Rasselbock

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Rasselbock (Hirculus crepans austriae)

Der Rasselbock oder auch Raspelbock ist ein Fabelwesen, dessen Abbild man häufig in Jägerklausen und ähnlichen Einrichtungen antrifft. Es handelt sich dabei um einen ausgestopften Hasenkopf, dem das Geweih eines Rehbocks aufgesetzt ist. Neben dem Rasselbock gibt es noch das weibliche Pendant: Die Rasselgeiß. Bei der Rasselgeiß sind die Geweihe etwas kleiner ausgebildet. Bemerkenswert sind bei manchen Exemplaren Eckzähne am Oberkiefer, die ein Feldhase ebenfalls nicht besitzt. Für den Rasselbock und die Rasselgeiß ist auch die Bezeichnung Hörnerhase gebräuchlich. Die Jungtiere heißen Waldrasslinge.

Angebliche Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erzählungen über das angebliche Vorkommen des Rasselbock gibt es vor allem im mittleren Thüringer Wald und in der Mark Brandenburg,[1][2] vereinzelt aber auch im Harz. Größere Vorkommensgebiete soll es im Schwarzatal, an der Schmücke und am Auerhahn, einem Waldhof nahe Stützerbach bei Ilmenau, geben. Gelegentliche Spuren im Schnee werden als angebliche Hinweise auf seine Existenz herangezogen.

Zum Verhalten des Fabeltieres gibt es die Angabe, dass es extrem scheu sei und ein zurückgezogenes Leben führe, aber aufgrund des verhältnismäßig mächtigen Geweihes doch sehr gefährlich sein soll.

Der Rasselbock ist auch zum Motiv für Notgeldscheine der Stadt Blankenhain in Thüringen geworden. Die Stadt Sitzendorf widmete den Fabeltieren 1994 eine Ausstellung im Dampfmaschinenmuseum.[3]

Verwandte Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ähnlichkeiten besitzt das Fabelwesen mit dem in Bayern bekannten Fabelwesen Wolpertinger. Die hessischen Dilldappe und die westalpinen Dahus sind entfernter verwandte Fabelwesen. Starke Ähnlichkeit besteht zum amerikanischen Jackalopen (Hase und Gabelbock). In österreichischem Jägerlatein wird dieses Fabelwesen als Raurackel bezeichnet.

Redewendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rasselböcke fangen wird in der Mundart als der Versuch bezeichnet, die Autorität einer älteren Person oder eines erfahrenen Menschen zu untergraben. Die Fragestellung Willst Du etwa Rasselböcke mit mir fangen? ist rhetorisch zu verstehen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dokumentationsseite des Vereins zur Brauchtumspflege im mittleren Schwarzatal e.V
  2. Dubrower Scherzbroschüre der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
  3. Rasselbock und Hanghuhn, Chronik Teil 2/1994