Langblättriges Laichkraut

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Langblättriges Laichkraut
Langblättriges Laichkraut (Potamogeton praelongus)

Langblättriges Laichkraut (Potamogeton praelongus)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Froschlöffelartige (Alismatales)
Familie: Laichkrautgewächse (Potamogetonaceae)
Gattung: Laichkräuter (Potamogeton)
Art: Langblättriges Laichkraut
Wissenschaftlicher Name
Potamogeton praelongus
Wulfen

Das Langblättrige Laichkraut (Potamogeton praelongus) ist eine Wasserpflanzenart aus der Familie der Laichkrautgewächse (Potamogetonaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Langblättrige Laichkraut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht eine Länge von bis zu 0,8 bis 3 Meter, der Stängel ist im Querschnitt oval bis rund. Die ungestielten Blätter liegen unter Wasser und sind spiralförmig angeordnet. Sie sind schmal eiförmig-lanzettlich, am Ansatz rund und umfassen den Stängel scheidig, der Rand ist glatt und ganzrandig, die Blattspitze abgerundet bis stumpf. Schwimmblätter fehlen. Die Mittelrippe steht deutlich hervor, die Seitenrippen sind feinmaschig miteinander verbunden. Die 3 bis 8,1 Zentimeter langen, faserigen Nebenblätter sind linealisch-lanzettlich, weißlich bis grün, dauerhaft und seitlich eingerollt.

Blütezeit ist Juni bis Juli, der Blütenstand ist eine über der Wasseroberfläche stehende, unverzweigte Ähre, sie ist zylindrisch und 3,4 bis 7,5 Zentimeter lang. Das Langblättrige Laichkraut ist windbestäubend und die Blüten sind kronblattlos. Zum Schutz der Fortpflanzungsorgane entwickeln sich jedoch an den Konnektiven der Staubbeutel grünliche Anhängsel, die einer vierblättrigen Blütenkrone ähneln.[1] Die Blütenstandsachsen sind achselbürtig oder endständig und erreichen eine Länge von 9,5 bis 53 Zentimeter.

Die Früchte sind ungestielte Nüsschen (Sammelsteinfrucht).[2] Sie sind grünbraun, umgekehrt eiförmig, achsabgewandt stets sowie gelegentlich seitlich gekielt, 4 bis 5,7 Millimeter lang und 3,2 bis 4 Millimeter breit.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 52.[3]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ährenblütenstand des Langblättrigen Laichkrauts

Das Langblättrige Laichkraut ist weitverbreitet, es findet sich in den gemäßigten Zonen Eurasiens[4] wie auch in Nordamerika (Grönland bis Mexiko) von der Küste bis 3000 Meter Meereshöhe in tiefen, pH-neutralen bis alkalischen Seen und Fließgewässern. Es ist eine Charakterart des Potamogetonetum filiformis aus dem Verband Potamogetonion, kommt aber auch in Gesellschaften des Verbands Ranunculion fluitantis vor. Es gedeiht in 50–300 Zentimetern Wassertiefe.[3]

In den Allgäuer Alpen steigt es im Vorarlberger Teil im Kalbelesee am Hochtannbergpass bis zu 1660 Metern Meereshöhe auf.[5]

In vielen europäischen Ländern sind ihre Bestände stark zurückgegangen (Großbritannien um 25 %, Frankreich um 30 %, Deutschland um 60 %, Tschechien um 90 %), Gründe für das zunehmende Verschwinden der Art ist vor allem die zunehmende Eutrophierung der Gewässer.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Götz: Pflanzen bestimmen mit dem Computer. 2001, ISBN 382528168X
  • Robert R. Haynes, C. Barre Hellquist: Potamogetonaceae. In: Flora of North America, Bd. 22, (Online), Zugriff am 17. November 2008

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Informationen dieses Artikels entstammen zum größten Teil den unter Literatur angegebenen Quellen, darüber hinaus werden folgende Quellen zitiert:

  1. Urania Pflanzenreich, Höhere Pflanzen Bd. 2. Urania-Verlag Leipzig, Jena, Berlin, 1976, S. 336.
  2. Informationen zum Langblättrigen Laichkraut bei ufz.de (Memento des Originals vom 9. August 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ufz.de, Zugriff am 17. Oktober 2010
  3. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 105.
  4. Rafaël Govaerts (Hrsg.): Potamogeton praelongus. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew, abgerufen am 1. Juni 2020.
  5. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 130–131.
  6. Informationen zum Langblättrigen Laichkraut bei FloraWeb.de, Zugriff am 17. November 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Potamogeton praelongus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien