Präfaschismus

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Präfaschismus oder Protofaschismus ist in der deutschen Geschichtswissenschaft ein alternativer Begriff zu dem von Armin Mohler geprägten Begriff der Konservativen Revolution und beschreibt dort eine Radikalisierung des Konservatismus. Der Begriff des Konservatismus ist dagegen schwer anzuwenden auf antiliberale Intellektuelle wie Georges Sorel und verschiedene nationale Revolutionäre sowie die Futuristen. Zum Faschismus verhielten sich viele präfaschistische Denker, wie z. B. in Italien Benedetto Croce, Filippo Tommaso Marinetti, D’Annunzio, Luigi Pirandello, Robert Michels und Gaetano Mosca, aufgrund des Antiintellektualismus der Faschisten und der eigenen elitären Verachtung der Massen ambivalent.

Der Historiker Zeev Sternhell fasst unter dem Begriff Präfaschismus kulturpessimistische Denkströmungen zusammen, die besonders in Deutschland und Frankreich seit 1890 Anhänger fanden (Maurice Barrès, Oswald Spengler, Julius Langbehn) und auf einer verkürzenden Popularisierung älteren antimodernistischen Gedankenguts beruhen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Jürgen Puhle: Von der Agrarkrise zum Präfaschismus: Thesen zum Stellenwert der agrarischen Interessenverbände in der deutschen Politik am Ende des 19. Jahrhunderts. Steiner, Wiesbaden 1972; 60 S.; Schriftenreihe: Vorträge des Instituts für Europäische Geschichte Mainz; 54.
  • Klaus Eberhardt: Literatur, Sozialcharakter, Gesellschaft: Untersuchungen zur Konstituierungsphase der präfaschisten Literatur; 190 S.; Univ., Diss., Göttingen 1984.
  • Andreas Zobel: Frankreichs extreme Rechte vor dem ersten Weltkrieg unter besonderer Berücksichtigung der Action francaise. Ein empirischer Beitrag zur Bestimmung des Begriffs Präfaschismus. Diss. FU Berlin, 1982.
  • Zeev Sternhell: Von der Aufklärung zum Faschismus und Nazismus. Reflexionen über das Schicksal der Ideen im 20. Jahrhundert. In.: jour fixe initiative berlin: Geschichte nach Auschwitz. Münster 2002, ISBN 3-89771-409-4.