Rostow am Don

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Stadt
Rostow am Don
Ростов-на-Дону
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Südrussland
Oblast Rostow
Stadtkreis Rostow am Don
Oberhaupt Sinaida Nejarochina
Gegründet 1749
Stadt seit 1807
Fläche 354 km²
Bevölkerung 1.089.261 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 3077 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 70 m
Offizielle Sprache russisch
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl +7 (863)
Postleitzahl 344xxx
Kfz-Kennzeichen 61, 161
OKATO 60 401
Website www.rostov-gorod.ru
Geographische Lage
Koordinaten 47° 14′ N, 39° 43′ OKoordinaten: 47° 14′ 0″ N, 39° 43′ 0″ O
Rostow am Don (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Rostow am Don (Oblast Rostow)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Rostow
Liste der Städte in Russland

Rostow am Don (russisch Росто́в-на-Дону́, Rostow-na-Donu) ist eine der größten Städte im europäischen Teil der Russischen Föderation. Sie liegt im Süden des Landes, 46 Kilometer vor der Mündung des Dons in das Asowsche Meer. Sie ist zugleich Hauptstadt des Rostower Gebiets und wird als „Tor zum Kaukasus“ bezeichnet.

Heute ist die Stadt mit 1.115.000 Einwohnern (2015)[2] die zehntgrößte Stadt Russlands, in der Rostower Agglomeration leben sogar knapp 2,16 Millionen Menschen.[3] Rostow am Don liegt 1100 Kilometer südlich von Moskau. Es bildet das politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Südrusslands.

Rostow am Don wird bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland Austragungsort sein.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt befindet sich im Südosten der Osteuropäischen Ebene, die meisten Stadtteile liegen am rechten Ufer des Dons, 46 km vor seiner Einmündung in das Asowsche Meer. Die südwestlichen Stadtteile grenzen an das Delta des Flusses Don. Die geografische Lage der Stadt unweit des Schwarzen, des Asowschen und des Kaspischen Meeres und die Kanäle, die Rostow mit der Ostsee und dem Weißen Meer verbinden, haben ihr auch den Beinamen „Stadt der fünf Meere“ eingebracht.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am wärmsten ist es im Monat Juli. Es werden dann durchschnittliche Temperaturen von +24 °C erreicht. Mit im Durchschnitt −4.2 °C ist der Januar der kälteste Monat des ganzen Jahres.

Rostow am Don
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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14
5
 
 
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2
-3
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: World Meteorological Organization
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Rostow am Don
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) −1,3 −0,2 5,7 16,3 23,1 26,9 29,2 28,4 22,8 14,1 7,1 1,9 Ø 14,6
Min. Temperatur (°C) −7,4 −6,6 −1,7 6,2 12,1 15,7 17,5 16,5 11,5 5,2 1,3 −3,3 Ø 5,6
Niederschlag (mm) 55 43 37 46 54 59 56 37 38 33 54 75 Σ 587
T
e
m
p
e
r
a
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u
r
−1,3
−7,4
−0,2
−6,6
5,7
−1,7
16,3
6,2
23,1
12,1
26,9
15,7
29,2
17,5
28,4
16,5
22,8
11,5
14,1
5,2
7,1
1,3
1,9
−3,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisch betrachtet besteht Rostow aus zwei Stadtkernen, dem eigentlichen Rostow und dem 1920 eingemeindeten Nachitschewan, einer ehemaligen Kolonie armenischer Exilanten, die bis heute eine große armenische Gemeinde beheimatet. Administrativ ist die Stadt in acht Bezirke gegliedert (Woroschilowski, Schelesnodoroschny, Kirowski, Leninski, Oktjabrski, Perwomaiski, Proletarski und Sowetski), die sich nicht mehr an den historischen Grenzen der beiden einstmals eigenständigen Städte orientieren. Der einwohnerreichste Bezirk ist Woroschilowski, der erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand und durch große Plattenbauten gekennzeichnet ist. Das eigentliche Zentrum liegt in den Bezirken Kirowski und Leninski. Der Großteil des Stadtgebiets liegt am nördlichen Donufer, der einzige Stadtteil am Südufer, Saretschnaja ist hauptsächlich durch Hafen- und Industrieanlagen geprägt.

