Tschetschenien

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Subjekt der Russischen Föderation
Tschetschenische Republik
Чеченская республика
Нохчийн Республика
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Nordkaukasus
Fläche 15.647 km²[1]
Bevölkerung 1.268.989 Einwohner
(Stand: 14. Oktober 2010)[2]
Bevölkerungsdichte 81 Einw./km²
Hauptstadt Grosny
Offizielle Sprachen Tschetschenisch, Russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Tschetschenen (95,1 %)
Russen (1,9 %)
Kumyken (1,0 %)
(Stand: 2010)[3]
Oberhaupt Ramsan Kadyrow
Gegründet 30. November 1922
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahlen (+7) 871xx
Postleitzahlen 364000–366999
Kfz-Kennzeichen 20, 95
OKATO 96
ISO 3166-2 RU-CE
Website chechnya.gov.ru
Iran Turkmenistan China Kasachstan Usbekistan Mongolei Japan Nordkorea China Norwegen Dänemark Deutschland Schweden Vereinigte Staaten Finnland Kirgisistan Georgien Türkei Armenien Aserbaidschan Ukraine Polen Litauen Letttland Estland Weissrussland Norwegen Oblast Sachalin Region Kamtschatka Jüdische Autonome Oblast Region Primorje Region Chabarowsk Tuwa Chakassien Oblast Kemerowo Republik Altai Region Altai Oblast Nowosibirsk Oblast Omsk Oblast Tjumen Oblast Tomsk Burjatien Region Transbaikalien Oblast Amur Oblast Magadan Autonomer Kreis der Tschuktschen Oblast Irkutsk Sacha Region Krasnojarsk Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen Autonomer Kreis der Chanten und Mansen/Jugra Oblast Swerdlowsk Oblast Tscheljabinsk Oblast Kurgan Oblast Orenburg Autonomer Kreis der Nenzen Republik Komi Baschkortostan Region Perm Oblast Wologda Republik Karelien Oblast Murmansk Oblast Archangelsk Oblast Kaliningrad Sankt Petersburg Oblast Leningrad Tatarstan Udmurtien Oblast Kirow Oblast Kostroma Oblast Samara Oblast Pskow Oblast Twer Oblast Nowgorod Oblast Jaroslawl Oblast Smolensk Moskau Oblast Moskau Oblast Wladimir Oblast Iwanowo Mari El Tschuwaschien Mordwinien Oblast Pensa Oblast Nischni Nowgorod Oblast Uljanowsk Oblast Saratow Oblast Brjansk Oblast Kaluga Oblast Tula Oblast Rjasan Oblast Orjol Oblast Lipezk Oblast Woronesch Oblast Belgorod Oblast Kursk Oblast Tambow Oblast Wolgograd Oblast Rostow Oblast Astrachan Kalmückien Dagestan Adygeja Region Krasnodar Karatschai- Tscherkessien Kabardino-Balkarien Region Stawropol Nordossetien-Alanien Inguschetien TschetschenienLage in Russland
Über dieses Bild

Koordinaten: 43° 15′ N, 45° 45′ O

Übersichtskarte

Tschetschenien (tschetschenisch Нохчийн Республика, Noxçiyn Respublika, kurz: Нохчийчоь/Noxçiyçö, russisch Чеченская Республика/Tschetschenskaja Respublika, kurz: Чечня/Tschetschnja) ist eine im Nordkaukasus gelegene autonome Republik in Russland. Die Region hat etwa 1,3 Millionen Einwohner und ist Heimat der Tschetschenen.

Die aus der Tschetscheno-Inguschischen ASSR hervorgegangene Republik war nach der Auflösung der Sowjetunion Schauplatz von zwei Kriegen zwischen teils islamistischen Separatisten und der russischen Zentralregierung, die zu schweren Zerstörungen führten. Der Konflikt endete mit dem Verbleib Tschetscheniens im russischen Staatsverband. Die tschetschenische Exilregierung ist Mitglied der UNPO, Teile der tschetschenischen Unabhängigkeitsbewegung wechselten 2007 zum Kaukasus-Emirat, das ebenfalls Anspruch auf Tschetschenien erhebt. Seit Ende der Kriege begann eine wirtschaftliche Erholung und der Wiederaufbau der Region.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschetschenien, früher im Föderationskreis Südrussland gelegen, wurde durch eine Ausgliederung ab dem 19. Januar 2010 dem neu gebildeten Föderationskreis Nordkaukasus zugeordnet. Es grenzt im Süden an Georgien, im Osten an die autonome Republik Dagestan, im Westen an die autonomen Republiken Inguschetien und Nordossetien-Alanien sowie im Norden an die Region Stawropol.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahl beträgt 1.370.268 (Stand 2015)[4]. Es sind wegen des jahrelangen Bürgerkriegs fast nur noch Tschetschenen, denn die früher zahlreichen Minderheiten, darunter Russen, Inguschen, Armenier und Ukrainer, haben das Land infolge des Krieges größtenteils verlassen. 160.000 Einwohner Tschetscheniens seien nach offiziellen Angaben seit 1994 aufgrund des Krieges und seiner Folgen ums Leben gekommen, teilte im August 2005 der tschetschenische Staatsratsvorsitzende Taus Dschabrailow (ein Tschetschene) mit. Von den Opfern seien etwa 100.000 russischer Abstammung, weitere 30.000 bis 40.000 seien tschetschenische Kämpfer oder Zivilisten gewesen, schätzte er.[5] Die Zahl der zwischen 1991 und 1994 im Laufe der ethnischen Säuberungen aus Tschetschenien vertriebenen Russen wurde vom russischen Innenministerium mit über 20.000 angegeben.[6] Diese Daten werden nicht durch unabhängige Quellen bestätigt. Laut amtlicher Bevölkerungszählung von 2002 beträgt die Anzahl der Tschetschenen in Russland 1.360.253 Personen (1989: 898.999 Personen).[7] Die Sprache der Tschetschenen gehört zu den kaukasischen Sprachen, sie bekennen sich überwiegend zum sunnitischen Islam.

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Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur früheren Geschichte: siehe Tschetschenen

Politische Karte Tschetscheniens (engl. Chechnya) und des Kaukasus

Die russische Einflussnahme in Tschetschenien begann bereits im 16. Jahrhundert, als 1559 die Kosakenfestung Tarki gegründet wurde und 1587 das erste Kosakenheer entstand. Zu dieser Zeit lebten die Tschetschenen allerdings noch im gebirgigen Südteil, die Ebenen im Norden wurden erst im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts allmählich besiedelt. Nachdem sich bis 1801 die orthodoxen Länder Georgien und Ossetien unter den Schutz Russlands vor den Osmanen gestellt hatten, wurde die Georgische Heerstraße gebaut, die nahe an Tschetschenien vorbeiführte. Sie stellte die strategisch wichtigste Verbindung Russlands nach Südkaukasien dar und war eine häufige Zielscheibe für Raubüberfälle der Tschetschenen und Inguschen. Im Gegenzug entsandte Russland immer wieder Strafexpeditionen in das Gebiet der Bergvölker. Auch die Terekkosaken siedelten sich in Tschetschenien an.

Kesenoiam-Bergsee in Tschetschenien
Tschetschenisches Dorf (Aul) im 19. Jahrhundert

Die Bergvölker widersetzten sich zäh den Russen. In den so genannten Muridenkriegen von 1828 bis 1859 wurden sie von dem legendären Imam Schamil, einem Dagestaner, angeführt. Nach seiner Gefangennahme 1859 dauerte es noch bis 1864, bis die russischen Offiziere das Land durch weitere Kriegsmaßnahmen unter ihre Verwaltung gebracht hatten. Allerdings erstreckte sich ihre Macht nur auf die militärischen Stützpunkte entlang der Heerstraßen. Obwohl die russischen Truppen zahlenmäßig und waffentechnisch weit überlegen waren, leistete ein großer Teil der Bergbevölkerung weiteren Widerstand. Während des Russisch-Osmanischen Kriegs (1877–1878) erhoben sich die Kaukasier erneut gegen Russland. Dieser Aufstand wurde niedergeschlagen. Die russische Besatzung löste eine Auswanderungs- und Deportationswelle aus, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts anhielt. Tausende Kaukasier wurden in das Osmanische Reich (das damals außer der heutigen Türkei auch alle Länder des vorderen Orients einschloss) deportiert oder flüchteten dorthin.(→Muhadschir) In den eingenommenen Städten und Dörfern wurden unter anderem Kosaken und Armenier angesiedelt. Tschetschenien gehörte während des Bestehens des Russischen Reiches zur Oblast Terek.

Die Hauptstadt Grosny

1921 wurde Tschetschenien Teil der Sowjetischen Gebirgsrepublik und 1922 Autonomes Gebiet, das seinerseits 1934 mit dem inguschischen Autonomen Gebiet zum Tschetscheno-Inguschischen Autonomen Gebiet vereint wurde und 1936 den Status einer ASSR erhielt.[10] 1939 lebten in Tschetschenien 622.000 Menschen, von denen 58 % Tschetschenen und 34,3 % Russen waren.

Nach einer anfänglichen, vergleichsweise liberalen Phase unter Lenin, in der die Sprachen kleinerer Völker, darunter auch das Tschetschenische, zur Schriftsprache ausgebaut und gefördert wurden (Korenisazija), kehrte die Sowjetunion unter Josef Stalin bald zu einer repressiven Kulturpolitik zurück, die speziell in Tschetschenien zu Unzufriedenheit führte. Ab 1939 kam es dort zu ersten Unruhen, bevor im Juni 1941, parallel zum Einmarsch Nazi-Deutschlands in der Sowjetunion, ein anti-sowjetischer Aufstand unter Führung von Hassan Israilow begann. Die Rebellion der Tschetschenen und anderer Kaukasusvölker wurde auch von einigen deutschen Saboteuren unterstützt (→Unternehmen Schamil). Tatsächlich unterstützte nur ein Teil der Tschetschenen den Aufstand Israilows, der 1943 über rund 18.000 bewaffnete Anhänger verfügte.[11] Der Ex-Kommunist Israilow war allerdings kein Anhänger der Nazi-Ideologie und bestand auf der vollständigen Unabhängigkeit seines Landes. Wenngleich es umfangreiche Kontakte und Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Tschetschenen gab, kann daher nicht von einer eindeutigen Kollaboration gesprochen werden. Nachdem die deutsche Wehrmacht nicht bis nach Tschetschenien vordringen konnte, wurde der Aufstand nach anfänglichen Erfolgen schnell niedergeschlagen.

