Räucherkerze

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Räucherkegel)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Brennende Räucherkerze

Räucherkerzen, auch Räucherkerzchen oder Räucherkegel genannt, werden vor allem zur Advents- und Weihnachtszeit abgebrannt, um im häuslichen Umfeld verschiedene Düfte zu verbreiten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verwenden von unterschiedlichem Räucherwerk ist in vielen Religionen verbreitet. Die Entstehung der Räucherkerzen geht dabei auf die Verwendung von Weihrauch in der katholischen Liturgie zurück.

Schon um 1750 ist die Herstellung der Kerzchen in Crottendorf im Erzgebirge überliefert. Aber erst mit dem Aufkommen des modernen Weihnachtsbrauchtums Mitte des 19. Jahrhunderts und der ersten Räuchermännchen fand eine Verbreitung über das Erzgebirge hinaus statt.

Bestandteile und Produktionsablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zutaten und Arbeitsschritte der Herstellung im Räuchermann-Museum in Cranzahl
Räucherkerzen verschiedener Hersteller: KNOX, Crottendorfer und Huss
Räuchermännchen, in das die Kerzchen zum Abbrennen hineingesteckt werden

Das Harz des Weihrauchbaums, Holzkohle, Kartoffelmehl, Sandelholz und Rotbuchenmehl sind die Bestandteile, aus denen die kleinen Kegel geformt werden. Dabei werden die Substanzen gemahlen, zu einem feuchten Teig zusammengerührt und in Formen gegeben. Nach einem Trocknungsprozess kommen die Räucherkerzen zum Versand.

Die Produktion erfolgt hauptsächlich an drei sächsischen Standorten:

Weitere erzgebirgische Hersteller sind die Firma Gläser in Bockau, die seit 1997 den Weihrauchduft unter dem Namen „Bockauer Räucherkerzen“ („Aecht Bucker Raacherkerzle“) herstellt, und die Firma „Räucherkerzchenmanufaktur OERM“ in Aue. Außerhalb Sachsens werden Räucherkerzen in der „Carl Jaeger Räuchermittelfabrik“ in Höchst im Odenwald produziert.

Duftstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den traditionellen „Weihnachtsdüften“ wie Weihrauch, Tanne, Honig und Zimt werden auch zu anderen Jahreszeiten passende Blumendüfte angeboten. Außerdem gibt es Düfte, die Insekten vertreiben sollen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Blechschmidt: Das erzgebirgische Kräuterbuch. Altis, Berlin 1997, ISBN 3-910195-19-9, S. 174–179.
  • Renate Haas, Klaus Christof: Weihrauch: Der Duft des Himmels. Röll, Dettelbach 2006, ISBN 3-89754-252-8, S. 219.
  • Gerhard Heilfurth, Erhardt Heinold, Hans Jürgen Rau: Weihnachtsland Erzgebirge. Geschichte und Geschichten, Volkskunst, Holzspielzeug, Sitten und Bräuche, Lieder, Gedichte und Rezepte. 3. Auflage. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1993, ISBN 3-88042-284-2, S. 32.
  • Dietmar Sehn: Weihnachten in Sachsen. Sutton, Erfurt 2013, ISBN 978-3-95400-202-3, S. 89.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Räucherkerzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Räucherkerze – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen