Klemme (Elektrotechnik)

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Eine Klemme dient in der Elektrotechnik zum lösbaren Anschluss oder der Verbindung von Drähten, Adern und Leitungen. Im angeklemmten Zustand muss ein dauerhafter, sicherer Kontakt gewährleistet sein. Das wird durch mechanische Fixierung (Schraube oder Feder) der angeschlossenen Leiter in einem leitfähigen Körper erreicht. Daneben existieren auch aufschraubbare Kabelverbinder. Anklemmen und abklemmen sind abgeleitete Wörter, die das Anschließen bzw. Trennen eines Geräts vom Stromnetz bezeichnen, das ohne Steckverbinder zustande kommt.

Verschiedene Klemmen, OBEN: traditionelle Schraubklemme; UNTEN (v.l.n.r.): PE-Klemme, Reihenklemmen (auf Hutschiene), Klemmsteine (Dosenklemmen), Durchführungsklemme, 2 Lüsterklemmen (Buchsenklemmen)
Detail einer Fahrstuhlklemme ohne Gehäuse; der namensgebende Bügel ist links in der Öffnung unter der Schraube sichtbar; diese spezielle Klemme besitzt zusätzlich eine hinten liegende Kontaktfeder
Reihenklemmen für Verteilerbau auf einer Tragschiene
Verschiedene Federkraftklemmen

Arten von Klemmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brückenklemme: sind mehrere, miteinander elektrisch verbundene Klemmen
  • Einzelklemme (lose, isoliert) nach DIN EN 60998-2-1 (VDE 0613-2-1) als Schraubklemme oder DIN EN 60998-2-2 (VDE 0613-2-2) als schraubenlose Klemme für den Einsatz in Installationsdosen nach VDE 0606-1 (auch Verbindungsdosen, bzw. Abzweigdosen genannt)
  • Erdungsklemme (PE-Klemmen): stellen zugleich eine Verbindung zur Montageschiene her und dienen dem Anschluss von Schutzleitern
  • Federkraftklemme (auch: Steckklemme, Käfigzugklemme, Käfigklemme oder Federzugklemme, allgemein Federklemme): verwenden die Kraft einer Feder statt einer Schraube (kurze Montagezeiten, dauerhaft sichere Verbindung ohne Losprellen, etwas teurer)
  • Induktionsklemme zur Strommessung – es handelt sich hierbei um einen nicht genormten Begriff als Umschreibung für einen um eine elektrische Leitung zu schnappenden Stromwandler; z. B. in der KFZ-Technik zur Übertragung der Zündimpulse an ein elektronisches Drehzahlanzeigegerät, oder in der elektrischen Installationstechnik zur Einbindung von Strom- oder Energiemessgeräten ohne dazu wesentlich in die bestehende Installation eingreifen zu müssen.
  • Klemmleiste
  • Klemmsteine (Dosenklemmen) enthalten mehrere Klemmen auf einem Isolierkörper und werden in Abzweigdosen verwendet. Der Isolierkörper bestand früher aus Keramik (daher der Name).
  • Lüsterklemme (manchmal auch Leuchtenklemme oder Schraubklemme) - zweireihige Klemmsteine/ Dosenklemmen, so dass Adern ausgewechselt werden können, ohne die gegenüberliegenden Adern zu lösen. Manche Lüsterklemmen besitzen innenliegende Zungen (entsprechend Fahrstuhlklemmen), um flexible Litzenleitungen klemmen zu können, ohne sie zu beschädigen. Zum einfachen temporären Trennen mehradriger Verbindungen sind Klemmenreihen erhältlich, die anstelle der zweiten Schraubenreihe herausstehende Stifte besitzen, welche wiederum in zweireihige Lüsterklemmenreihen mit gleichem Rastermaß geschoben und fixiert werden. Für platzsparende Verschaltung innerhalb von Gehäusen werden auch einreihige Klemmen verwendet.
  • Fahrstuhlklemmen haben eine in der Gehäuseposition fixierte Schraube und einen beweglichen Bügel („Fahrstuhl“), der sich durch die Schraube bewegen lässt. Damit können flexible Litzenleitungen ohne Aderendhülse direkt geklemmt werden, ohne dass die Schraube bei dem Klemmvorgang die Einzeldrähte beschädigt.
  • Magnetklemme: Besonders geeignet für temporäre Verbindungen wie Versuchsaufbauten. Mit dieser Klemmen-Art lassen sich auf einfache Weise Batteriehalterungen herstellen.
  • PCB-Klemme (oder Printklemmen): werden unmittelbar auf gedruckte Schaltungen aufgebracht und verlötet und dienen zum Anschluß von flexiblen Leitungen durch Verschrauben, Klemmen oder Stecken. PCB steht für die englische Bezeichnung von Leiterplatte, printed circuit board.
  • Reihenklemme: meist in sehr flacher Bauform, um in größerer Zahl auf einer Tragschiene (z.B. DIN-Schiene TS35 „Hutschiene“) aneinander gereiht zu werden:[1]
    • Durchgangsklemme: Ein- oder mehrpolige ("mehrstöckige") Reihenklemmen, um komplexe Verteiler- und Schaltkästen übersichtlich zu verdrahten. (z.B. Schutzleiterklemmen, Schirmleiterklemmen, Doppeldurchgangsklemmen, Doppelstockklemmen, Motoranschlussklemmen).
    • Installationsklemme: Ein- oder mehrpolige ("Etagenklemmen") Reihenklemmen mit Sonderfunktionen für die Gebäudeinstallation (z.B. N-Trennklemmen, Potentialausgleichsklemmen, Verteilereinspeiseklemmen):
      • Trennklemme: Spezialformen von Reihenklemmen zum manuellen Trennen von Stromkreisen.
    • Busklemme, weiterentwickelte Reihenklemmen mit Steuerelektronik
  • Schirmklemme (gelegentlich auch Schirmklammer): dient zur Verbindung von aussenliegenden Leitungsschirmen mit dem Massepotential (z.B. bei Koax-Kabeln), um die elektromagnetische Verträglichkeit zu gewährleisten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Hösl, Roland Ayx, Hans Werner Busch: Die vorschriftsmäßige Elektroinstallation, Wohnungsbau-Gewerbe-Industrie. 18. Auflage, Hüthig Verlag, Heidelberg, 2003, ISBN 3-7785-2909-9
  • Herbert Schmolke: VDE Schriftenreihe 45; „Elektroinstallation in Wohngebäuden“, Handbuch für die Installationspraxis. 7. Auflage. VDE Verlag GmbH, Berlin und Offenbach 2010, ISBN 978-3-8007-3029-2, S. 364 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Klemmen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reihenklemmen, Firma Wago; abgerufen im Januar 2017