Berchtolds Zwerg-Laichkraut

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Berchtolds Zwerg-Laichkraut
Berchtolds Zwerg-Laichkraut (Potamogeton berchtoldii), Illustration

Berchtolds Zwerg-Laichkraut (Potamogeton berchtoldii), Illustration

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Froschlöffelartige (Alismatales)
Familie: Laichkrautgewächse (Potamogetonaceae)
Gattung: Laichkräuter (Potamogeton)
Art: Berchtolds Zwerg-Laichkraut
Wissenschaftlicher Name
Potamogeton berchtoldii
Fieber

Berchtolds Zwerg-Laichkraut (Potamogeton berchtoldii) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Laichkräuter (Potamogeton) innerhalb der Familie der Laichkrautgewächse (Potamogetonaceae). Sie ist auf der Nordhalbkugel weitverbreitet. Der Name ehrt den böhmischen Botaniker Friedrich Graf von Berchtold, Freiherr von Ungarschitz (Platz bei Neuhaus 25.10.1781 – 3.4.1876 Schloß Buchlewitz bei Ungarisch-Hradisch), der zusammen mit Franz Xaver Fieber 1838 ein Werk Die Potamogeta Böhmens veröffentlichte.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berchtolds Zwerg-Laichkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 100 Zentimetern erreicht. Das Rhizom ist dünn oder fehlt ganz. Die Laubblätter sind dreinervig, bis 2 Millimeter breit, sie haben zumindest an der Basis zwei Drüsenhöcker und ein deutliches Mittelstreifennetz. Die unteren Seitennerven münden fast rechtwinklig 0,5 bis 1 Millimeter unterhalb der Blattspitze in den Mittelnerv. Der Mittelnerv wird im mittleren und unteren Blattbereich von weißen, langgestreckten Zellen begleitet. Die „Nebenblätter“ sind völlig offen.

Die Blütezeit ist von Juni bis September. Die kopfige Ähre ist 2 bis 8 Millimeter lang.

Die Frucht ist olivgrün, 2 bis 2,5 Millimeter lang, mit stumpfem Kiel und der Schnabel ist kurz und hakig.

Die spindelförmigen Turionen stehen am Stängel.

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 26.[2]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berchtolds Zwerg-Laichkraut ist auf der Nordhalbkugel in Nordamerika, Eurasien, auf den Azoren und Madeira und in Nordafrika weitverbreitet. In Europa tritt es nur in den südlichsten Gebieten auf, es ist dort selten oder es fehlt ganz. In den Allgäuer Alpen steigt es im Tiroler Teil in einem Tümpel am Salzbüheljoch bei Lechleiten bis zu 1760 Metern Meereshöhe auf.[3]

Berchtolds Zwerg-Laichkraut wächst in stehenden oder in fließenden, nährstoffarmen bis nährstoffreichen, häufig basenreichen Gewässern. Es kommt in Gesellschaften der Ordnung Potamogetonetalia vor.[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu dieser Art gehören drei Unterarten[4] :

  • Potamogeton berchtoldii subsp. berchtoldii: Sie kommt in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel vor.[4]
  • Potamogeton berchtoldii subsp. clystocarpus (Fernald) Les & Tippery: Sie kommt in Texas vor.[4]
  • Potamogeton berchtoldii subsp. gemmiparus (J.W.Robbins) Les & Tippery: Sie kommt vom südöstlichen Kanada bis zu den nordöstlichen USA vor.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Schmeil, Jost Fitschen (Begr.), Siegmund Seybold: Die Flora von Deutschland und der angrenzenden Länder. Ein Buch zum Bestimmen aller wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. 95. vollst. überarb. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01498-2.
  • Rothmaler: Exkursionsflora von Deutschland, Gefäßpflanzen: Grundband. 20. Auflage, 2011, Spektrum Verlag Heidelberg, ISBN 978-3-8274-1606-3
  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). 2., korrigierte und erweiterte Auflage. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2.
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi, Arno Wörz (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 7: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklassen Alismatidae, Liliidae Teil 1, Commelinidae Teil 1): Butomaceae bis Poaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart 1998, ISBN 3-8001-3316-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walter Erhardt u. a.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2, Seite 1883. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008. ISBN 978-3-8001-5406-7
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Seite 104. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. ISBN 3-8001-3131-5
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 126.
  4. a b c d Rafaël Govaerts (Hrsg.): Potamogeton berchtoldii. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Abgerufen am 15. August 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Berchtolds Zwerg-Laichkraut (Potamogeton berchtoldii) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien