiges Blau, Grün und Rot umgewandelt. Durch Kombination dieser drei Grundfarben entsteht eine optimale weiße Ausleuchtung der LC-Anzeige von hinten.[19] Seither haben auch die koreanischen Firmen Samsung Electronics, LG Electronics wie auch chinesische Fernsehgerätehersteller (TCL, Changhong, Hisense) LCD-Fernseher mit LED-Hintergrundbeleuchtung durch eine Quantenpunkte-Schicht verbessert und an der CES-Messe 2015 vorgestellt.[20][21][22] Samsung Electronics hat 2016 beschlossen, ihre hochwertigen Fernseher neu mit der Bezeichnung QLED zu vermarkten, um auf die Technik mit Quantenpunkten hinzuweisen. Damit soll auch der Übergang zu den sich bei Samsung noch in Entwicklung befindenden neuen Bildschirmen mit selbstleuchtenden QLEDs vorbereitet werden.[23][24]

Anzeigen mit echten LED (Leuchtdioden als Pixel)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MK38527 LED Display: Echte LED-Anzeige. Das Bild zeigt eine Matrix mit roten, grünen und blauen Leuchtdioden.

Anorganische, monolithisch hergestellte, einkristalline Leuchtdioden werden schon seit Anfang der 1970er Jahre als Anzeigeelemente verwendet.[25] Beispiele waren die PULSAR-Armbanduhren mit rot leuchtender Digitalanzeige und die ersten Taschenrechner, die Anzahl an Leuchtdioden ist hier allerdings gering. Viele Einzelheiten und Hinweise finden sich im Artikel Leuchtdiode. Einen Durchbruch brachte die Entwicklung von blauen LEDs, weil damit Kombinationen von LEDs zur Erzeugung von weißem Licht möglich wurden.[26]

Vorteile gegenüber Flüssigkristallanzeigen (LED-LCD)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • LED-Subpixel strahlen selbst Licht (sehr hell) ab und benötigen keine Hintergrundbeleuchtung (die ungewollt durchscheinen kann) und bieten deshalb sehr hohe detailreiche Kontraste und tiefe Schwarzwerte.
  • Gute Farbdarstellung. LED-Subpixel können in verschiedenen Farben Licht abgeben, während bei LCDs dafür zusätzliche Farbfilter notwendig sind.
  • Geringere Winkelabhängigkeit beim Betrachten.
  • Hohe Helligkeit.
  • Hohe Lebensdauer.
  • Kürzere elektrooptische Ansprechzeiten, und damit bessere Bewegungsschärfe.

Nachteile gegenüber Flüssigkristallanzeigen (LED-LCD)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zurzeit (2020) sehr hohe Herstellungskosten. Massenherstellung und Markt noch nicht entwickelt.

Herstellung der einzelnen LEDs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monolithische LEDs werden auf einkristallinen Halbleiterscheiben (Wafers) hergestellt. Diese durch Kristallzüchtung hergestellten runden Scheiben haben heute einen Durchmesser von bis zu 30 cm. Wenn alle übrigen Probleme gelöst wären, könnte man damit keine größeren monolithischen LED-Bildschirme herstellen. In der Praxis werden daraus einzelne LEDs durch Zertrennen der Scheibe und individuelle elektrische Kontaktierung gewonnen.

Aufbau mit einzelnen monolithischen Leuchtdioden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riesenfernsehbildschirme mit Leuchtdioden mit selbst leuchtenden Pixel gibt es bereits seitdem Leuchtdioden in den Farben Rot, Grün und Blau in großen Stückzahlen produziert werden. Großbildschirme im Freien (z. B. in Fußballstadien, Videowand) werden mit einer Vielzahl von individuellen Leuchtdioden realisiert.

Modularer Aufbau großflächiger UHD 4K Bildschirme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehr hochauflösende UHD 4K Anzeigen wo die Strukturbreiten der Leuchtdioden deutlich kleiner sein müssen werden erst seit geraumer Zeit kommerziell hergestellt. Um etwa 2018 verbreiten sich in Deutschland von der Firma Samsung die ersten LED-Kinoleinwände für den kommerziellen Einsatz, hierbei handelt es sich um eine modular aufgebaute 10,3 mal 5,4 Meter große Bildfläche mit einer UHD 4K Bildauflösung.

