Postmortale Eheschließung

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Die postmortale Eheschließung (frz. mariage posthume oder mariage post mortem) ist im französischen Recht eine Form der Eheschließung, bei der erst nach dem Tod (posthum) eines der beiden Eheleute nachträglich die Ehe eingegangen wird. Diese Form der Eheschließung wurde in Frankreich während des Ersten Weltkriegs eingeführt. Eine ähnliche Möglichkeit gab es mit der Leichentrauung nach deutschem Recht während des Zweiten Weltkriegs.[1]

In Frankreich war die postmortale Eheschließung anfangs nur für Kriegszeiten vorgesehen, wurde aber 1959 im Code civil (Art. 165 ff. C.c.: Abschnitt: „Förmlichkeiten der Eheschließung“) auf Friedenszeiten ermöglicht. Die postmortale Eheschließung wurde nach dem Dammbruch von Malpasset (421 Todesopfer, 2. Dezember 1959) auf Initiative von Präsident de Gaulle in den Code civil aufgenommen (Artikel 171). Anlass für diese Gesetzesänderung war der Fall der Frau Irene Jodard, deren Verlobter André Capra bei dem Dammbruch ums Leben gekommen war.

Jährlich gibt es in Frankreich ungefähr 50 Ersuchen für eine postmortale Eheschließung, von denen ungefähr 20 stattgegeben wird und 30 abgelehnt werden. Das Gesuch muss an den französischen Staatspräsidenten gerichtet werden, der über den Justizminister einen örtlichen Untersuchungsrichter mit der Analyse des Falls beauftragt. Es müssen bereits vor dem Todesfall ernsthafte Heiratsabsichten bestanden haben, beispielsweise Bestellung des Aufgebots, gemeinsame Kinder oder Schwangerschaft oder gemeinsame geschäftliche Pläne. Die Zustimmung der Eltern beider Seiten ist zudem erforderlich.

Der Tag der Eheschließung wird vor das Todesdatum zurückdatiert. Um persönliche Vorteilsnahme durch die Anwendung dieses Gesetzes auszuschließen, hat die Eheschließung keine erbrechtlichen Folgen. Der überlebende Ehepartner darf keine finanziellen Vorteile durch die Eheschließung haben. Die Kinder bekommen aus der Beziehung den Status einer ehelichen Geburt mit den entsprechenden erbrechtlichen Folgen.

Kritiker[Bearbeiten]

Kritiker der postmortalen Eheschließung führen an, dass es gegen den „gesunden Menschenverstand“ spreche, einen Toten zu heiraten, da zu einer Ehe stets zwei lebende Menschen gehören. Daher auch die gebräuchliche Formel: „Bis dass der Tod Euch scheide“.

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In humoristischer Weiterführung haben Komiker diesbezüglich vorgeschlagen, dass man noch Marilyn Monroe oder Kleopatra verheiraten könne. Im anderen Fall wurde aus der postmortale Eheschließung geschlossen, dass es es nicht mehr abwegig sei, dass Kim Il-sung als „ewiger Präsident“ von Nordkorea bestätigt wird.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rechtslexikon.net: Nachträgliche (postmortale) Eheschliessung