Friedrich Wilhelm Ahnefeld

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Friedrich Wilhelm Ahnefeld (* 12. Januar 1924 in Woldenberg (Neumark), Grenzmark Posen-Westpreußen; † 29. November 2012 in Ulm) war ein deutscher Anaesthesiologe und Hochschullehrer.[1] Als Sanitätsoffizier war er bis 1972 der erste Chefarzt des Bundeswehrkrankenhauses Ulm. Von 1984 bis 1990 war er Direktor der Anästhesiologischen Universitätsklinik im Universitätsklinikum Ulm. Zudem war er Bundesarzt des Deutschen Roten Kreuzes. Er gilt als Pionier des Rettungswesens und der Notfallmedizin.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Kindheit und Jugend in Woldenberg und Abitur in Gnesen begann Ahnefeld 1942 ein Studium der Humanmedizin an der Reichsuniversität Posen. Schon bald wurde er zum Heer (Wehrmacht) eingezogen und an der Ostfront verwundet. Er führte sein Studium in der Nachkriegszeit an der Westfälischen Wilhelms-Universität fort und beendete es 1951 mit dem Staatsexamen und der Promotion an der Medizinischen Akademie Düsseldorf. Nach einem Jahr am Pharmakologischen Institut in Wuppertal-Elberfeld durchlief er von 1952 bis 1958 die Facharztausbildung zum Chirurgen im Alfried Krupp Krankenhaus und im Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil. 1958 wurde er Sanitätsoffizier der Bundeswehr. Von 1959 bis 1962 absolvierte Ahnefeld die Ausbildung zum Facharzt für Anästhesiologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitete dort am Institut für Physiologische Chemie, an dem er sich 1964 habilitierte.[2] Am 1. Januar 1968 wurde er in Personalunion Chefarzt (Oberstarzt) des in Planung befindlichen Bundeswehrkrankenhauses Ulm sowie dessen Leiter der Anästhesieabteilung. Neben der Ernennung zum Honorarprofessor, einhergehend mit der Verleihung der Rechte und Pflichten eines ordentlichen Professors durch das Kultusministerium, beauftragte ihn die Stadt Ulm auch mit der Leitung der Anästhesieabteilung des Städtischen Krankenhauses Ulm. 1980 veröffentlichte er mit Bodo Gorgaß das erste Lehrbuch für den Rettungsdienst. Von 1984 bis 1990 war er Direktor der Anästhesiologischen Universitätsklinik Ulm und von 1973 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1992 Lehrstuhlinhaber für Anaesthesiologie an der Universität Ulm. Danach war Ahnefeld noch Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin und offizieller Berater von Universitäten in den Neuen Ländern.

Ahnefelds Ehefrau war ebenfalls Sanitätsoffizier bei der Bundeswehr.

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwerpunkt von Ahnefelds wissenschaftlicher Tätigkeit war die Behandlung der Verbrennungskrankheit, insbesondere die Schockbekämpfung. Er sorgte in der Notfallmedizin für die Standardisierung von Geräten und Rettungsmitteln, DIN-Normen für Rettungs- und Notfallwagen, die Aus- und Weiterbildung von Rettungspersonal, entwickelte das Konzept der Rettungskette und stellte den „Ulmer Koffer“ zusammen.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • F. Dick: Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Friedrich Wilhelm Ahnefeld (Nachruf). Anästhesiologie und Intensivmedizin 54 (2013), S. 54–56

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mediziner Ahnefeld gestorben
  2. Zwei Ehrenpromotionen der Universität Greifswald an einem Tag, Presse- und Informationsstelle der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, 18. November 2008
  3. Geschichte der DGAI-Ehemalige Präsidenten, Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin.
  4. Professor Friedrich Wilhelm Ahnefeld Ehrendoktor der Universität Greifswald, Pressestelle der Universität Ulm, 4. Dezember 2008
  5. Rudolf-Frey-Medaille-Übersicht aller Träger/innen, Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin.
  6. Heinrich-Braun-Medaille-Übersicht aller Träger/innen, Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin.