Quorthon

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Quorthon (* 17. Februar 1966; † 3. Juni 2004 in Stockholm; eigentlich Ace Forsberg, geboren als Thomas Forsberg) war ein schwedischer Musiker.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Bathory

Quorthon gründete 1983 im Alter von 17 Jahren[1] die schwedische Metal-Band Bathory, deren Kopf und Songwriter er war. Als solcher gilt Quorthon als einer der Wegbereiter für den Black Metal[2] und den Viking Metal,[2] seine ersten sechs Alben gelten als Meilensteine.[2] Über den Großteil seiner Alben hatte er keine feste Besetzung.

Quorthon gab selten Interviews, lebte von der Metal-Szene abgeschieden und wollte nicht live auftreten. In der ganzen Bandgeschichte entstand nur ein Video zum Song One Rode to Asa Bay vom Album Hammerheart (1990). Fotografien waren selten. Er galt in der Szene als eher introvertiert, dabei entstand ein Teil der Mystik eigentlich durch Zufall: Bathory hatten vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums keine Promofotos aufgenommen, ein Line-up war nicht angegeben, weil zwei Mitglieder der zu dieser Zeit noch festen Band die Gruppe gerade wieder verlassen hatten. Doch mit der Zeit gefiel Quorthon das Mysterium, das er geschaffen hatte.[3] Quorthon wollte später die von ihm geschaffene Kunstfigur und seine Privatperson strikt getrennt halten, zudem wollte er kein Star sein und fühlte sich nicht als Teil einer Szene. Auch streute er verschiedene Gerüchte über sein Privatleben.[4] So gab er einmal an, er würde mit bürgerlichem Namen „Pugh Rogefeldt“ heißen.[5]

Er gründete 1994 auch das nach ihm benannte Soloprojekt Quorthon, welche sich allerdings stark von Bathory unterschied.Mit dem Projekt spielte er 1994 Album sowie das Doppelalbum Purity of Essence, die beide eher am Alternative Rock beziehungsweise am Grunge der 1990er Jahre orientiert sind und mit Metal nichts zu tun haben.[4][6] Der Musikstil wurde oft mit Alice in Chains, Soundgarden und Stone Temple Pilots verglichen.[7][8]

Am 8. Juni 2004 verkündete die Seite Blabbermouth.net, Quorthon sei im Alter von 38 Jahren verstorben und am Vortag tot in seiner Wohnung in Stockholm gefunden worden.

Bürgerlicher Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blabbermouth.gab Thomas Forsbeg als seinen bürgerlichen Namen an und schrieb, er sei der Sohn des Black-Mark-Production-Inhabers „Boss“; als vermutete Todesursache wurde Herzversagen angegeben.[9] Die Meldung wurde von zahlreichen weiteren Seiten übernommen.[2] Auf der offiziellen Bathory-Seite bathory.se (inzwischen unter bathory.nu zu finden) jedoch wurde auf Quorthons Tod ausschließlich mit dem Hinweis „In memory of Ace/Quorthon“ hingewiesen,[10][2] die Vaterschaft wurde durch Quorthon bestritten, zudem soll The Boss nur 12 Jahre älter als Quorthon und seine Vaterschaft somit äußerst unwahrscheinlich sei. Dies beruhte allerdings auf Fehlinformationen, Quorthon und Boss trennten 22 Jahre. Auch die Seite von Black Mark Production gab keine Informationen an. Fjordi vom Tartarean Desire Webzine bezweifelte daher in seinem Artikel zur Todesmeldung jedes Wort, insbesondere, da diese von Blabbermouth.net und somit aus dem Umfeld von Roadrunner Records stammt.[2]

Tatsächlich stammten die Informationen über Quorthons Tod und sein Verwandtschaftsverhältnis zu Börje Forsberg aus dem direkten Umfeld, nämlich vom ehemaligen Bathory-Schlagzeuger und heutigen Filmregisseur Jonas Åkerlund.[5] Sein Vater Börje und Ace Försberg selbst hielten ihre Verwandschaftsbeziehung jahrelang geheim. Sein Vater wollte dies eigentlich selbst später bekannt gegeben, Åkerlund war ihm zuvor gekommen. Dennoch ist in der damaligen Meldung ein Fehler: Thomas Forsberg ist nur der Geburtsname. Tatsächlich hatte sich Quorthon den Vornamen „Ace“ ausgesucht, den er von einem seiner Lieblingsmusiker, dem KISS-Gitarristen Ace Frehley abgeleitet hatte,[11] und sich dementsprechend amtlich umbenannt.[12]

Seit dieser Umstand bekannt wurde, gab es weitere Informationen aus seinem Privatleben. So hinterließ er auch eine Schwester. Jennie Tebler war langjährige Gastsängerin bei Lake of Tears und hat heute eine Band namens Silverwing.[12]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Bathory[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Quorthon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Single (Single, 1994)
  • Album (1994)
  • When Our Day Is Through (EP, 1997)
  • Purity of Essence (1997)
  • God Save the Queen auf A Black Mark Tribute (1997)
  • I’m Only Sleeping auf A Black Mark Tribute Vol. II (1998)

Mit Jennie Tebler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Silverwing / Song to Hall up High (Single, 2005; Musik, Texte, alle Instrumente, posthum veröffentlicht)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bathory - Birth of a legend.
  2. a b c d e f Fjordi: Bathory R.I.P..Tartarean Desire. Abgerufen am 23. Mai 2018.
  3. Daniel Ekeroth: Swedish Death Metal. Bazillion Points Books, 2008, ISBN 978-0-9796163-1-0, S. 32–33 (google.de [abgerufen am 23. Mai 2018]).
  4. a b Quorthon/Bathory: Ein Schelm der Böses erdachte. In: Metal Hammer. 11. Mai 2017 (metal-hammer.de [abgerufen am 23. Mai 2018]).
  5. a b Bathory. In: laut.de. (laut.de [abgerufen am 23. Mai 2018]).
  6. Quorthon From BATHORY Had a Grunge Solo Project!? In: Metal Injection. 12. Februar 2016 (metalinjection.net [abgerufen am 23. Mai 2018]).
  7. Quorthon. In: Intro. 4. Juni 1994 (intro.de [abgerufen am 23. Mai 2018]).
  8. Holger Stratmann: Quorthon: Album. In: Rock Hard. Nr. 84, 1994 (rockhard.de).
  9. BATHORY Mastermind QUORTHON Dead At 39. Abgerufen am 23. Mai 2018.
  10. In memory of ACE/QUORTHON. Abgerufen am 23. Mai 2018
  11. Twilightheart: Quorthon - Obituary. In: Sheol Magazine. Abgerufen am 23. Mai 2018.
  12. a b Andreas Schiffmann: Label Special: Black Mark. Alles begann in Berlin. In: Rock Hard. 371 (April 2018), S. 34–35.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]