Ranasinghe Premadasa

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Ranasinghe Premadasa (singhalesisch රණසිංහ ප්‍රේමදාස, Tamil ரணசிங்க பிரேமதாசா; * 23. Juni 1924; † 1. Mai 1993) war ein sri-lankischer Politiker (UNP). Von 1978 bis 1989 war er Premierminister unter Junius Richard Jayewardene und von 1989 bis 1993 schließlich Präsident von Sri Lanka.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Premadasa wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Colombo auf und bildete sich erst im Laufe seiner Karriere in der United National Party (UNP) durch den zweiten Bildungsweg. Seine Grundbildung erhielt er bei buddhistischen Mönchen und besuchte danach das St. Joseph’s College, eine katholische Bildungseinrichtung in Colombo. Er wurde frühzeitig politisch aktiv und schloss sich der Ceylon Labour Party an, für die er 1950 in den Stadtrat von Colombo gewählt wurde. 1955 wurde er stellvertretender Oberbürgermeister von Colombo.[1] 1960 bis 1965 war er Oberbürgermeister in Colombo und unter der Regierung von Premierminister Dudley Shelton Senanayake fungierte Premadasa von 1965 bis 1970 als Verkehrs- und Bauminister. In der Oppositionszeit der UNP 1970 bis 1977 nahm er verschiedene Sprecherfunktionen in der UNP-Fraktion ein, bis er nach dem Sieg bei der Parlamentswahl 1977 deren Vorsitz übernahm.[2] Von Februar 1978 bis Dezember 1988 rückte Premadasa als Premierminister für J. R. Jayewardene nach, der nach zwei Amtsperioden (1978–1989) nicht mehr kandidieren konnte. Nach Ablauf der zweiten Amtszeit Jayawardenes Ende 1988 setzte sich Premadasa bei der Präsidentschaftswahl am 20. Dezember 1988 gegen Sirimavo Bandaranaike von der SLFP durch und trat am 2. Januar 1989 sein Amt als Staatspräsident an. Er ernannte danach Dingiri Banda Wijetunga zum neuen Premierminister.

Es gelang Premadasa schnell, die indischen Besatzungstruppen im Tamilengebiet zum Abzug zu bewegen, der von April 1989 bis März 1990 erfolgte. Gleichzeitig setzte er 1989 bis 1990 die Zerschlagung der marxistischen JVP durch, die einen Terror-Aufstand gegen die UNP-Regierung begonnen hatte. Während dieses schmutzigen Krieges, den die Armee gegen die JVP und ihre Anhänger und Sympathisanten führte, wurden Tausende getötet und verschwanden. Der Waffenstillstand mit der LTTE von 1990 hielt dagegen nicht einmal ein Jahr. Der Bürgerkrieg wurde mit aller Härte fortgesetzt bis zum 1. Mai 1993, als Premadasa auf dem Weg zu einer Kundgebung am Tag der Arbeit in Colombo von einem Selbstmordattentäter der LTTE ermordet wurde.[2]

Nach seinem Tod wurde Wijetunga zum neuen Präsidenten ernannt und Handelsminister Ranil Wickremesinghe wurde Premierminister, bis beide 1994 abgewählt wurden.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ranasinghe Premadasa war mit Hema Premadasa verheiratet. Aus der Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter hervor.[2] Der Sohn Sajith Premadasa wurde nach dem Tod seines Vaters ebenfalls in der UNP politisch aktiv.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ranasinghe Premadasa. Munzinger Personenarchiv, abgerufen am 3. November 2019.
  2. a b c Bruce Palling: Obituary: Ranasinghe Premadasa. The Independent, 3. Mai 1993, abgerufen am 3. November 2019 (englisch).