Radio Freies Wendland

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Radio Freies Wendland ist ein Hörfunksender, der zeitweise während der Proteste gegen Castor-Transporte zum Zwischenlager Gorleben sendet. Die Rundfunksendungen können im Nordosten von Niedersachsen empfangen werden, parallel dazu wird als Internetradio gesendet. Die terrestrische Übertragung erfolgt durch den nichtkommerziellen Radiosender Radio ZuSa, der über Antenne bis zu 400.000 Menschen erreicht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sender nahm am 18. Mai 1980 noch illegal als Piratensender mit einer vom Freiburger Radio Verte Fessenheim geborgten Sendeanlage seinen Betrieb auf. Sendestandort und Studio war ein Hüttendorf, das Atomkraftgegner am 3. Mai 1980 auf einem besetzten Gelände errichtet hatten und auf dem sie die Republik Freies Wendland ausgerufen hatten.[1] Der Sender war bis zur Räumung des Geländes durch Polizei sowie Bundesgrenzschutz am 4. Juni 1980 aktiv und berichtete zuletzt von einem Turm live davon. Vor dem Verlassen des Turm zerstörten die „Funkpiraten“ die Sendeanlage.[2] Auch danach wurden wöchentlich Nachrichten aus der Anti-Atomkraft-Bewegung ausgestrahlt.[3]

Seit der Räumung des Hüttendorfes 1980 ist der Sender immer wieder zur Unterstützung der Anti-Atomkraft-Bewegung im Wendland aktiv geworden. Auch zu den Protestaktionen gegen die Castor-Transporte 2006[4], 2008[5], 2010[6] und 2011[7] war und ist Radio Freies Wendland auf Sendung.

Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Programm besteht aus Informationen zum Transportgeschehen, Direktübertragungen über die Widerstandsaktionen vor Ort und Musik. Die Sendungen werden direkt von der Essowiese in Dannenberg übertragen. Mittlerweile wird das Programm über den offenen Kanal Radio ZuSa abgestrahlt. Einzelne Sendebeiträge werden von anderen Freien Radios in Deutschland übernommen.

Radio Freies Wendland ist terrestrisch über Radio ZuSa zu hören in Lüneburg auf 95,5 MHz, in Uelzen auf 88,0 MHz sowie im Wendland und darüber hinaus auf 89,7 MHz. Als Livestream wird das Programm rund um die Uhr über Indymedia als Internetradio übertragen.

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Anlage des Senders, die 1980 aus dem Hüttendorf der Republik Freies Wendland sendete, ist seit 9. September 2015 im Deutschen Technikmuseum in Berlin innerhalb der Dauerausstellung Das Netz. Menschen. Kabel, Datenströme im Bereich Verbotene Kommunikation ausgestellt.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Carina Werner: "Wir sind die Glücklichen!" Die Freie Republik Wendland NDR, 22. April 2010
  2. 1004: Pastoren vermittelten. Demonstranten zerstörten Piratensender - Platz wird vorbereitet in: Elbe-Jeetzel-Zeitung vom 5. Juni 1980
  3. Freie Radios, Abschnitt "Gorleben. Radio Freies Wendland" Geheimsender, Verlag Rainer Pinkau
  4. Radio Freies Wendland 2006 Indymedia
  5. ...info-Radio zum Castortransport 2008
  6. ...Info- und Aktionsradio zum Castortransport 2010 (Memento des Originals vom 23. November 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.castor2010.de
  7. taz-Castor-Ticker vom 28.11.2011: Castor so lang wie noch nie unterwegs. In: Die Tageszeitung, 28. November 2011; Info- und Aktionsradio zum Castortransport 2011. linksunten.indymedia.org.
  8. Historischer Sender tauchte wieder auf in Die Tageszeitung vom 24. September 2015