Mikro LED[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen neuen Ansatz verfolgen sogenannte Mikro-LED-Anzeigen (engl.: MicroLED).

Mikro LED-Anzeige durch Bestückungs- Aufdruck- und Stempeltechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mikroskopisch kleinen Leuchtdioden werden durch einen Roboter maschinell auf einer Bildschirmfläche bestückt.

Der taiwanesische Hersteller PlayNitride stellt seit 2017 farbige und farbig-transparente und flexible Mikro LED Bildschirme her. Der Hersteller verwendet hierbei ein Massentransferverfahren indem die einzelnen Leuchtdioden aus einem zerschnittenen Wafer entnommen, und dann auf eine Fläche aufgestempelt werden. Laut Herstellerangaben ist die Transparenz von transparenten Mikro LED Bildschirmen höher als bei transparenten LCD oder OLED Bildschirmen.

Mikro LED-Anzeige auf Silizium Wafer als Mikrochip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mikro LED-Anordnungen werden monolithisch im Batch-Verfahren auf einem geeigneten Substrat aus Saphir oder Silizium hergestellt. Das bevorzugte Material ist anorganisches, monokristallines Galliumnitrid (GaN), welches durch Epitaxie auf dem Substrat gebildet wird.[27] Im Gegensatz zur bisherigen Herstellung werden jedoch die Leuchtdioden anschließend nicht zertrennt, sondern als Anzeigematrix beibehalten. Die dazu notwendige neuartige Struktur mit vielfachen Herausforderungen wie Dotierung für unterschiedliche Farben, Kontaktierung als Matrixanordnung, mechanische Stabilität bei Transfer vom Herstellsubstrat auf ein Anzeigesubstrat sind noch nicht derart gelöst, dass solche Anzeigen für kommerzielle Produkte eingesetzt werden können. Die Firma Apple Inc. sieht Potential in dieser neuen Technik und hat deshalb das Pionierunternehmen LuxVue Technology übernommen.[28][29]

Technische Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2019 ist es möglich mit dem sogenannten GaN-on-Si Verfahren ein monochrones display mit adressierbaren Leuchtdioden mit hoher Auflösung auf einem integrierten Schaltkreis zu realisieren. So bietet der Hersteller Jasper Display Corp. mit dem Modell JD2552 beispielsweise dem Modell JD2124 seit 2019 ein 0,55 Zoll Mikro LED-Anzeige mit einer Auflösung von 1920 × 1080 oder beispielsweise ein 1,2 Zoll Displays mit einer Auflösung von 4096 × 2400 an. Hauptmarkt ist laut Herstellerangabe zurzeit die augmented reality Branche, Militär und Autoindustrie, sowie die Uhren Branche.[30][31] Durch eine spezielle Optik kann aus 3 monochronen Mikro LED-Anzeige ein Farbdisplay gebaut werden.

Ein weiterer Hersteller in diesem Bereich ist Plessey Semiconductors Ltd, dieser präsentierte beispielsweise auf der Display Week 2019 ein 0,7" Full-HD Mikro LED-Anzeige.

Anzeigen mit organischen Leuchtdioden (OLED)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehr dünne und flexible OLED Anzeige

Schon seit den 1950er Jahren wird Elektrolumineszenz in Schichten organischen Materials erforscht.[32] Inzwischen sind organische Halbleitermaterialien als OLED entwickelt worden, welche in Dünnschichttechnik als Anzeigeelemente geeignet sind. Im Schema ist diese Technik vereinfacht als Anzeigetyp C dargestellt. Die OLEDs sind auf einem Substrat (oder zwischen zwei Substraten) in Dünnschichttechnik derart dicht aufgebracht, dass sie als einzelne Pixel zur Bilderzeugung dienen.

Im Januar 2012 wurden auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas erste Prototypen von 55-Zoll-OLED-Fernsehern der Firmen LG Display und Samsung gezeigt.[33]

Mit solchen Anzeigen werden seit einigen Jahren (Stand 2020) viele kleine bis mittelgroße portable Geräte wie Digitalkameras, Smartphones (z. B. Samsung Galaxy S), Tablets wie auch Laptops ausgerüstet. Häufig werden diese Displays unter dem Begriff AMOLED (engl. active-matrix organic light emitting diode) zusammengefasst. OLED-Bildschirme sind inzwischen bei großformatigen Fernsehern allgemein erhältlich geworden.