Wegen ihrer angeblichen Kollaboration mit den Nazis beschloss die sowjetische Führung die ausnahmslose Deportation aller Tschetschenen und Inguschen nach Zentralasien, speziell nach Kasachstan und Kirgisistan.

Im Februar 1944 wurden 408.000 Tschetschenen und 92.000 Inguschen vom NKWD in Viehwaggons nach Kasachstan und Mittelasien deportiert.[10] Bei der Deportation starben nach offiziellen Zahlen etwa 13.000 Menschen, wenngleich einige Historiker schätzen, dass bis zu 25 % der Deportierten in den ersten vier Jahren starben. Personen, die Widerstand gegen die Deportation leisteten, wurden meist hingerichtet, zum Teil kam es auch zu wahllosen Tötungen, so etwa im Dorf Chaibach, wo unter der Leitung des Georgiers Michail Gwischiani[12] über 700 Menschen in einer Scheune verbrannt wurden.[13] Die sowjetische Republik Tschetscheno-Inguschetien wurde aufgelöst und kleinere Bereiche den angrenzenden Republiken zugeteilt. Zu einem großen Teil wurde das Gebiet in die neugeschaffene Oblast Grosny integriert. In die verlassenen tschetschenischen Dörfer zogen zum Teil Neuankömmlinge aus dem Westen der Sowjetunion, deren Heimat vom Krieg zerstört worden war, meist waren dies Russen und Ukrainer.[10] In vielen Fällen wurden tschetschenische Kultur- und Baudenkmäler zerstört.

Nach Stalins Tod setzte unter Nikita Chruschtschow eine Entspannung ein. Chruschtschow erlaubte den Tschetschenen 1957, in ihre Heimat zurückzukehren und rehabilitierte sie offiziell. Die Tschetscheno-Inguschische ASSR wurde wiederhergestellt, das Tschetschenische als lokale Amtssprache wieder zugelassen. Nachdem die Tschetschenen in großen Zahlen wieder zurückkehrten, kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den zurückkehrenden Tschetschenen und den dort lebenden Russen und Ukrainern. Manche von ihnen hatten sich erst ab 1944 in Tschetschenien niedergelassen, inzwischen aber eine Existenz dort aufgebaut und nahmen tschetschenische Besitzansprüche als Bedrohung wahr, während viele alteingesessene Russen die Tschetschenen noch immer als Nazi-Kollaborateure betrachteten. Teilweise schwelten diese Konflikte unter der Oberfläche weiter und kamen erst nach dem Ende der Sowjetunion zum Ausbruch. So war etwa Grosny bis 1991 eine Stadt mit zwei Parallelgesellschaften, von denen eine aus Tschetschenen, die andere aus Russen, Armeniern und Ukrainern bestand. Bis 1989 stieg der Bevölkerungsanteil der Tschetschenen aufgrund höherer Geburtenrate und Abwanderung anderer Volksgruppen auf rund 66 %.

Als sich der Zerfall der Sowjetunion abzeichnete, kam auch in Tschetschenien eine separatistische Bewegung auf. Boris Jelzin warb 1990 für weitreichendere Autonomierechte für Tschetschenien und hoffte so (erfolglos), dortige Nationalisten zu beschwichtigen.

Ausrufung der Tschetschenischen Republik Itschkerien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inguschetien und Tschetschenien

Zur Sowjetzeit hatten verschiedene Regionen einen unterschiedlichen Status erhalten. Regionen, die als Sozialistische Sowjetrepubliken in das System der UdSSR integriert waren, wurden nach 1991 als unabhängige Staaten anerkannt (z. B. Kasachstan oder die Ukraine). Autonome Sowjetrepubliken wiederum waren Teil einer übergeordneten Sowjetrepublik, im Falle Tschetscheniens war dies die Russische Sowjetrepublik.

Im September 1991, nachdem die Auflösung der Sowjetunion nur noch eine Formalie war, wurde der bisherige, pro-russische Regierungschef Tschetscheniens, Doku Sawgajew, durch den ehemaligen Luftwaffengeneral und Nationalisten Dschochar Dudajew abgelöst. Dudajew leistete seinen Amtseid auf den Koran und strebte als neuer Regierungschef die Unabhängigkeit an. Kurz darauf trennte sich Inguschetien von Tschetschenien und entschied sich für einen Verbleib bei Russland.

Noch im Oktober organisierte Dudajew ein umstrittenes Unabhängigkeitsreferendum. Am 27. Oktober 1991 stimmten bei einer Wahlbeteiligung von 72 % angeblich über 90 % für die Unabhängigkeit. Moskau-freundliche tschetschenische Politiker wie Ruslan Chasbulatow zweifelten das Ergebnis und die Durchführung an und bestritten, dass es eine Mehrheit für die Unabhängigkeit gebe.[14] Der Historiker John B. Dunlop hingegen schätzt, dass zu diesem Zeitpunkt etwa 60 % der Bevölkerung Tschetscheniens eine Unabhängigkeit befürworteten.[15] Weder der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow noch sein Nachfolger, der russische Präsident Boris Jelzin, erkannten dies an.

Am 1. November 1991 erklärte Dudajew einseitig die Unabhängigkeit Tschetscheniens. Russland akzeptierte die Entscheidung nicht, erklärte Dudajews Regierung für nicht legitim und verhängte den Ausnahmezustand über Tschetschenien. Truppen des russischen Innenministeriums wurden jedoch zurückgeschlagen.

Russland versuchte weiterhin Einfluss auf Tschetschenien zu nehmen und unterstützte dort pro-russische Politiker, de facto war Tschetschenien nun aber unabhängig, wenngleich internationale Anerkennung ausblieb. Die einzigen Ausnahmen waren Georgien in der Regierungszeit von Swiad Gamsachurdia zwischen 1991 und 1992 und das Islamische Emirat Afghanistan.

Dudajew verfolgte innenpolitisch eine anti-russische Politik, versuchte die russische Sprache zu verdrängen, schaffte das kyrillische Alphabet ab und belebte das tschetschenische Clansystem neu. Durch Diskriminierung und teils offene Gewalt wurden die meisten nicht-tschetschenischen Bewohner in die Flucht getrieben. Die Wirtschaft der Region kollabierte und die Kriminalität blühte auf[16]. Dudajew war wegen seiner erfolglosen Wirtschaftspolitik auch in Tschetschenien höchst umstritten und immer Kritik aus den eigenen Reihen ausgesetzt. Unterdessen steigerte er seine anti-russische Rhetorik immer weiter und behauptete schließlich sogar, Russland verursache Erdbeben in Armenien und Georgien, um damit Tschetschenien zu schaden.[17] 1993 kam es zu Konflikten zwischen dem Parlament und Dudajew, gegen den sich eine breite Opposition, auch unter Unabhängigkeitsbefürwortern, und kurz darauf eine pro-russische Gegenregierung bildete.

Erster Tschetschenienkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Erster Tschetschenienkrieg

Im Herbst 1994 unterstützte Russland einen Putsch des pro-russischen Politikers Umar Awturchanow, der jedoch scheiterte. Bei den Versuchen Awturchanow und dessen Unterstützer aus Grosny zu befreien, wurden bis zu 70 russische Soldaten und pro-russische Milizen gefangengenommen und ein Kampfhubschrauber über Grosny abgeschossen. Daraufhin stellte der russische Präsident Jelzin den Tschetschenen ein Ultimatum, das diese jedoch verstreichen ließen.

Am 11. Dezember 1994 begann damit der Erste Tschetschenienkrieg als russische Truppen nach Tschetschenien einrückten. Ursprünglich plante Russland die Region innerhalb weniger Tage einzunehmen und anschließend wieder einzugliedern, der Feldzug entwickelte sich jedoch zum absoluten Desaster. Nach anfänglichen Erfolgen gestaltete sich bereits die Einnahme Grosnys als verlustreich und langwierig. Die russische Kampfmoral war von Anfang an gering, die tschetschenischen Kräfte erhielten massive Unterstützung aus dem Ausland, besonders aus der islamischen Welt, und wechselten zur Guerillakriegsführung. Die russischen Verluste waren während des ganzen Krieges äußerst hoch und führten zu Widerstand in der russischen Bevölkerung. Im August 1996 gelang es den Tschetschenen Grosny zurückzuerobern und Russland damit eine fatale Niederlage zuzufügen.

Daraufhin schloss Russland, vertreten durch General Alexander Lebed, einen Friedensvertrag mit Tschetschenien und zog sich zurück. Der Vertrag bestätigte zwar die Eigenstaatlichkeit des Landes nicht, akzeptierte aber de facto die Regierung der Rebellen als Verhandlungspartner und sah weitere Gespräche mit ihnen vor.

Der Krieg hatte auch auf tschetschenischer Seite viele Opfer gefordert und die wirtschaftliche Lage war nun noch prekärer als zuvor. Dies führte zur Radikalisierung weiter Teile der tschetschenischen Gesellschaft und Führung. Der saudische Wahhabismus hatte ebenso wie dschihaddistische Ideen Einzug gehalten.

Zwischen 1996 und 1999 wurde die Scharia in Tschetschenien eingeführt; in der folgenden Law-and-Order-Politik wurden andere Kultureinflüsse verboten und bereits für kleine Delikte die Todesstrafe verhängt.[18] Der Angriff tschetschenischer Islamisten unter Schamil Bassajew 1999 auf die Nachbarrepublik Dagestan brach allerdings den fragilen Frieden. Mit dem Einmarsch russischer Truppen im Zweiten Tschetschenienkrieg wurde die Existenz des unabhängigen Staates beendet. Die heute noch aktive Rebellenbewegung in Tschetschenien hält allerdings noch an dem Terminus Tschetschenische Republik Itschkerien fest – im Gegensatz zur von Moskau gestützten Regierung von Ramsan Kadyrow. Der nominelle Präsident der Gegenregierung war bis zum 17. Juni 2006 Scheich Abdul Halim Sadulajew. Er wurde von russischen Truppen während einer antiterroristischen Operation in seiner Heimatstadt Argun getötet. Als sein Nachfolger galt der Feldkommandant der Rebellen Doku Umarow, der am 7. September 2013 in der Folge einer Lebensmittelvergiftung starb.

Moschee in Gudermes
Scharoargun-Fluss in Tschetschenien

1997 wurde Aslan Maschadow bei Neuwahlen Präsident. Er behauptete sich jedoch nicht gegen die immer stärker werdenden radikalen Gruppierungen, die von eingeströmten ausländischen, zumeist arabischen Kriegsherren ideologisch inspiriert, finanziert und teilweise angeführt wurden. Mit der Zeit ließ sich Maschadow immer mehr auf eine Kooperation mit ihnen ein. Am 21. Mai 1998 hatte eine wahhabitische Gruppe versucht, das Dagestaner Regierungsgebäude zu stürmen. Ein Terroranschlag in Machatschkala, der Hauptstadt der benachbarten russischen Republik Dagestan am 4. September, bei dem 17 Personen ums Leben kamen, wurde ebenso den tschetschenischen Terroristen angelastet wie die Tötung des als gemäßigt geltenden Oberhauptes der Muslime Dagestans, Mufti Said Muhammad Abubakarow.

Zweiter Tschetschenienkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Zweiter Tschetschenienkrieg

Am 7. August 1999 marschierten wahhabitische Einheiten unter Führung von Schamil Bassajew und Ibn al-Chattab in Dagestan ein, um es einem islamisch-fundamentalistischen Kalifatstaat anzuschließen, der langfristig den ganzen Nordkaukasus umfassen sollte. Es kam zu schweren Gefechten mit der russischen Armee. Bis Ende September 1999 wurden die tschetschenischen Einheiten aus Dagestan vertrieben.

Sowohl vor als auch nach dem Einfall in Dagestan hatte es andere Terroranschläge auf russischem Gebiet gegeben, insbesondere in Wolgodonsk und Moskau. Die russische Regierung machte tschetschenische Separatisten für die Taten verantwortlich; diese bestritten dies jedoch, die endgültige Schuldfrage ist bis heute unklar.

1999 kündigte Wladimir Putin, damals im Amt des Ministerpräsidenten, eine militärische Lösung des Tschetschenien-Konfliktes an, um es wieder unter die vollständige Kontrolle der russischen Zentralregierung zu stellen. Am 1. Oktober 1999 marschierte die russische Armee in Tschetschenien ein und begann mit einer breit angelegten sogenannten „Antiterror-Operation“ den Zweiten Tschetschenienkrieg. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger gelang es Putin die Kämpfe schnell zu beenden und Tschetschenien vollständig unter russische Kontrolle zu bringen. Die Region erhielt nun wieder den Status einer autonomen Republik innerhalb Russlands.

2009 wurde der Zweite Tschetschenienkrieg von russischer Seite für beendet erklärt.

Nach dem Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuangelegte Promenade in Grosny
Der 4261 m hohe Komito an der Grenze zu Georgien

Vor allem die Hauptstadt Grosny, aber auch andere Städte und einige Dörfer waren weitgehend zerstört, viele Menschen, darunter auch ein großer Teil der sehr gut Ausgebildeten, hatten die Republik verlassen. Es folgte eine von Terroranschlägen, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen geprägte Zeit. Am 23. Oktober 2002 nahmen tschetschenische Terroristen unter Führung von Mowsar Barajew bei der Aufführung des Stückes „Nord-Ost“ im Moskauer Dubrowka-Theater etwa 700 Geiseln und forderten von der russischen Regierung den sofortigen Abzug des russischen Militärs aus Tschetschenien. Bei der umstrittenen Befreiungsaktion durch Spezialeinheiten unter Einsatz von Betäubungsgas kamen 41 Terroristen sowie 129 Geiseln ums Leben.

Bei den Präsidentschaftswahlen am 5. Oktober 2003 wurde Achmat Kadyrow, der Chef der Verwaltungsbehörde, Präsident. Kadyrow, eine ehemalige Schlüsselfigur der Unabhängigkeitsbewegung, hatte zuvor die Seiten gewechselt. Die Wahl wurde von einigen westlichen Politikern und vom bisherigen von Russland nicht anerkannten Präsidenten Maschadow als Farce bezeichnet. Maschadow tauchte in den Untergrund ab und rief zum weiteren Kampf gegen die neue Regierung und gegen Russland auf. Ein Bombenanschlag auf das tschetschenische Regierungsgebäude in Grosny am 27. Dezember 2002 forderte 72 Todesopfer. 2002 wurden 5695 Menschen in Tschetschenien Opfer von Landminen. Im Februar 2003 erließen die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen tschetschenische Terrorgruppen und setzten sie auf ihre Liste terroristischer Organisationen, unter anderem infolge der Bombenattentate in Moskau. Außerdem wurden verdächtige Bankkonten von den Vereinigten Staaten eingefroren.

