Rendille (Sprache)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Rendille

Gesprochen in

KeniaKenia Kenia
Sprecher 60.000 (Stand 2009)[1]
Linguistische
Klassifikation
Sprachcodes
ISO 639-3

rel

Rendille (alternative Namen sind Rendili, Rendile oder auch Randile)[2] ist eine afroasiatische Sprache aus der Familie der kuschitischen Sprachen, zugehörig den ostkuschitischen Tieflandsprachen. Sie wird von der gleichnamigen Volksgruppe Rendille mit rund 60.000 Sprechern[3] im Norden von Kenia gesprochen.

Rendille ist mit den Sprachen Afar, Oromo und Somali verwandt. Die Verwandtschaft ist jedoch nicht sehr nah.[4]

Die heutigen Volksgruppen Rendille, Gabbra, Garre und Sakuye bildeten bis etwa zum Ende des 15. Jahrhunderts eine gemeinsame, sprachlich und kulturell verwandte Gruppe, die Proto-Rendille-Somali oder somaloid genannt wird. Ab dem 16. Jahrhundert wurden sie durch Borana-Oromo verdrängt oder schlossen sich ihnen an und übernahmen deren Sprache. Auch die Vorfahren der heutigen Rendille übernahmen kulturelle Elemente der Borana, die eigene Sprache blieb unter ihnen aber erhalten.

Die Sprache gilt als gefährdet, entweder durch die offiziellen Landessprachen Kenias oder durch eine nilotische Sprache ersetzt zu werden.[4] Die südlichen Rendille oder Ariaal sprechen Maa, die Sprache der benachbarten Samburu, oft fast genauso gut oder sogar besser als die Sprache ihrer eigenen ethnischen Gruppe weiter nördlich. Andererseits nimmt nach letzten Schätzungen die Zahl der Sprecher von Rendille derzeit wieder zu.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Steve Pillinger Letiwa Galboran,: A Rendille Dictionary. Including a Grammatical Outline and an English-Rendille Index (= Kuschitische Sprachstudien. Band 14). Rüdiger Köppe Verlag, Köln 1999, ISBN 3-89645-061-1 (englisch).[5]
  • Bernd Heine: The Sam Languages. A History of Rendille, Boni and Somali. In: Afroasiatic Linguistics. Band 6, Ausgabe 2. Undena Publications, 1978, S. 1–92.
  • Günther Schlee, Karaba Sahado: Rendille proverbs in their social and legal context. (= Wortkunst und Dokumentartexte in afrikanischen Sprachen. 15). Köppe, Köln 2002, ISBN 3-89645-271-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Rendille. In: Ethnologue – Languages of the World; abgerufen am 21. Juni 2013
  2. Ethnonymes et toponymes africains. Unesco 1984, ISBN 92-3-201944-2, S. 187 (unesco.org PDF; 8,8 MB); abgerufen am 22. Juni 2013.
  3. 2009 Population & Housing Census Results. Kenya Census 2009, S. 35 (PDF; 1,7 MB), abgerufen am 22. Juni 2013.
  4. a b John A. Shoup: Ethnic Groups of Africa and the Middle East: An Encyclopedia. ABC-CLIO, 2011, ISBN 1-59884-362-1, S. 249 (englisch).
  5. Rezension: Rainer Voigt: Zum Rendille. In: Anthropos. Band 96, Heft 2, 2001, ISSN 0257-9774, S. 590–598. (JSTOR Stable URL), abgerufen am 22. Juni 2013.