Die Rostower Agglomeration mit ihren knapp 2,2 Millionen Einwohnern ist wesentlich weitläufiger und umfasst unter anderem die Städte Asow, Aksai und Bataisk. Vor Rostow liegt im Don die „Grüne Insel“ (Seljony ostrow), eine mehrere Quadratkilometer große, bewaldete Insel, die heute von den Rostowern hauptsächlich als Naherholungsgebiet benutzt wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet um das heutige Rostow am Don war bereits in der Antike besiedelt, rund 30 Kilometer westlich der heutigen Stadtgrenzen befand sich die griechische Kolonie Tanais. Später wurde die Region eine genuesische Kolonie und gelangte Ende des 15. Jahrhunderts schließlich an die Osmanen, wenngleich die Saporoger Kosaken häufige Feldzüge bis ans Asowsche Meer unternahmen. Im 18. Jahrhundert, nach mehreren Kriegen mit den Osmanen, übernahm Russland endgültig die Kontrolle über die nördliche Schwarzmeerregion und das Kaukasusgebiet.

Auf dem Gebiet Rostows befanden sich seit 1749 ein Zollhaus und ein Hafen. Der Ort selbst wurde im Jahr 1761 unter Elisabeth Petrowna zum Schutz russischer Handelswege als Festungssiedlung an der Südgrenze des damaligen Russischen Kaiserreiches gegründet. Benannt wurde sie nach dem Metropoliten Dimitri von Rostow. Nachdem es Russland im 18. Jahrhundert gelungen war, die Osmanen aus dem gesamten nördlichen Schwarzmeergebiet zu verdrängen, verlor Rostow an militärischer Bedeutung und wurde stattdessen zu einem bedeutenden Handelszentrum und überholte schnell das nahegelegene Asow. Rostow erhielt 1797 den Stadtstatus und fungierte seitdem als Kreisstadt.

Als meernaher Flusshafen stieg Rostow am Don im 19. Jahrhundert zum wichtigsten Handelsmittelpunkt und Verkehrsknoten im Süden Russlands auf. Im 19. Jahrhundert war die Stadt das administrative Zentrum des Ujesd Rostow im Gouvernement Jekaterinoslaw. Seit 1870 besteht eine Eisenbahnverbindung nach Charkiw, seit 1871 nach Woronesch und seit 1875 nach Wladikawkas. Die industrielle Entwicklung setzte in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Auf der Basis der Donbasskohle und der Eisenerze von Krywyj Rih wurde 1846 eine Eisengießerei errichtet, 1859 begann die Produktion von Dampfkesseln und -pumpen. Mit dem industriellen Aufschwung ging eine rasante Zunahme der Bevölkerungszahl einher, bis Ende des 19. Jahrhunderts waren bereits etwa 140 Industriebetriebe in der Stadt ansässig. Der Hafen war einer der größten Umschlagplätze (vor allem für den Export von Getreide, Eisenerz und Holz) im Süden Russlands.

Historisch besteht Rostow aus zwei Teilen: Rostow und Nachitschewan. Nachitschewan war früher eine selbständige Stadt, von Armeniern bewohnt, die von Katharina II. im 18. Jahrhundert vom Kaukasus übersiedelt wurden. Die ehemalige Grenze zwischen den zwei Städten ist der heutige Theaterplatz. Nachitschewan ist bis Heute Heimat einer großen armenischen Gemeinde.[4]

Bei der Volkszählung von 1897 wurde für Rostow am Don eine Einwohnerzahl von rund 119.500 ermittelt, davon 79,2 % Russen, 9,4 % Juden, 4,7% Ukrainer, 1,9 % Armenier und 1% Tataren[5]. In den 1920er Jahren stieg Rostow am Don zur drittgrößten Stadt Russlands auf, als die bis dahin selbständige Nachbarstadt Nachitschewan am Don eingemeindet wurde. Dementsprechend wuchs durch die Eingemeindung auch der Anteil der Armenier in Rostow. 1939 hatte die Stadt mehr als 500.000 Einwohner.[6]

Rostow Anfang des 20. Jahrhunderts
Ostkrieg 1941, Rückzug aus Rostow am Don
Smijowskaja Balka, heutige Gedenkstätte

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt erstmals am 20. November 1941[7] in der Schlacht um Rostow durch die Truppen des deutschen III. Armeekorps eingenommen. Bereits zwei Tage später begann jedoch der massive sowjetische Gegenangriff, und am 28. November verließen die deutschen Truppen zusammen mit Kosakenverbänden Rostow am Don und zogen sich bis nach Taganrog zurück. Auf ihrem Rückzug hinterließen sie eine Schneise der Verwüstung. Viele Fabriken und Wohnhäuser wurden von ihnen niedergebrannt und 200 sowjetische Kriegsgefangene nur wenige Stunden vor der Befreiung der Stadt am Bahnhof erschossen. Auch etwa 3000 Bewohner der Stadt kamen in diesen acht Tagen bei Luftangriffen und Kämpfen ums Leben.

Nachdem die Rote Armee die Stadt befreit hatte, wurde sofort mit dem Wiederaufbau der zerstörten Fabriken und Häuser begonnen, da man davon ausging, dass die Deutschen die Stadt nicht noch einmal erobern könnten. Am 24. Juli 1942 wurde die Stadt jedoch durch die Vorhut des XXXXIX. Gebirgskorps und Einheiten der 5. SS-Panzer-Division „Wiking“ zum zweiten Mal besetzt.

Die in Rostow lebenden Juden mussten sich am 11./12. August 1942 in einem Schulgebäude versammeln und wurden dann zur Smijowskaja Balka (Schlangenschlucht) getrieben, wo sie erschossen wurden. Darunter waren auch die damals 57-jährige Psychoanalytikerin Sabina Spielrein und ihre beiden Töchter Renata und Eva. Nach heftigen Kämpfen wurde die Stadt im Februar 1943 erneut zurückerobert und diesmal endgültig befreit.

In der Stadt bestanden die drei Kriegsgefangenenlager 251, 421 und 475 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[8]

Nach dem Zweiten Weltkrieg erholte sich die Stadt schnell von den erlittenen Zerstörungen, bereits in den 1950er-Jahren war die Einwohnerzahl wieder höher als vor dem Krieg. Ende der 1980er-Jahre wurde Rostow zur Millionenstadt.

Mit dem Zerfall der Sowjetunion ging die Industrieproduktion in den 1990er Jahren stark zurück. Ende des Jahrzehnts musste Rostow am Don seine Position als größter Industriestandort des Nordkaukasus an Krasnodar abtreten. Im Jahr 2001 fiel die Einwohnerzahl wieder unter eine Million. Seit 2002 ist eine Trendwende zu beobachten, verbunden mit einem erneuten Anstieg der Einwohnerzahl. Dieser ist teils auf Zuwanderung durch Flüchtlinge aus den ethnischen Krisengebieten des Kaukasus zurückzuführen, zum Teil auch auf eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage seit Anfang der 2000er-Jahre. Seine Funktion als großer internationaler Verkehrsknotenpunkt konnte Rostow weiter ausbauen.

Im Jahr 2000 wurde Rostow am Don zur Hauptstadt des Föderationskreises Südrussland ernannt.

Am 5. Mai 2008 erhielt die Stadt vom Präsidenten der Russischen Föderation per Ukas den Ehrentitel „Stadt des militärischen Ruhms“.

«Stadt des militärischen Ruhms»

Bevölkerung und Ethnien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der letzten Volkszählung am 14. Oktober 2010 lebten 1.089.261 Menschen in der Stadt. 2014 wurde die Einwohnerzahl mit 1.109.800 angegeben.[9] In der Agglomeration leben knapp 2,2 Millionen Menschen,[3] im erweiterten Großraum etwa 2,7 Millionen.[10]

Obwohl die überwiegende Mehrheit der Stadtbewohner dem Volk der Russen angehört, gibt es eine Vielzahl weiterer Ethnien in Rostow am Don. Ende der 1980er Jahre wurde Rostow am Don zur Millionenstadt. Neben der Russen, der dominierenden Volksgruppe, sind die Gemeinden der Armenier und Ukrainer historisch bedeutend. Rostow war und ist bis heute ein wichtiges Zentrum der armenischen Diaspora. In der Nähe von Rostow befindet sich die Kleinstadt Tschaltyr, die bis heute mehrheitlich von Armeniern bewohnt ist. Der Anteil der Ukrainer in Rostow und Umgebung war im 19. und frühen 20. Jahrhundert deutlich höher, ist in Folge einer langen Assimilation aber stark zurückgegangen und liegt bei heute unter 2%. Während in Rostow selbst schon Anfang des 20. Jahrhunderts nur wenige Ukrainer lebten, waren 1897 rund ein Drittel der Bevölkerung im Umland von Rostow Ukrainer.[5] Die Ethnien teilen sich wie folgt auf:

