Puhoi

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Puhoi
Puhoi (Neuseeland)
Puhoi
Koordinaten 36° 30′ S, 174° 40′ OKoordinaten: 36° 30′ S, 174° 40′ O
Region Auckland
Distrikt Auckland Council
bis Oktober 2010
Rodney District
Einwohner 493 (2008)
Kirche St Peter and St Paul in Puhoi
Puhoi Town Library (Bücherei)

Puhoi ist ein Dorf nördlich von Auckland in Neuseeland, das seit 1863 von deutschböhmischen Siedlern geprägt ist.

Geografie und Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort pūhoi steht in der maorischen Sprache für langsam, schwächer werden, stumpf und dergleichen. [1] Benennungsmotiv ist also der hier langsam fließende bzw. sich verlangsamende Puhoi River, an dem der Ort liegt. Puhoi befindet sich rund 50 km nördlich von Auckland und ist über den nördlich verlaufenden New Zealand State Highway 1 zu erreichen. Der Ort war bis Oktober 2010 verwaltungstechnisch dem Rodney District zugeordnet und gehört seit der politischen Neuordnung vom 1. November 2010 zum Auckland Council.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zensus von 2006 wurden für die statistische Einheit Tauhoa-Puhoi, die den Raum um Puhoi mit einer nordwestlichen Ausdehnung umfasst, 4.041 Einwohner angegeben. 1996 lebten dort 2.928 Menschen und 2001 waren es 3.339 Einwohner. [2] In Puhoi selbst lebten 2008 493 Menschen in 173 Haushalten. [3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Böhmische Siedlung Puhoi

Puhoi wurde am 29. Juni 1863 von einer Gruppe von böhmischen Einwanderern unter der Führung von Martin Krippner aus Staab, einer deutschböhmischen Kleinstadt 18 Kilometer südwestlich von Pilsen, gegründet. Unter dem Versprechen, 40 Acres freies Land für jeden Erwachsenen, plus 20 Acres für jedes Kind im Alter zwischen 5 und 18 Jahren zu erhalten, kamen in den Jahren 1863 bis 1876 insgesamt sechs Gruppen mit zusammen etwas über 200 Siedlern. Sie sprachen den Egerländer Dialekt, der zur nordbairischen Dialektgruppe gehört. Heute werden in Neuseeland diese Siedler und ihre Nachkommen, die sich mindestens bis zum Ersten Weltkrieg als Deutsche begriffen und offiziell als solche bezeichnet wurden, nach ihrer regionalen Herkunft als "Bohemians" genannt. Grund dafür sind die starken antideutschen Ressentiments in Neuseeland während der beiden Weltkriege, die es geboten sein ließen, die deutsche Herkunft zu verschweigen. Infolge dieser Ressentiments wurde auch das vor 1876 gegründete "German-Hotel" in "Puhoi-Hotel" umbenannt. Puhoi erhielt nun den Beinamen "Bohemian Settlement".[4]

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Kirche St Peter and St Paul, die in der Kategorie I des New Zealand Historic Places Trust als schützenswertes Denkmal eingetragen ist [5], besitzt das Dorf eine Schule, ein Hotel [6], eine Centennial Hall und einen Laden, die alle ihre Ursprünge in der Zeit der Besiedlung haben. In dem Gebäude einer zwischen 1923 und 1964 in Nutzung befindlichen katholischen Grundschule gibt es heute ein Museum. [7] Unter den kleineren Wirtschaftsunternehmen des Ortes befindet sich eine Käsefabrik, die ihre landesweit bekannten Produkte unter dem Namen des Orts vermarktet. [8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • History of Puhoi. Puhoi Historical Society Inc, abgerufen am 5. September 2014 (HTML, englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Māori Dictionary = pūhoi. Auckland University of Technology, abgerufen am 28. August 2011 (HTML, englisch).
  2. QuickStats About Tauhoa-Puhoi. Statistics New Zealand, abgerufen am 28. August 2011 (HTML, englisch).
  3. Puhoi Structure Plan 2010. Rodney District Council, abgerufen am 28. August 2011 (PDF 1,7 MB, englisch).
  4. Wilfried Heller: Die "Bohemians" in Neuseeland - eine ethnische Gruppe? in: Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft, 147. Jg., Wien 2005, S. 7-36.
  5. Church of St Peter and St Paul (Catholic). New Zealand Historic Places Trust, abgerufen am 28. August 2011 (HTML, englisch).
  6. Peter E Rodgers: Puhoi Historic. Abgerufen am 5. September 2014 (HTML, englisch, Artikel stammt von der PUHOI Press vom Januar 2001).
  7. Puhoi Bohemian Museum. Puhoi Historical Society Inc, abgerufen am 5. September 2014 (HTML, englisch).
  8. Puhoi Valley. Puhoi Valley Cheese, archiviert vom Original am 18. Dezember 2007, abgerufen am 14. Januar 2016 (HTML, englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).