Reisepreissicherung

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Reisepreissicherung ist nach deutschem Recht ein im BGB verankerter rechtlicher Schutz von Reisenden, damit diese im Falle einer Insolvenz des von ihnen beauftragten Reiseveranstalters ihren vorausbezahlten Reisepreis zurückerhalten bzw. wenn sie sich schon im Urlaub befinden, wieder zum geplanten Endpunkt der Reise befördert werden.

Um Urlauber vor finanziellen Nachteilen zu schützen, hat der Gesetzgeber Reiseveranstalter von Pauschalreisen verpflichtet, eine Insolvenzversicherung zugunsten der vorausbezahlten Kundengelder abzuschließen. Zu diesem Zweck ist dem Kunden vor Zahlung ein sog. Reisepreis-Sicherungsschein auszuhändigen. Theoretisch kann der Veranstalter den Reisepreis gegenüber dem Kunden auch durch eine Bankbürgschaft absichern, dies geschieht praktisch aufgrund des damit verbundenen Verwaltungsaufwands jedoch nie.

Die Reisepreissicherung greift nur, wenn es sich um eine Pauschalreise ("Gesamtheit von Reiseleistungen", § 651a BGB) handelt, also nicht im Falle von einzeln gebuchten Reiseleistungen (zum Beispiel Flug, Bahnfahrt, Hotelunterkunft). Sofern mehr als zwei einzelne Leistungen (also nicht nur Flug, sondern z. B. Flug und Mietwagen oder Hotel) von einem Lieferanten bezogen werden, konnte bis zum 30. Juni 2018 von einer Pauschalreise im Sinne des BGB ausgegangen werden, danach müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein.[1]

Durch die Umsetzung der Richtlinie wird das deutsche Reiserecht geändert. Neu sind vor allem Regelungen zur Reisevermittlung und die Vermittlung „verbundener Reiseleistungen“. Weiterhin werden die reiserechtlichen Informationspflichten erweitert, die nun auch stärker den reinen Vermittler treffen. Es gibt eine Vielzahl von Formblättern, die bei der Buchung einer Pauschalreise oder bei der Vermittlung von verbundenen Reiseleistungen an den Kunden übergeben werden müssen.

Erstattet werden im Falle einer Insolvenz des Veranstalters vor Abreise geleistete Zahlungen, sowie notwendige Aufwendungen, die dem Reisenden infolge Zahlungsunfähigkeit des Veranstalters für die Rückreise entstehen.

Gemäß der EU-Pauschalreiserichtlinie, die seit 2018 auch in deutsches Recht umgesetzt ist, sind die gesetzlichen Vorschriften in § 651kBGB geregelt.

Die Absicherung galt bis 30. Juni 2018 nur für Reiseveranstalter, danach auch für die Hotelbranche bei übernachtungen kombiniert mit sonstigen Reiseleistungen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paulschalreisegesetz 2018
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