Punktierter Gilbweiderich

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Punktierter Gilbweiderich
Punktierter Gilbweiderich

Punktierter Gilbweiderich

Systematik
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Unterfamilie: Myrsinengewächse (Myrsinoideae)
Gattung: Gilbweiderich (Lysimachia)
Art: Punktierter Gilbweiderich
Wissenschaftlicher Name
Lysimachia punctata
L.

Der Punktierte Gilbweiderich (Lysimachia punctata), auch Punkte-Gilbweiderich, Goldfelberich oder Drüsiger Gilbweiderich genannt, ist eine Pflanzenart in der Unterfamilie der Myrsinengewächse (Myrsinoideae) innerhalb der Familie der Primelgewächse (Primulaceae). Er wird gelegentlich als Zierpflanze in Gärten kultiviert.

Der Punktierte Gilbweiderich unterscheidet sich vom ähnlichen Gewöhnlichen Gilbweiderich durch seine Behaarung und die andere Form des Blütenstandes.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Plantarum indigenarum et exoticarum icones ad vivum coloratae, oder Sammlung nach der Natur gemalter Abbildungen inn- und ausländlischer Pflanzen, für Liebhaber und Beflissene der Botanik
Behaarte Stängel und Blüten
Schnitt durch Blüte mit Staubblättern, Fruchtknoten und Stempel

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Punktierten Gilbweiderich handelt sich um eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 100 Zentimetern erreicht. Die meist in Gruppen wachsenden Pflanzen haben einen aufrechten und unverzweigten Stängel, der weich behaart ist.

Die zu dritt bis viert quirlig angeordneten Laubblätter sind eiförmig und unterseits dunkel drüsig punktiert.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen das Stängelende werden die Blätter kleiner, und die Blüten sitzen zu dritt bis viert in den Blattachseln, nicht jedoch in kleinen gestielten Rispen wie beim Gewöhnlichen Gilbweiderich. Diese Anordnung wird auch als „durchblätterte Rispe“ bezeichnet.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchblätter sind rein grün und nicht rötlich berandet. Die drüsig bewimperten, gelben Kronblätter sind nur an ihrer Basis verwachsen; an der Spitze sind sie manchmal rötlich gefärbt. Die Blütezeit erstreckt sich über den gesamten Sommer.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 30.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Punktierte Gilbweiderich stammt aus der Türkei und dem südlichen Europa. Da er vollkommen frosthart ist, wird er aber in Mitteleuropa oft in Gärten kultiviert und kommt vielfach verwildert vor, in Deutschland beispielsweise überall außer im äußersten Nordosten. Er erreichte wahrscheinlich vor seiner Auswilderung in Salzburg und Piemont seine ursprüngliche westliche Arealgrenze.

Der Punktierte Gilbweiderich gedeiht am besten auf feuchten, nährstoffreichen, lehmig-tonigen Böden mit guter Humusführung in sommerwarmen Lagen. Er wächst an recht verschiedenen Standorten, wie nicht zu schattigen und feuchten Waldrändern, an Flussufern, in Ginsterheiden oder an Wegrändern. Man findet ihn in Mitteleuropa besonders in Gesellschaften des Filipendulion (nasse Staudenfluren) oder Aegopodion podagrariae vor.[1]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Lysimachia punctata erfolgte 1753 durch Carl von Linné. Synonyme für Lysimachia punctata L. sind: Lysimachia verticillaris Spreng., Lysimachia verticillata Fiori.[2]

Von Lysimachia punctata gibt es zwei Unterarten:[2]

  • Lysimachia punctata L. subsp. punctata
  • Lysimachia punctata subsp. tomentosa (Davidov) Peev (Syn.: Lysimachia punctata var. tomentosa Davidov): Sie kommt nur in Bulgarien vor.[2]
Die panaschierte Sorte ‘Alexander’

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Sorten werden in Gemäßigten Gebieten als Zierpflanzen in Parks und Gärten verwendet.[3]

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Rudolf Schubert, Klaus Werner, Hermann Meusel (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Begründet von Werner Rothmaler. 13./14. Auflage. Band 2: Gefäßpflanzen. Volk und Wissen, Berlin 1987, ISBN 3-06-012539-2.
  • Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 3: Nachtkerzengewächse bis Rötegewächse. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 743.
  2. a b c Karol Marhold, 2011: Primulaceae.: Datenblatt Lysimachia punctata In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011.
  3. Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5 (darin Seite 549).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Punktierter Gilbweiderich (Lysimachia punctata) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien