Renaler Blutfluss

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als renaler Blutfluss (RBF; engl. renal blood flow) wird die Menge an Blut bezeichnet, die pro Minute durch die Nieren fließt, als renaler Plasmafluss (RPF) die Menge des die Nieren pro Minute durchströmenden Blutplasmas.

Der renale Blutfluss beträgt etwa ein Fünftel des Herzminutenvolumens, etwa 1,2 Liter in der Minute. Dabei fließen 90 % des Blutes durch die Nierenrinde, 9 % durch das Mark und 1 % durch die Nierenpapille.[1] Obwohl die Nieren nur einen kleinen Anteil des Körpergewichts ausmachen, erhalten sie einen erheblichen Teil des Blutstroms und gehören damit zu den am stärksten durchbluteten Organen. Bezogen auf das Gewicht sind die Nieren besser durchblutet als Herz, Gehirn und Leber.[2] Der RBF bleibt durch den Bayliss-Effekt auch bei größeren Schwankungen des systemischen arteriellen Blutdruckes gut reguliert.

Der renale Blutfluss wird bestimmt durch die Druckdifferenz ΔP zwischen der A. und V. renalis und den renalen Gefäßwiderstand R:

RBF = \frac{ \Delta P}{R}

Sind Hämatokrit (Anteil der Erythrozyten am Volumen des Blutes) und renaler Plasmafluss bekannt, so gilt:

RBF = \frac{\text{RPF}}{1-\text{Hämatokrit}}

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hamid Abdolvahab-Emminger (Hrsg.): Physikum exakt: das gesamte Prüfungswissen für die 1. ÄP. Thieme, 2005. ISBN 3-13-107034-X. S. 562
  • Michael Gekle (Hrsg.): Taschenlehrbuch Physiologie. Thieme, Stuttgart 2010. ISBN 978-3-13-144981-8. S. 349ff.
  • Christian Hick, Astrid Hick: Kurzlehrbuch Physiologie. Urban & Fischer, 2013. ISBN 978-3-437-41895-2. S. 220

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gekle 2010, S. 349
  2. Hick 2013, S. 220