Bei einer Volksbefragung in Tschetschenien am 23. März 2003 stimmten laut offiziellem Ergebnis 95,5 Prozent der Bevölkerung für den Verbleib in der Russischen Föderation. Nach diesem Referendum erhielt die Republik durchgehend ein föderales Budget zur Finanzierung des Wiederaufbaus.

Am 9. Mai 2004 wurde Präsident Kadyrow bei einem Bombenanschlag getötet. Gewählter Nachfolger Kadyrows wurde im August 2004 Alu Alchanow. Im Juni 2004 erklärte der im Untergrund lebende Maschadow in einem Radiointerview, die Tschetschenen seien dabei, ihre Taktik zu ändern. „Bislang haben wir uns auf Sabotageakte konzentriert, von nun an werden wir Großangriffe starten.“ Am 21. Juni 2004 drangen nach Augenzeugenberichten etwa 100 bis 200 schwer bewaffnete Kämpfer aus Tschetschenien in die Nachbarrepublik Inguschetien ein und umstellten mehrere Polizeistationen und eine Kaserne von Grenzsoldaten. Zahlreiche Polizisten, Soldaten sowie Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft und des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB wurden erschossen, weiterhin 102 Zivilisten sowie der inguschetische Innenminister Abukar Kostojew. Im August 2004 sprengten zwei vermutlich tschetschenische Selbstmordattentäterinnen zwei russische Tupolew-Passagiermaschinen und töteten etwa 90 Menschen. Am 1. September 2004 stürmten tschetschenische Terroristen eine Schule in Beslan und nahmen mehr als 1100 Geiseln, zum größten Teil Kinder, um die Entlassung von in Inguschetien inhaftierten tschetschenischen Gesinnungsgenossen und den Abzug Russlands aus Tschetschenien zu erwirken. Nach erfolglosen Verhandlungen wurde die Schule unter umstrittenen Umständen von der russischen Armee gestürmt. Dabei kamen mehr als 300 Geiseln ums Leben. Die Verantwortung für beide Terroranschläge übernahm später der Anführer der tschetschenischen Freischärler, Schamil Bassajew (vgl. Geiselnahme von Beslan).

Am 8. März 2005 wurde Maschadow bei einer Spezialoperation des FSB in der Ortschaft Tolstoi-Jurt getötet, nachdem er angeblich erst eine Woche zuvor erneut Gesprächsbereitschaft zugesagt hatte. Seit dem 1. März 2007 ist Ramsan Kadyrow, der Sohn des getöteten prorussischen Präsidenten Achmad Kadyrow, Präsident des Landes. Am 5. April 2007 wurde er vereidigt. Anfang 2011 wurde seine Amtszeit um weitere vier Jahre verlängert. Seit Herbst 2010 trägt Kadyrow nicht mehr die Bezeichnung Präsident, sondern „Oberhaupt“ der Republik.

In der Tschetschenischen Republik ist es im sozioökonomischen Bereich in den letzten Jahren zu starken Verbesserungen gekommen, auch die Gewalt hat merklich abgenommen. Dennoch besteht im Vergleich zu anderen russischen Regionen nach wie vor Aufholbedarf. Der Wiederaufbau wird von Seiten der tschetschenischen Behörden als noch nicht abgeschlossen gesehen, und auch aus dem föderalen Zentrum wird in den nächsten Jahren noch Geld in diesen weiteren Wiederaufbau fließen.

Ramsan Kadyrow regiert Tschetschenien seitdem autokratisch, ihm werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. [19] Die Zahl der Vermissten und Ermordeten hat im Jahr 2009 deutlich zugenommen. Kadyrow und in Folge der Bürgermeister von Grosny, Muslim Chutschiejew, haben öffentlich geäußert, dass sie Familien, die Verwandte in den Wäldern - damit sind Rebellen gemeint - haben, bestrafen werden. Abbrennen der Häuser, Folter und Mord sind die Methoden der sogenannten Kadyrowskys, den Kadyrow unterstehenden Milizen. [20]

Im Jahr 2013 ist die Zahl von Asylsuchenden aus der Russischen Föderation auf 39.779 Personen stark angestiegen, was Platz 2 unter den Herkunftsländern bedeutete.[21] Verantwortlich ist an erster Stelle eine starke Zunahme von Flüchtlingen aus Tschetschenien.

Verwaltungsgliederung und Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Republik Tschetschenien gliedert sich in 17 Rajons und 2 Stadtkreise. Die Stadtkreise werden von der Hauptstadt Grosny, der mit Abstand größten Stadt und einzigen Großstadt der Republik, sowie Argun gebildet. Daneben gibt es drei weitere Städte: Urus-Martan, Schali und Gudermes. Die drei früheren Siedlungen städtischen Typs Goragorski (jetzt Goragorsk), Oischara und Tschiri-Jurt wurden 2009 zu ländlichen Siedlungen herabgestuft.