Vorteile gegenüber Flüssigkristallanzeigen (LED-LCD)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • OLED Pixel strahlen selbst Licht ab und benötigen keine Hintergrundbeleuchtung (die ungewollt durchscheinen kann) und bieten deshalb ein hohen detailreichen Kontrast und tiefe Schwarzwerte.
  • Potentiell niedrigere Herstellungskosten großer Bildschirme als noch 2017[34] und geringerer Stromverbrauch bei Einsatz des Herstellverfahrens mittels Metallmaske.[34][35]
  • Gute Farbdarstellung. OLEDs können in verschiedenen Farben Licht abgeben, während bei LCDs dafür zusätzliche Farbfilter notwendig sind.
  • Geringere Winkelabhängigkeit beim Betrachten.
  • Kürzere elektrooptische Ansprechzeiten, und damit bessere Bewegungsschärfe.

Nachteile gegenüber Flüssigkristallanzeigen (LED-LCD)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Als wichtigster Nachteil gilt die beschränkte Lebensdauer.[36] Die Leuchtstärke nimmt mit der Zeit ab, da die organischen Pixel mit der Zeit altern.
  • Geringere Helligkeit.
  • Das Einbrennen bestimmter statischer Muster (wie Fernsehlogos, Windows-Taskleiste, HUB oder Statusanzeigen bei Videospielen) wird bisher noch als weiterer Nachteil genannt.
  • UV-Empfindlichkeit und die derzeit noch hohen Herstellungskosten.[34]

