Qualitative Daten

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Qualitative Daten werden, wie auch quantitative Daten, hinsichtlich ihrer Nutzung, Interpretation und Einsatzgebiete in der Sozialwissenschaft, speziell in der empirischen Forschung unterschieden. Qualitative Daten sind nicht-numerische, oft verschriftlichte oder in audiovisueller Form vorliegende Daten. Daher ergibt sich für qualitative Daten als einziges Skalenniveau die Nominalskalierung. Qualitative Methoden fokussieren das Beschreiben, subjektive Interpretieren und Verstehen von Verhalten und Zusammenhängen.

Datengewinnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Datengewinnung ist im Gegensatz zum quantitativen Ansatz offen und flexibel. Häufig eingesetzte Instrumente sind Interviews, Gruppendiskussionen und (Verhaltens-)Beobachtungen. Die Vorgehensweise des Forschers ist frei und explorativ, Subjektivität des Forschers ist mitunter erwünscht. Auf Standardisierungen wird bei der Datengewinnung weitgehend verzichtet, das heißt z. B. die Reihenfolge der Fragen darf variiert werden, um auf den Gesprächspartner eingehen zu können. Dadurch wird ein hohes Maß an Inhaltsvalidität erzeugt.

Qualitative Forschung ist explorativ und hypothesengenerierend, eine theoretische Fundierung liegt nicht vor. Ziel ist die Darstellung einer subjektiven Wirklichkeit von relevanten Zielpersonen, um deren Verhalten und Empfindungen nachvollziehen und Schlüsse ableiten zu können.

Neben der beschriebenen Gewinnung von qualitativen Daten als Teil des Forschungsprozesses wird in Forschungsprojekten einzelner Disziplinen zunehmend auch auf bereits existierende Daten zum Zwecke einer Sekundäranalyse zurückgegriffen. Entsprechende Forschungsansätze werden dadurch ermöglicht, dass Datenbestände systematisch dokumentiert und über ein Forschungsdatenzentrum angeboten werden. Vorreiter für den Bereich Daten der qualitativen Sozialforschung sind das Angebot Qualiservice an der Universität Bremen (Interviewdaten der Lebenslaufforschung) und das Forschungsdatenzentrum Bildung (Audiovisuelle Daten und Interviewdaten der Schul- und Unterrichtsforschung).

Einsatzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Qualitative Forschung wird überall dort eingesetzt, wo es noch keine Differenzierungen, Strukturierungen oder Theorien zur Ableitung von Hypothesen gibt. Häufig ist die qualitative Forschung der erste Schritt, bevor im zweiten Schritt die Hypothesen der qualitativen Daten mit quantitativen Verfahren überprüft werden. In Produktentwicklungsprozessen werden besonders häufig qualitative Daten erhoben, so z. B. von Marktforschungsinstituten mithilfe von ethnographischen Interviews bei potenziellen Konsumenten.

Stichprobencharakterisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stichprobengröße bei qualitativen Daten schwankt zwischen 20 und 200 Teilnehmern, ist aber in jedem Fall geringer, als bei quantitativen Daten ähnlicher Fragestellungen, wo deutlicher schneller als bei quantitativen Daten die theoretische Sättigung eintritt. Zusammengesetzt werden die Daten nach dem Theoretical-Sampling-Prinzip, die Merkmalsträger müssen also entsprechend der Fragestellung ausgewählt werden und so heterogen wie möglich sein.

Probleme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die gewollte Subjektivität bei qualitativen Daten kann oft zu Verzerrungen führen, wenn der Forscher ein bestimmtes Ziel erreichen möchte
  • Qualitative Datengewinnung ist u. a. durch fehlende Standardisierung sehr ressourcenaufwändig (Zeit und Kosten)
  • Aus qualitativen Daten kann kein zählbarer Rückschluss auf eine Grundgesamtheit getroffen werden
  • Die Qualifikation des Forschers zur Gewinnung und Auswertung qualitativer Daten sollte sehr hoch sein, weswegen die Qualität der Daten auch sehr abhängig vom Forscher ist

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • M. Amelang, W. Zielinski: Psychologische Diagnostik und Intervention. Springer, Berlin 1997
  • U. Flick: Qualitative Forschung. Theorie, Methoden, Anwendung in Psychologie und Sozialwissenschaften. Rowohlt, Reinbek 1995
  • P. Mayring: Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. Deutscher Studienverlag, Weinheim 1995
  • E. Salcher: Psychologische Marktforschung. de Gruyter, Berlin 1995

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]