Ratanhia

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Ratanhia
Krameria lappacea, Illustration

Krameria lappacea, Illustration

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Jochblattartige (Zygophyllales)
Familie: Krameriaceae
Gattung: Krameria
Art: Ratanhia
Wissenschaftlicher Name
Krameria lappacea
(Dombey) Burdet & B.B.Simpson

Ratanhia (Krameria lappacea), auch Rote Ratanhia, Peru- oder Payta-Ratanhia, ist eine aus den Anden Boliviens und Peru stammende Pflanzenart der einzigen Gattung Krameria der Familie der Krameriaceae.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist ein Strauch, der Wuchshöhen von 20 bis zu 100 cm erreicht. Das Wurzelsystem ist kräftig mit einer langen Hauptwurzel, die etwa 5 bis 10 cm dick ist, und sehr langen, ästigen Nebenwurzeln, die etwa 3 cm dick sind. Die Äste sind niederliegend und werden bis zu 1 m lang. Die wechselständig, eiförmigen Laubblätter sind klein, 1 cm lang, 3 bis 4 mm breit, ganzrandig, stachelspitzig und grau seidig behaart.

Die gestielten Blüten stehen achselständig über zwei Hochblättern. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die vier Kelchblätter fallen früh ab. Die vier purpurnen Kronblätter fallen auch früh ab. Es sind nur drei Staubblätter vorhanden. Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, einfächrigen Fruchtknoten verwachsen. Die stachelige, behaarte, holzige bis ledrige Frucht enthält nur einen eiförmigen Samen, der leicht zusammengedrückt ist.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die rotbraunen Wurzeln des Strauchs werden in der Pflanzenheilkunde (Droge: Ratanhiae radix) als adstringierendes Mittel in Form von Tinkturen eingesetzt. Diese wird bei Entzündungen des Zahnfleisches, Entzündungen im Mund- und Rachenraum, wie Stomatitis oder Pharyngitis angewendet, meist als Gurgelmittel oder Einpinselung. Oft wird Ratanhiatinktur zur Anwendung mit Myrrhentinktur gemischt.

In der Rinde der schwach bitter schmeckenden Wurzel finden sich bis zu 15 Prozent Catechingerbstoffe sowie Proanthocyanidine und Stoffe aus der Gruppe der Lignane. Durch längere Lagerung der Droge entsteht durch Oxidation und Kondensation der Inhaltsstoffe ein roter Farbstoff, das sog. „Ratanhiarot“ aus der Gruppe der Phlobaphene.

Synonyme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Synonyme sind:

  • Krameria canescens Willd. ex Schultes
  • Krameria linearis Poiret
  • Krameria pentapetala Ruiz Lopez & Pavon
  • Krameria triandra Ruiz Lopez & Pavon
  • Krameria triandra var. humboldtiana Chodat
  • Landia lappacea Dombey

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2002, ISBN 3-8047-1854-X
  • Willem F. Daems: Radix Ratanhiae - die Droge mit einer gesicherten Geschichte. Deutsche Apotheker Zeitung, 121(2): 46-52, 1981

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ratanhia (Krameria lappacea) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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