Städte
Name Russisch Rajon Einwohner
14. Oktober 2010[2]
Argun Аргун Stadtkreis 29.525
Grosny Грозный Stadtkreis 271.573
Gudermes Гудермес Gudermes 45.631
Schali Шали Schali 47.708
Urus-Martan Урус-Мартан Urus-Martan 49.070

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschetschenien ist agrarisch geprägt. So sind etwa 70 % der tschetschenischen Bevölkerung in der landwirtschaftlichen Produktion tätig. Die landwirtschaftliche Nutzfläche auf dem Territorium der Republik umfasst 1.200.000 Hektar, zu Zeiten der Sowjetunion wurden 30–40 % der Fläche bearbeitet, heutzutage werden fast 80 % bewirtschaftet. In der Republik werden beispielsweise Getreide, Obst und Gemüse produziert und Viehzucht betrieben. Infolge des Krieges wurden bis vor kurzem noch fast alle landwirtschaftlichen Produkte importiert, mittlerweile aber ein großer Teil wieder selbst produziert.

Es besitzt aber vor allem aufgrund seiner rund 30 Millionen Tonnen Erdölvorräte wirtschaftliche Bedeutung. Früher gab es hier die unterirdische Schwermaschinenfabrik „Roter Hammer“, in der unter anderem Panzer gebaut wurden. In den Tschetschenienkriegen seit 1994 wurden alle Betriebe Tschetscheniens zerstört. Verschiedene lebensmittelverarbeitende Betriebe wurden in den letzten Jahren wieder aufgebaut.

2014 war der Staatshaushalt Tschetscheniens zu 82 Prozent aus Russland alimentiert. [22]

Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medizinische Grundversorgung ist in Tschetschenien flächendeckend gewährleistet. Spezialisierte Kliniken sind nur in der Hauptstadt Grosny verfügbar. Kriegsbedingt herrscht noch immer ein Mangel an qualifiziertem medizinischen Personal. Dies wird durch Ausbildungsmaßnahmen und durch die Bemühung um fachkräftebezogene Rückkehrer aus anderen Teilen Russlands und aus dem Ausland verbessert.[23]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der beiden Tschetschenienkriege wurden viele Schulen zerstört. Aufgrund dessen und wegen der unsicheren Sicherheitslage und dem mit der Abwanderung von qualifiziertem Personal einhergehenden Lehrermangel verschlechterte sich das Bildungswesen und das Bildungsniveau in Tschetschenien. Durch die Wiederaufbauprogramme ist die Bildung in Tschetschenien wieder flächendeckend gewährleistet. Derzeit gibt es 215.000 Schüler in Tschetschenien, 454 Schulen sind in vollem Umfang funktionstüchtig. Es gibt 15 Technische Schulen und 3 Hochschulen, an denen insgesamt 60.000 Schüler und Studenten immatrikuliert sind.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem zwischen dem 10. und dem 13. Jahrhundert unter georgischem Einfluss die Christianisierung versucht wurde und die Tschetschenen sich widersetzten, verbreitete sich ab dem 16. Jahrhundert der Islam. Tschetschenien wurde im 18. Jahrhundert islamisiert. Die tschetschenische Bevölkerung gehört heute der sunnitischen Glaubensrichtung an, wobei hier eine mystische Form des Islam, der Sufismus, vorherrschend ist. Sufi-Bruderschaften hatten in der Republik im Verlauf der Geschichte große Bedeutung: Neben den gesellschaftlich tief verwurzelten Clan-Beziehungen hatten die Bruderschaften großen Einfluss auf clanübergreifende Zusammenschlüsse in Konfliktsituationen.

Menschenrechte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationale Beobachter und Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen melden seit dem Beginn des Zweiten Tschetschenienkriegs immer wieder schwere Menschenrechtsverletzungen an der tschetschenischen und russischen Zivilbevölkerung sowie an Gefangenen der russischen Truppen in Tschetschenien. Die tschetschenische Regierung unterstützt offiziell sogenannte Ehrenmorde.[24]

Gerade Verfechter von Menschenrechten sind auch nach dem Kriegsende – und vermehrt seit dem Beginn der Präsidentschaft Ramsan Kadyrows – immer wieder Opfer von Anschlägen geworden:

  • Der Leiter des tschetschenischen Hilfswerks „Rettet die nächste Generation“ Murad Muradow und ein Mitarbeiter wurden im April 2005 entführt und ermordet. Dasselbe geschah mit seiner Nachfolgerin Sarema Sadulajewa und ihrem Mann im August 2009.
  • Die Journalistin und Aktivistin für Menschenrechte Anna Politkowskaja wurde am 7. Oktober 2006 in Moskau ermordet. Sie hatte in vielen Veröffentlichungen die Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit der russischen sowie tschetschenischen Führung in Tschetschenien angeprangert.
  • Der Rechtsanwalt Stanislaw Markelow, der sich für Opfer von Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien einsetzte, wurde im Januar 2009 in Moskau erschossen.
  • Die Memorial-Mitarbeiterin Natalja Estemirowa wurde im Juli 2009 in Grosny entführt und ermordet.

Nach der Ermordung Estemirowas stellte Memorial seine Arbeit in Tschetschenien (vorübergehend) ein.

