Rebellenangriff auf Inguschetien 2004

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Der Rebellenangriff auf Inguschetien 2004 ereignete sich vom 21. bis 22. Juni 2004 im Rahmen des Zweiten Tschetschenienkrieges.

Ablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Radiointerview des von Moskau nicht anerkannten, im Untergrund lebenden tschetschenischen Präsidenten Aslan Maschadow im Juni 2004, in dem er eine Taktikänderung bei den Separatisten ankündigte, griffen am 21. und 22. Juni 2004 (am Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion) tschetschenische Rebellen erneut die russische Republik Inguschetien an. Die Angriffe, bei denen nicht gesichert ist, dass sie mit dem Interview in einem Zusammenhang standen, begannen am 21. Juni 2004 etwa um 23 Uhr MEZ. Nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes feuerten die schwer bewaffneten 200 Angreifer in mehreren Städten mit Raketen und Granatwerfern auf Polizeistationen, Posten der Verkehrspolizei und eine Kaserne von Grenzsoldaten. Dabei wurden viele der anwesenden Polizisten, Soldaten sowie Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft und des Inlandsgeheimdienstes FSB erschossen. Weiterhin wurde das Innenministerium und die Zentrale der Grenzpolizei in Nasran gestürmt und der Innenminister der Kaukasusrepublik, Abukar Kostojew, sowie sein Stellvertreter, der Gesundheitsminister Dschabrail Kostojew und ein UN-Mitarbeiter getötet. Nach etwa 7-stündigen Gefechten konnten Sicherheitskräfte die vermutlich tschetschenischen Angreifer zurückschlagen. Mehrere tausend Soldaten der russischen Streitkräfte wurden nach Nasran in Marsch gesetzt.[1] Durch den Angriff, der russischerseits als reiner Terrorakt gewertet wurde, waren nach behördlichen Angaben bis 24. Juni bereits mindestens 95 Menschen gestorben.[2] Gleichzeitig zu den Ereignissen in Inguschetien erfolgten Angriffe in der benachbarten Republik Dagestan. Nach dem Blutbad flüchteten die Angreifer in die russische Republik Tschetschenien.

Bereits am 26. September 2002 hatten tschetschenische Kommandos unter dem Anführer Ruslan Gelajew in dem Dorf Galschki 14 russische Soldaten und 17 inguschische Bürger erschossen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siehe dazu Florian Hassel: Angriff in Inguschetien stellt Moskau bloß. In: Frankfurter Rundschau (online) vom 23. Juni 2004 (abgerufen am 20. Mai 2016)
  2. Opferzahl nach Angriffen in Inguschetien steigt auf knapp hundert. In: derStandard.at vom 24. Juni 2004 (abgerufen am 20. Mai 2016).