Pogwisch (Adelsgeschlecht)

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Wappen der von Pogwisch und der stammverwandten von Wisch

Pogwisch war der Name einer einflussreichen Ritterfamilie in den Herzogtümern Schleswig und Holstein, die zu den Equites Originarii gehörte. Der Name leitet sich ab vom Niederdeutschen: Pog = Frosch und Wisch = Wiese.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschlecht erscheint erstmals urkundlich 1283 mit den Brüdern Marquard und Alhed, Söhne des Thetlev de Pokkevisk,[1] mit dem auch die Stammreihe beginnt. Es war stammes- und wappenverwandt mit den von Wulf und von der Wisch. Die Familie wies verschiedene Linien auf und ist im 19. Jahrhundert im männlichen Stamm ausgestorben.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt in Blau einen springenden, rot bezungten silbernen Wolf. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken der Wolf aus einem braunen Schanzkorb wachsend.

Bekannte Familienmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Catharina von Pogwisch († 1562), Erbherrin von Haseldorf, Haselau, auf Gut Seestermühe und Gut Seegaard bei Kliplev
  • Detlef von Pogwisch, Bischof von Schleswig 1502–1507
  • Marquard Pogwisch, wird 1322 und 1325 im ältesten Kieler Stadtbuch genannt
  • Ritter Otto Pogwisch aus Bistenkesse (Bissee, später Bothkamp), stiftete 1327 das Kloster Bordesholm.
  • Henning von Pogwisch (* um 1420), das erste urkundlich auf Gut Farve genannte Familienmitglied. Möglicherweise hat aber bereits sein 1432 in Schweden verstorbener Vater Benedikt das Gut begründet. Farve gehörte der Familie Pogwisch dann bis Mitte des 17. Jahrhunderts.
  • Wulf Pogwisch (* um 1485; † 2. Februar 1554) war herzoglicher und königlicher Rat von Friedrich I. und hatte großen politischen Einfluss im Königreich Dänemark.
  • Bertram von Pogwisch († um 1600 in Kassel), Bruder von Wulf Pogwisch, war streng katholisch und stellte Besitzansprüche an das Augustiner-Chorherren-Stift Bordesholm.
  • Sievert von Pogwisch (1587–1626), Edelmann und Klosterpropst zu Uetersen
  • Anna Pogwisch (1634–1722), Mäzenin
  • Freiherr Wilhelm Julius von Pogwisch (* 30. Juli 1760; † 7. Dezember 1836), Sohn des Carl Benedict von Pogwisch (* ca. 1720; † 20. Februar 1778) in Domnau/Kreis Bartenstein in Ostpreußen, war der Vater von Freiin Ottilie von Goethe (Schwiegertochter von Johann Wolfgang von Goethe) und Freiin Ulrike von Pogwisch ((* 1798, † 1875) seit 1864 Priorin des St.-Johannis-Klosters vor Schleswig), mit ihrem Tod 1875 starb das Geschlecht in Schleswig-Holstein aus.
  • Georg Ernst Friedrich von Pogwisch (* 1765, † 19. April 1845), Sohn des Christian Friedrich von Pogwisch († nach 1765), großherzoglich mecklenburg-schweriner Oberst; mit ihm starb der Letzte lehensfähige des Adelsgeschlechts.
  • Henriette Ulrike Ottilie von Pogwisch (1776–1851), geborene Gräfin Henckel von Donnersmarck
  • Ottilie von Goethe, geborene Freiin von Pogwisch (1796–1872), Schwiegertochter von Johann Wolfgang von Goethe
  • Christiane Louise Amalie von Pogwisch (1790–1881), Tochter des dänischen Oberstleutnants Christian Ludvig Frederik von Pogwisch († 1806), wohnhaft im Damenstift Thaarupgaard; mit ihrem Tod 1881 starb das Geschlecht gänzlich aus.
  • Aus der Familie Pogwisch gingen mehrere Äbtissinnen des Klosters Itzehoe hervor.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ältestes Kieler Stadtbuch