  • 2014 ging das Büro des russischen «Komitees gegen Folter» in Flammen auf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jeronim Perović: Der Nordkaukasus unter russischer Herrschaft. Geschichte einer Vielvölkerregion zwischen Rebellion und Anpassung. Böhlau Verlag, Wien, Köln, Weimer 2015, ISBN 978-3-412-22482-0.
  • Christian Paul Osthold: Islam in Tschetschenien. Das Verhältnis von Religion und Widerstand gegen Russland. Russland-Analysen 316 (20.05.2016); Bundeszentrale für politische Bildung (Dossier Russland)
  • Christian Paul Osthold: Islamismus in Tschetschenien. Die Rolle des Islamismus für den tschetschenischen Separatismus. Optimus, Göttingen 2012, ISBN 978-3-86376-007-6
  • Anna Politkovskaja: Tschetschenien. Die Wahrheit über den Krieg. DuMont, Köln 2003, ISBN 3-8321-7832-5.
  • Manfred Sapper (Red.): Schwerpunkt Am Abgrund: Nordkaukasus. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2006.
  • Karl Grobe-Hagel: Tschetschenien – oder: Die Folgen imperialer Politik … und Europa sieht weg. Komitee für Grundrechte und Demokratie, Köln 2005, ISBN 3-88906-112-5.
  • Robert Seely: Russo-Chechen Conflict 1800–2000. A deadly Embrace. Routledge, London 2001, ISBN 0-7146-4992-9.
  • Moshe Gammer: The Lone Wolf and the Bear. Three Centuries of Chechen Defiance of Russian Rule. Hurst, London 2006, ISBN 1-85065-748-3.
  • Sebastian Smith: Allah's Mountains. The Battle for Chechnya. Tauris, London 2006, ISBN 1-85043-979-6.
  • Andrew Meier: Chechnya. To the Heart of a Conflict. Norton, New York 2005, ISBN 0-393-32732-9.
  • Florian Hassel: Der Krieg im Schatten. Russland und Tschetschenien. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-12326-2.
  • Jonathan Littell: Tschetschenien im Jahr III. Berliner Taschenbuch-Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-8333-0688-4.
  • Clemens P. Sidorko: Dschihad im Kaukasus. Antikolonialer Widerstand der Dagestaner und Tschetschenen gegen das Zarenreich (18. Jahrhundert bis 1859). Reichert Verlag, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-89500-571-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tschetschenien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Tschetschenien – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Administrativno-territorialʹnoe delenie po subʺektam Rossijskoj Federacii na 1 janvarja 2010 goda (Administrativ-territoriale Einteilung nach Subjekten der Russischen Föderation zum 1. Januar 2010). (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda po Čečenskoj respublike. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010 für die Tschetschenische Republik. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Grosny 2012. (Download von der Website des Territorialorgans Tschetschenische Republik des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik)
  3. Nacional'nyj sostav naselenija po sub"ektam Rossijskoj Federacii. In: Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Rosstat, abgerufen am 30. Juni 2016 (XLS, russisch, Ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung nach Föderationssubjekten, Ergebnisse der Volkszählung 2010).
  4. Ergebnisse der Volkszählung 1. Januar 2015, Zeile 54.
  5. Staatsratsvorsitzender: 160.000 Tote in beiden Tschetschenien-KriegenAPA-Meldung vom 9. September 2005
  6. Die russische Zeitung Kommersant vom 20. Oktober 1996
  7. Resultate der Volkszählung durch das Statistische Amt der Russischen Föderation
  8. http://www.ethno-kavkaz.narod.ru/rnchechenia.html
  9. Ethnische Zusammensetzung der russischen Gebietseinheiten nach Nationalität 2010.http://demoscope.ru/weekly/ssp/rus_etn_10.php?reg=42
  10. a b c Theodore Shabad: The Geography of the USSR. Oxford University Press London First Edition 1951
  11. http://www.gzt.ru/politics/2004/02/27/050000.html (Memento vom 19. Dezember 2007 im Internet Archive)
  12. general General Mikhail Maksimovich Gvishiani
  13. Norman M. Naimark: Flammender Haß. Ethnische Säuberungen im 20. Jahrhundert. Frankfurt a.M. 2008, S. 125–126.
  14. Wood, Tony. Chechnya: The Case for Independence. Seite 51
  15. Dunlop, John B. Russia confronts Chechnya: roots of a separatist conflict. Seiten 114-15.
  16. Abubakarov, Taimaz. Rezhim Dzhokhara Dudayeva
  17. Wood, Tony. Chechnya: the Case for Independence. Seite 61
  18. Die Islamisten kämpfen global, in: FAZ, 5. September 2004.
  19. Tschetschenien - Vergessen auf Befehl. Arte-Doku, 3. März 2015, abgerufen am 3. März 2015.
  20. Jonathan Littell Tschetschenien Jahr III 2009 S.19 ff
  21. UNHCR: Asylum Trends 2013
  22. Kadyrows unheimlicher Schatten, NZZ, 4. April 2015
  23. http://www.ecoi.net/file_upload/1728_1326196356_russ-baa-bericht-foa-27-12-2011.pdf abgerufen am 25. Mai 2012
  24. Diana Markosian: Chechen women in mortal fear as president backs Islamic honor killings. In: The Washington Times, 29. April 2012 (englisch).