Potelytsch

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Potelytsch
Потелич
Wappen von Potelytsch
Potelytsch (Ukraine)
Potelytsch
Potelytsch
Basisdaten
Oblast: Oblast Lwiw
Rajon: Rajon Schowkwa
Höhe: 258 m
Fläche: 30,7 km²
Einwohner: 2.500 (2001)
Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 80320
Vorwahl: +380 3252
Geographische Lage: 50° 13′ N, 23° 33′ OKoordinaten: 50° 12′ 40″ N, 23° 32′ 59″ O
KOATUU: 4622787601
Verwaltungsgliederung: 12 Dörfer
Adresse: 80330 с. Потелич
Statistische Informationen
Potelytsch (Oblast Lwiw)
Potelytsch
Potelytsch
i1

Potelytsch (ukrainisch Потелич; russisch Потелич Potelitsch, polnisch Potylicz) ist ein Dorf in der westukrainischen Oblast Lwiw mit etwa 2500 Einwohnern.

Es gehört mit 12 anderen Dörfern zur gleichnamigen Landratsgemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jan Długosz (* 1415; † 1480) erwähnte in seiner Chronik einen Burgwall Tylicz im Fürstentum Bels im Jahre 1223.[1] Der Ort wurde auch früher in einem Dokument aus dem Jahre 1261 urkundlich erwähnt. Etwa im Jahre 1420 erhielt der Ort von Siemowit IV. das Stadtrecht.[1] Siemowit stiftete auch eine römisch-katholische Pfarrei im Jahre 1423.[1]

1462 wurde das Fürstentum Belz als erledigtes Lehen durch die polnische Krone eingezogen. Auf dem Gebiet des ehemaligen Fürstentums konstituierte sich in der Folge die polnische Woiwodschaft Bełz.

Bei der ersten Teilung Polens kam das Dorf 1772 zum neuen Königreich Galizien und Lodomerien des habsburgischen Kaiserreichs (ab 1804).

Im Jahre 1900 hatte Potylicz 608 Häuser mit 3261 Einwohnern, davon 2445 ruthenischsprachige, 805 polnischsprachige, 11 deutschsprachige, 2340 griechisch-katholische, 586 römisch-katholische, 335 Juden.[2]

Nach dem Ende des Polnisch-Ukrainischen Kriegs 1919 kam der Ort zu Polen. Im Jahre 1921 hatte miasteczko [Städtchen/Marktgemeinde] Potylicz 633 Häuser mit 3371 Einwohnern, davon 2096 Ruthenen, 1275 Polen, 96 Juden (Nationalität), 2323 griechisch-katholische, 778 römisch-katholische, 1 anderer Christ, 269 Juden (Religion).[3] Der Ort verlor den Status der Marktgemeinde in der Zwischenkriegszeit.

Im Zweiten Weltkrieg gehörte der Ort zuerst zur Sowjetunion, ab 1941 zum Generalgouvernement und ab 1945 wieder zur Sowjetunion, heute zur unabhängigen Ukraine.

In Potelytsch befindet sich mit bisher 15.400 Beisetzungen eine der größten deutschen Kriegsgräberstätten der Ukraine.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Griechisch-katholische Holzkirche, erbaut 1502, umgebaut 1736, ab 2013 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen, siehe die Holzkirchen in den Nordkarpaten
  • Gemauerte griechisch-katholische Kirche, erbaut 1936
  • Römisch-katholische Kirche, erbaut 1824–1837, geschlossen 1947, wiedergeöffnet 1990
  • Ruinen der Burgwall auf dem Hügel Stare Horodyschtsche

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kasjan Sakowicz (1578–1647) religiöser Aktivist, Theologe, Schriftsteller[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Potelytsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Grzegorz Rąkowski: Ukraińskie Karpaty i Podkarpacie, część zachodnia. Przewodnik krajoznawczo-historyczny. Oficyna Wydawnicza "Rewasz", Pruszków 2013, ISBN 978-83-62460-31-1, S. 148–150 (polnisch).
  2. Ludwig Patryn (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder, bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900, XII. Galizien. Wien 1907.
  3. Główny Urząd Statystyczny: Skorowidz miejscowości Rzeczypospolitej Polskiej. Tom XIII. Województwo lwowskie. Warszawa 1924 (polnisch, online [PDF]).
  4. Kriegsgräberstätte Potelitsch - Bau, Pflege und Instandsetzung | Volksbund.de. Abgerufen am 9. Juni 2019.