Samsung Electronics als bedeutender Hersteller von sowohl Flüssigkristall- wie auch OLED-Anzeigen hat 2016 beschlossen, für zukünftige großformatige Fernseher auf OLEDs zu verzichten.[37][38] Samsung setzt – im Gegensatz zum Wettbewerb – QLEDs anstelle von OLEDs bei der Fernsehertechnologie ein.[39]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Patent US4096550: Illuminating Arrangement for a Field-Effect Liquid-Crystal Display as well as Fabrication and Application of the Illuminating Arrangement. Veröffentlicht am 20. Juni 1978, Erfinder: Boller W., Donati M., Fingerle J., Wild P..
  2. http://www.ledtele.co.uk/ledvslcd.html LED vs LCD TV Comparison
  3. a b Ulrike Kuhlmann: Apple braucht viele Millionen Mini-LEDs. c t Magazin, September 2020, abgerufen am 29. September 2020.
  4. Geoffrey Morrison: Mini-LED LCD TV tech: Tiny lights could lead to better picture quality. In: https://www.cnet.com/. 30. August 2020, abgerufen am 10. Oktober 2020 (englisch).
  5. 8-SERIES BRILLIANT BLACK. CAPTIVATING COLOR. In: https://www.tcl.com/. Abgerufen am 10. Oktober 2020 (englisch).
  6. TCL Mini LED X10-Serie - extrem scharfer Kontrast und unendliche Farben. In: https://www.tcl.com/de. Abgerufen am 10. Oktober 2020.
  7. Der TCL 65X10 im Test – Der QLED Fernseher mit Mini-LED Technik. Abgerufen am 10. Oktober 2020.
  8. Neue Display-Technologie: Warum immer mehr Hersteller auf Mini LED setzen. In: https://www.chip.de/. 12. Februar 2020, abgerufen am 10. Oktober 2020.
  9. ANDRÉ WESTPHAL: Dell bringt ersten Monitor mit 2.000 Mini-LEDs nach Deutschland. In: https://stadt-bremerhaven.de/. 9. Oktober 2020, abgerufen am 10. Oktober 2020.
  10. Asus ProArt: Mini-LED-Monitore mit Kontrastoptimierung. In: https://www.computerbase.de/. 15. Juli 2020, abgerufen am 10. Oktober 2020.
  11. Boris Hofferbert: Panasonic MegaCon: Dual-LCD-TV soll überragende Kontraste liefern. In: https://hifi.de/. 13. September 2019, abgerufen am 29. September 2020.
  12. a b Leon Schumacher: Sony nutzt Dual-Layer-LCD: Neue Display-Technik soll OLED übertreffen. In: https://hifi.de/. 7. August 2019, abgerufen am 30. September 2020.
  13. Daniel Boll: Hisense 65SX: Erster marktreifer Dual-Cell-Fernseher. In: https://www.prad.de/. Abgerufen am 10. Oktober 2020.
  14. 65″ DUAL CELL SERIES SX. In: https://hisense.com.au/. Abgerufen am 10. Oktober 2020 (englisch).
  15. http://www.nanosysinc.com/what-we-do/display-backlighting/qdef-how-does-it-work/
  16. P. Patel: Quantum dots are behind new displays. In: IEEE Spectrum. Band 49, Nr. 8, 2012, S. 14–17, doi:10.1109/MSPEC.2012.6247547.
  17. Cadmium-free quantum dot display. Avantama.com. abgerufen am 17. August 2019
  18. Sony Triluminos: Neue LCDs mit tollen Farben (Memento vom 9. August 2013 im Internet Archive), chip.de, 26. Mai 2013
  19. https://www.heise.de/ct/ausgabe/2013-12-Nanopartikel-fuer-sattere-Display-Farben-2321302.html
  20. Tekla Perry: CES 2015 – Placing the Bets on New TV Technologies. In: IEEE Spectrum online, 7. Januar 2015.
  21. Wolfgang Tunze: Farbfernsehen neu erfunden. In: NZZ am Sonntag, 11. Januar 2015, S. 62
  22. Stefan Betschon: Kampf der Quantenpunkte. Nanotechnologie revolutioniert LCD-Bildschirme. In: Neue Zürcher Zeitung, 15. Januar 2015, S. 54
  23. Geoffrey Morrison: How QLED TV could help Samsung beat LG's OLEDs. CNET News, 30. Juni 2016, abgerufen am 13. Januar 2017.
  24. QLED versus OLED, Samsung facht Systemstreit bei TV-Technik. Die Wirtschaftswoche, 5. Januar 2017, abgerufen am 13. Januar 2017
  25. Nick Holonyak, S. F. Bevacqua: Coherent (visible) light emission from Ga(As1-xPx) junctions. In: Applied Physics Letters. Band 1, Nr. 4, 1962, S. 82, doi:10.1063/1.1753706.
  26. Shuji Nakamura, Gerhard Fasol, Stephen J. Pearton: The Blue Laser Diode: The Complete Story. 2nd edition, Springer, 2000, ISBN 3-540-66505-6.
  27. Andreas Bibl et al.: Light emitting diode structure. US-Patent 8552436, veröffentlicht 8. Oktober 2013
  28. David Murphy: Apple Acquires Micro-LED Display Maker LuxVue Technology. In: PC Mag. 3. Mai 2014.
  29. Alvaro Campos: Why Did Apple Inc Buy This Micro-LED Tech Startup?. 13. Mai 2013.
  30. CMOS Backplane. Jasper Display Corp. (JDC), abgerufen am 29. September 2020 (englisch).
  31. Plessey signs a strategic partnership with Jasper Display to use Jasper's backplane on its GaN-on-Silicon wafers. In: https://www.microled-info.com/. 14. September 2018, abgerufen am 29. September 2020 (englisch).
  32. A. Bernanose, M. Comte, P. Vouaux: A new method of emission of light by certain organic compounds. In: Journal of Chemical Physics. Band 50, 1953, S. 64–68.
  33. CES 2012: Samsung kontert LGs 55-Zoll-OLED mit eigenem 55-Zoll-Fernseher, cnet.de
  34. a b c Glory K. J. Chen, Janglin Chen: AMOLED Manufacture. In: Handbook of Visual Display Technology. 2. Auflage. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg 2015, Seiten 4–6
  35. Marko Winzker: Elektronik für Entscheider. Grundwissen für Wirtschaft und Technik. Wiesbaden 2017, S. 91.
  36. OLED TV estimated lifespan shorter then expected (Memento vom 9. Mai 2008 im Internet Archive)
  37. Lee Gijong: Samsung Electronics to skip OLED TV and go straight to QLED TV. iPnomics, 24. Mai 2016, abgerufen am 11. Januar 2017
  38. Wolfgang Tunze: Alle Dinge, die digital ticken. In: NZZ am Sonntag, 8. Januar 2017, S. 54.
  39. Mason Inman: OLED oder QLED?. 5. Januar 2017.