Römer (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Römer (Meißen)
Wappen derer von Römer (Hessen)

Römer ist der Name eines aus der Markgrafschaft Meißen stammenden Adelsgeschlechts, dessen Stammreihe mit dem aus Chemnitz stammenden Hans Römer beginnt und das über fünf Jahrhunderte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs dem sächsischen Bergbau eng verbunden war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1401 wird der Chemnitzer Ratsherr Paul Romer urkundlich erwähnt. Das Adelsgeschlecht begründeten die beiden Brüder Martin Römer und Nicol Römer aus Zwickau, die 1470 einen Adelsbrief erhielten. Martin erwarb sich ein großes Vermögen als Bergzehntner zu Schneeberg durch den von ihm dort initiierten Silberbergbau. Auch ließ er als Amtshauptmann von Zwickau bedeutende Bauwerke in seiner Heimatstadt errichten und betätigte sich als Mäzen. Beide Brüder ließen sich spätgotische Stadthäuser in Zwickau errichten und erwarben zudem Rittergüter in der Umgebung, so 1470 das Rittergut Untersteinpleis und 1478 das Rittergut Neumark im Vogtland. Zwei von Nicol Römers Söhnen begründeten die beiden Linien der Familie: Wolf die ältere Neumark-Rauensteiner Linie, Martin die jüngere Steinpleiser Linie.

Für eine Familienstiftung wurde 1770 die Burg Schönfels erworben und im 18. und 19. Jahrhundert folgte noch weiterer Grundbesitz.

Im Jahr 1945 wurde die Familie von Römer im Rahmen der Bodenreform enteignet und teilweise auf die Insel Rügen deportiert.[1] Das Gut Neumark wurde ab 1990 von der Familie zurückgekauft, ebenso 2015 das Gutshaus Steinpleis.

Adelsimmatrikulation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem sie schon im Besitz eines Wappenbriefes waren, erhielten am 3. Februar 1470[2] Martin Römer und dessen Bruder Nicol Römer durch Kaiser Friedrich III. einen Adelsbrief. Eine kurfürstliche und herzoglich sächsische Belehnung mit Steinpleis und Niederalbertsdorf, beide im heutigen Landkreis Zwickau, erfolgte am 6. Februar 1476.

Die offizielle Eintragung (Adelsimmatrikulation) in das königlich sächsische Adelsbuch wurde allerdings erst am 7. März 1912 vorgenommen.

Wappen (Meißen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot zwei schräg gekreuzte goldene (silberne) Pilgerstäbe (Römerstäbe, auch Eselspeitschen) mit der Spitze nach unten. Auf dem Helm, mit rot-silbernen Decken, die gekreutzten Pilgerstäbe.“

Wappen (Hessen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In von Gold und Schwarz geteiltem Schild zwei geschrägte begriffte Pilgerstäbe verwechselter Farbe. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken ein schwarz-gestulpter goldener Hut mit zwei zwischen Hut und Stulp gesteckten geschrägten schwarzen Pilgerstäben, je oben mit einem goldenen Hahnenfederbusch besteckt.“

Kurländische Linie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Römer (Kurland)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt außerdem ein livländisches Geschlecht, dessen sichere Stammreihe in Riga mit Symon Romer beginnt, im Jahr 1561 urkundlich genannt. Allerdings erfolgte bereits am 1. August 1670 in Zwickau die offizielle Anerkennung der Zugehörigkeit zum oben beschriebenen meißnischen Adelsgeschlecht für die im Königreich Polen ansässigen Brüder und Vettern, den königlich polnischen Kammerherrn und Oberst Matthias Römer, den königlich polnischen Rittmeister Christoph Römer, Gutsherr auf Halswigshof (Kurland), den königlich polnischen Leutnant Johann Römer, den königlich polnischen Kapitän Heinrich Römer, Gutsherr auf Marzendorf, sowie für den königlich polnischen Leutnant Stephan Römer, Pfandherr auf Gut Marzendorf. Die kurfürstlich sächsische Bestätigung dieser Zugehörigkeit wurde am 19. September 1670 in Dresden vorgenommen. Die Immatrikulation bei der Kurländischen Ritterschaft für deren Nachkommenschaft folgte am 10. Mai 1841.

Wappen (Kurland)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot zwei geschrägte silberne Pilgerstäbe mit je zwei Knöpfen am Griff. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken die Pilgerstäbe, je oben mit drei silbernen Straußenfedern besteckt.“

Besitztümer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Schönfels, von 1770 bis 1945 im Besitz der Familienstiftung

Namensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Familie von Römer bei Gut-Neumark und Umgebung.
  2. Die von Römer bei Schlossarchiv.de.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur Geschichte der Familie von Römer in Sachsen, in: Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie 1888, 16. Jahrgang, S. 369–390
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XI, Seiten 483–485, Band 122 der Gesamtreihe, c. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2000, ISBN 3-7980-0822-1, ISSN 0435-2408

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]