Schneidklemme

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Das Schneidklemmen ist eine Verbindungstechnik in der Elektrotechnik für isolierte Kupferdrähte.

In der Kommunikationstechnik werden mit einem speziellen Werkzeug, dem so genannten Auflegewerkzeug bzw. Anlegewerkzeug, die Adern eines Kabels mitsamt Isolierung einzeln in eine so genannte Schneidklemme gepresst. Dabei wird durch das Werkzeug das überschüssige Aderende gekürzt und durch die scharfen Kontakte in der metallenen Schneidklemme die Isolierung der Ader durchtrennt und eine gasdichte, elektrische Verbindung hergestellt. Diese Verbindungstechnik funktioniert ohne Löten, Schrauben und Abisolieren, deshalb wird sie auch als löt-, schraub- und abisolierfreie Technik, kurz LSA-Technik, bezeichnet. Dabei bezeichnet LSA auch den LSA-Quasistandard, der sich neben anderen Schneidklemmtechniken am weitesten verbreitet hat. Eine weitere häufig anzutreffende Schneidklemmtechnik ist IDC (Insulation Displacement Connector, dt. Isolierungsverdrängungsverbinder), die bei Produkten verschiedener Firmen eingesetzt ist. Die IDC-Kontakte sind nicht isoliert und können doppelt belegt werden. Die Packungsdichte ist groß und die Adernführung deutlich besser als bei LSA-Leisten. So sind z. B. Hauptverteiler der Telefonnetzbetreiber mit IDC-Leisten ausgestattet, da die hier verwendeten HVt-71-Anschlussblöcke eine höhere Adernzahl auf einer vergleichbaren Fläche verbinden kann. Nachteilig ist bei der IDC-Technik die fehlende Isolation der Anschlusspunkte. In der DDR wurde in den 1980er Jahren mit der „Schlitzklemmtechnik“ (SKT) eine eigene Technik entwickelt, diese kam jedoch nicht nennenswert zum Einsatz.

Die Schneidklemmentechnik ist für Litzenkabel weniger geeignet.

In der Kommunikationstechnik wird die Schneidklemmentechnik seit Anfang der 1970er Jahre bei Hauptverteilern von Vermittlungsstellen, seit Anfang der 1980er Jahre in der Linientechnik und bei Installationsverteilern eingesetzt.

Patente reichen zumindest zurück bis 1963 (Western Electric Co, Fuer isolierte elektrische Leiter bestimmte Verbindungs-Einrichtung, DE1232232B).[1] 1994 hat die Tridonic Bauelemente GmbH, ein Hersteller von EVGs für Leuchtstofflampen das Europapatent EP 0637098 A1 für Elektrische Anschlussklemme eingetragen. Aus einem einzigen Stück Blech ist demnach durch Stanzen und Biegen eine Klemme geformt, die 2 abisolierte Drähte in Steckklemmen aufnehmen kann und 2 weitere isolierte in Schneidklemmen. Die Schneiden eines V-förmigen Schlitzes können sägezahnartig profiliert sein, um guten Kontakt an 2 Punkten am Leiterumfang zu erzielen. Die Schlitze können paarweise in Leiterrichtung versetzt angeordnet sein, um den Leiter an 2 Stellen mechanisch stabil zu halten, ein weiter versetztes Schlitzpaar kann dem Klemmen eines dünneren Drahts dienen. Das Patent ist seit 2014 erloschen. [2]

Heute ist die Schneidklemmtechnik mit LSA-Werkzeug die übliche Methode um Netzwerkdosen und Rangierfelder, beispielsweise in einem Rechnernetz, anzuschließen. Bei RJ45-Steckern werden durch Crimpen die Kontaktfedern in die Kabel geschnitten. TAE-Dosen werden mit Schraubkontakten oder LSA-Schneidklemmen angeschlossen.

Im Bereich der internen Verkabelung elektronischer Geräte bzw. Baugruppen werden häufig Steckverbinder benutzt, die ebenfalls per Schneidklemmen mit dem Kabel verbunden werden. In diesem Fall ist der Ausdruck Schneidklemmtechnik oder die englische Abkürzung IDC (für Insulation Displacement Connector) gebräuchlicher. Dabei wird ein exakt passendes Flachbandkabel in einen Schlitz des Steckers eingelegt. Anschließend wird der Schlitz mit einer speziellen Presse oder Zange, ersatzweise auch mit einem Schraubstock zusammengepresst, wodurch alle Adern auf einmal durch Schneidklemmen kontaktiert werden. Im Gegensatz zur LSA-Technik wird das Kabel nicht automatisch abgeschnitten, so dass auch Stecker mitten im Kabel angebracht werden können.

Bekannt ist die Anwendung mit Steckern nach DIN 41651 in Form der Datenkabel von in PCs eingebauten Festplatten (mit ATA/ATAPI- oder SCSI-Technik) bzw. Diskettenlaufwerken. Aber auch viele andere Steckverbinder, wie D-Sub- oder Centronics-Stecker, sind mit Schneidklemmtechnik erhältlich.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schneidklemmen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Patent DE 3601788 A1, Vorrichtung zum elektrischen verbinden der einzel- oder doppeladern von fernmelde- und signalkabeln, 1986 eingetragen, 1996 ausgelaufen, google.com, abgerufen 6. September 2015.
  2. Patent EP 0637098 A1, Elektrische Anschlussklemme, 1994 eingetragen, seit 2014 "lapsed", google.com, (mit Zeichnungen) abgerufen 6. September 2015.