Im Zentrum der Stadt
Haus der Stadtduma von Rostow am Don
Uferpromenade der Stadt
Nationalität Anzahl Prozent
Russen 960.883 90,1 %
Armenier 41.553 3,4 %
Ukrainer 16.249 1,5 %
Aserbaidschaner 6.739 0,6 %
Tataren 5.299 0,5 %
Georgier 3.960 0,4 %
Weißrussen 2.874 0,3 %
Koreaner 2.792 0,3 %
Juden 2.403 0,2 %
Lesgier 1.660 0,2 %
Kirgisen 1.374 0,1 %
Usbeken 1.188 0,1 %
Tschetschenen 1.073 0,1 %
Osseten 992 0,1 %
Griechen 950 0,1 %
Inguschen 928 0,1 %
Roma 893 0,1 %
Tadschiken 852 0,1 %

Insgesamt lebten im Jahr 1989 Angehörige von insgesamt 106 verschiedenen Ethnien in Rostow am Don.

Stadtbezirke (Rajony)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Rajon Russischer Name Fläche, km² Einwohner
1. Januar 2014
1 Woroschilowski Ворошиловский 38,0 215.400
2 Schelesnodoroschny Железнодорожный 69,0 102.200
3 Kirowski Кировский 18,6 65.200
4 Leninski Ленинский 13,0 80.900
5 Oktjabrski Октябрьский 49,5 166.200
6 Perwomayski Первомайский 44,1 182.100
7 Proletarski Пролетарский 37,1 119.800
8 Sowetski Советский 85,4 178.000

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
1811 1897 1939 1959 1970 1979 1989 2002 2010 2011 2012 2013 2014 2015
4.000 119.500 502.928* 599.542 788.827 934.095 1.019.305 1.068.267 1.089.261 1.091.544 1.099.500 1.104.000 1.109.800 1.115.000

* sowie 7.284 Arbeitersiedlung Nischne-Gnilowskoi (eingemeindet vor 1959)

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rostower Synagoge

Dominierende Glaubensrichtung in Rostow am Don ist das Christentum. Die größte christliche Glaubensrichtung der Stadt ist die Russisch-Orthodoxe Kirche, die in der Stadt mit 41 Kirchen und Klöstern vertreten ist. Die meisten von ihnen wurden nach 1990 gebaut. Darüber hinaus existiert eine Kirche der Altorthodoxen sowie eine griechisch-orthodoxe Kirche. Es gibt drei Kirchen der Armenischen Apostolischen Kirche, die römisch-katholische Abendmahl-Jesu-Kirche, ein Bethaus der Evangeliumschristen-Baptisten sowie ein Adventhaus der Siebenten-Tags-Adventisten.

Darüber hinaus gibt es in Rostow am Don mehrere Moscheen, eine Synagoge sowie einen buddhistischen Tempel.

Pokrov's Square Rostov.jpg
Храм во имя святителя Демитрия, Митрополита Ростовского (Ростов-на-Дону).jpg
Свято - Георгиевский храм, Ростов-на-Дону.jpg
Храм Святого Великомученика и целителя Пантелеимона, Ростов-на-Дону.jpg
Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kirche

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rostower Hauptbahnhof bei Nacht (September 2009)

Wichtigste Industriezweige der Stadt sind die holzverarbeitende Industrie sowie funkelektronische, elektrotechnische und chemische Produktion. Daneben werden im Gebiet der Stadt Rostow wegen seiner fruchtbaren Schwarzböden in großem Umfang landwirtschaftliche Produkte, insbesondere Getreide, erzeugt. Weiterhin ist die Region eines der bedeutendsten Steinkohleabbaugebiete der Russischen Föderation.

Rostow am Don ist auch ein Verkehrsknotenpunkt Südrusslands. So befindet sich dort nicht nur ein großer Bahnhof, der den wichtigsten Eisenbahnknotenpunkt des Südens bildet, sondern auch ein internationaler Flughafen (siehe: Flughafen Rostow am Don) und ein wichtiger Binnenhafen am Don.

Nahe der Stadt Wolgodonsk steht das Kernkraftwerk Rostow, das seit 2001 Elektrizität erzeugt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Interessante Sehenswürdigkeiten der Stadt sind die Kunstgalerie, diverse große Kirchen im Stadtzentrum, unter anderem die riesige vom berühmten russischen Architekten Konstantin Thon erbaute Kathedrale, das Musiktheater, der Zirkus, das Oblastmuseum und die Öffentliche Bibliothek. Ferner lädt im Sommer das Don-Ufer mit seinen Gastronomiebuden und Schiffsanlegern zum Flanieren ein. Die Haupteinkaufstraße der Stadt ist die rund vier Kilometer lange Bolschaja Sadowaja uliza, an der auch mehrere Theater, Museen und Konzerthallen liegen. Im Zuge der Vorbereitung auf die Fußballweltmeisterschaft 2018 wurde der Soborny pereulok, der die Bolschaja-Sadowaja-Straße mit der Rostower Kathedrale verbindet, teilweise zur Fußgängerzone umgestaltet. Auch der am nördlichen Donufer gelegene Teil der Stadt, in dem sich viel historische Bausubstanz befindet, erlebt seit einigen Jahren eine Revitalisierung. Im Stadtteil Nachitschewan befindet sich die armenische Gregor-der-Erleuchter-Kirche, neben der auch das armenische Konsulat steht.

Weiterführende Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verwaltungsgebäude des Rostower Gebiets mit dem Monument der Don-Kosaken

Die Stadt verfügt heute über vier Universitäten und zahlreiche weitere Hochschulen. Die ehemals größte Universität der Stadt war die Rostower Staatsuniversität, RGU, die bereits im Jahr 1915 eröffnet wurde. Im Januar 2007 fusionierte die RGU mit weiteren Rostower und südrussischen Universitäten zur JUFU, der Südlichen Föderalen Universität. Sie zählt heute mit rund 33.000 Studenten zu den größten Universitäten des Landes außerhalb von Sankt Petersburg und Moskau. Ebenfalls ist die Staatliche Technische Universität des Dongebiets. Des Weiteren existieren pädagogische, ökonomische und medizinische Institute in der Stadt.

  • Fakultät der Staatlichen Akademie für Wasserstraßenverkehr des Wolgagebiets
  • Filiale der Belgoroder Universität der Verbraucherkooperative
  • Filiale der Staatlichen Handelsuniversität Moskau
  • Filiale der Moskauer Staatlichen Technischen Universität für Zivilluftfahrt
  • Filiale der Moskauer Technischen Universität für Fernmeldewesen und Informatik
  • Filiale der Russischen Zollakademie
  • Filiale der Sankt Petersburger Staatlichen Kunstakademie
  • Filiale der Taganroger Staatlichen Universität für Nachrichtentechnik
  • Filiale des Instituts für Internationales Recht und Ökonomie
  • Filiale des Moskauer Instituts für Unternehmertum und Recht
  • Filiale des Moskauer Staatlichen Ferninstituts der Nahrungsindustrie
  • Freies Russisch-Deutsches Institut für Publizistik Rostow am Don, FRDIP
  • Institut für Business und Recht Rostow am Don
  • Institut für Internationales Business
  • Institut für Verwaltung, Business und Recht
  • Juristisches Instituts der Donregion
  • Nordkaukasische Akademie für Staatsdienst
  • Nordkaukasisches Businessinstitut
  • Nordkaukasisches Institut für Anthropologie und angewandte Soziologie
  • Rostower Filiale der Staatlichen Technischen Universität Nowotscherkassk
  • Rostower Hochschule des Innenministeriums Russlands
  • Rostower Institut für Automatisierung und Maschinenbautechnologie
  • Rostower Institut für Business und Recht
  • Rostower Institut für Business und Unternehmertum
  • Rostower Institut für Fremdsprachen
  • Rostower Juristisches Institut
  • Rostower Militärinstitut für Raketentruppen
  • Rostower Staatliche Akademie für Bauwesen
  • Rostower Staatliche Bauuniversität
  • Rostower Staatliche Medizinuniversität
  • Rostower Staatliche Ökonomische Universität
  • Rostower Staatliche Pädagogische Universität
  • Rostower Staatliche Universität
  • Rostower Staatliche Universität für Verkehrsverbindung
  • Rostower Staatliches Architekturinstitut
  • Rostower Staatliches S.-W.-Rachmaninow-Konservatorium
  • Staatliche Agraruniversität der Donregion
  • Staatliche Akademie für Landwirtschaftlichen Maschinenbau Rostow am Don
  • Staatliche Technische Universität des Dongebiets
  • Südrussisches Geisteswissenschaftliches Institut
  • Südliche Föderale Universität
  • Zentrum für Internationale Technologische Zusammenarbeit in Lehre und Wissenschaft „Internauka“
РГУПС.jpg
Don state technical university.JPG
Southern Russian humanitarian institute Rostov-on-Don.jpg
Rostower Staatliche Universität für Verkehrsverbindung Staatliche Technische Universität des Dongebiets Institut für Verwaltung, Business und Recht

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadion des FK Rostow bei einem Spiel gegen Lokomotive Moskau

Die beiden Fußballvereine FK Rostow (Premjer-Liga) und FK SKA Rostow sind in Rostow am Don beheimatet.

Rostow am Don wird bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland Austragungsort sein. Hierzu ist der Neubau eines 43.702 Zuschauer fassenden Stadions geplant.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den bekanntesten Söhnen und Töchtern der Stadt gehören unter anderem der Komponist Andrei Paschtschenko, die Schauspieler Sinaida Reich und Alexander Kaidanowski, der Mathematiker Leonid Sedow, der Schachspieler Savielly Tartakower, der Geheimagent Geworg Wardanjan, die Popsängerinnen Irina Allegrowa und Eva Rivas, die Schriftsteller Mikael Nalbandjan und Wera Panowa, der Maler Martiros Sarjan, die Leichtathletin Antonina Kriwoschapka (* 1987), der Komponist und Violinist Efrem Zimbalist, der Polarforscher Georgi Sedow oder die Physiker Jakow Frenkel und Juri Oganessjan.

Nicht in der Stadt geboren, aber länger dort ansässig waren unter anderem die Literaturnobelpreisträger Michail Scholochow und Alexander Solschenizyn.

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Symbolischer Wegweiser zu den Partnerstädten mit entsprechender Entfernungsangabe (2006)

Rostow am Don ist Partnerstadt von:

Diplomatische und konsularische Vertretungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rostow am Don befinden sich die nachfolgend aufgeführten diplomatischen sowie konsularischen Vertretungen (in Klammern die Adresse).[11]

  • ArmenienArmenien Armenisches Generalkonsulat (ul. 12 linija, 4)
  • Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Britisches Visazentrum (ul. Sozialistitscheskaja, 74, ofis 1308)
  • BulgarienBulgarien Bulgarisches Visazentrum
  • DeutschlandDeutschland Deutsches Visazentrum (seit Januar 2013)
  • FrankreichFrankreich Französisches Visazentrum
  • GriechenlandGriechenland Griechisches Visazentrum
  • IsraelIsrael Israelische Botschaft
  • KroatienKroatien Kroatisches Visazentrum (seit 17. Juni 2013)
  • MaltaMalta Maltesisches Visazentrum
  • NiederlandeNiederlande Niederländisches Visazentrum (per. Semaschko, dom 117g)
  • OsterreichÖsterreich Österreichisches Visazentrum
  • PolenPolen Polnisches Visazentrum (seit Januar 2013)
  • RumänienRumänien Rumänisches Generalkonsulat (ul. 7 linija, 18/39)
  • SchwedenSchweden Schwedisches Visazentrum
  • SchweizSchweiz Schweizerische Botschaft mit gesondertem Visazentrum (seit September 2012)
  • SlowakeiSlowakei Slowakisches Ehrenkonsulat
  • SpanienSpanien Spanisches Visazentrum
  • Korea SudSüdkorea Ehrenkonsulat von Südkorea (pr. Budennowskij, 7 etasch)
  • RusslandRussland Vertretung des Außenministeriums der Russischen Föderation (ul. Puschkinskaja, 221)
  • UkraineUkraine Ukrainisches Generalkonsulat (per. Chalturinskij, 28/40)
  • UngarnUngarn Abteilung der ungarischen Handelsvertretung (pr. Brudennowskij 60, 11 etasch)
  • WeissrusslandWeißrussland Weißrussische Botschaftsabteilung

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rostow am Don – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Численность населения в Ростове-на-Дону на 1 января 2015 год
  3. a b Ростовская агломерация. Существующее положение
  4. http://de.sputniknews.com/german.ruvr.ru/radio_broadcast/4004571/4004761/
  5. a b http://demoscope.ru/weekly/ssp/rus_lan_97_uezd.php?reg=407
  6. http://www.gks.ru/free_doc/doc_2015/vov_svod.pdf
  7. Johannes Hürter. Hitlers Heerführer: Die deutschen Oberbefehlshaber im Krieg gegen die Sowjetunion 1941/42. — München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2007, S. 309.
  8. Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.
  9. Ростовстат. Численность городского и сельского населения на 1 января 2014 года
  10. Проект стратегии социально-экономического развития Ростовской области до 2020 года
  11. Дипломатические представительства иностранных государств на территории ЮФО (Diplomatische Vertretungen im Südlichen Föderalen Bezirk) abgerufen auf www.rostov.mid.ru am 6. März 2014